REMAGEN. Die zweite Internationale Konferenz für Gesichtsweichteilrekonstruktion war am RheinAhrCampus in Remagen mit 160 Teilnehmern aus den Gebieten der chirurgischen Gesichtsweichteilrekonstruktion, der Gerichtsmedizin und der Anthropologie zu Gast. Organisatoren waren der RheinAhrCampus Remagen, das Bundeskriminalamt Wiesbaden und das Forschungszentrum caesar Bonn in Kooperation mit den Universitäten Düsseldorf und Leuven.
In Vorfeld der Konferenz waren die Teilnehmer aufgefordert worden, basierend auf einem bisher nicht identifizierten Schädelfund der Polizei in Celle eine Gesichtsrekonstruktion zu erstellen. Dazu waren dreidimensionale Computer-Datensätze, Fotos und originalgetreue Nachbildungen des Schädels zur Verfügung gestellt worden. 21 Teilnehmer hatten sich an der Vergleichsstudie beteiligt, so dass 21 Rekonstruktionen entstanden waren: sechs Computerrekonstruktionen, sechs konventionelle Zeichnungen und neun modellierte Rekonstruktionen. Der Schädel war in Celle auf einer Wiese in einem Waldstück gefunden worden. Anhand der Zahnwurzeln war das Alter auf 56 Jahre, plus minus zweieinhalb Jahre, geschätzt worden.
Wie Professor Dr. Richard Helmer, der vom FH-Chef Professor Dr. Buzug als einer der berühmtesten deutschen Gerichtsmediziner vorgestellt wurde, erläuterte, habe er in seiner beruflichen Laufbahn etwa ein Drittel aller Fälle durch Gesichtsweichteilrekonstruktionen lösen können. Neben der üblichen Gesichtsrekonstruktion durch Zeichnungen auf dem Papier oder mit Hilfe von Modelliermasse als dreidimensionale Skulptur gewinnen die modernen Ansätze der digitalen Rekonstruktion mit Hilfe des Computers immer mehr an Bedeutung. Wie Karl Sigl vom Bundeskriminalamt erläuterte, werde eine Weichteildatenbank stetig ausgebaut, um diese modernen Ansätze bei der Klärung von Identitäten zu nutzen. (jup)