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Zuckerfabrik Euskirchen: 175 Jobs gerettet

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EUSKIRCHEN. Das Zittern ist vorbei: In der Zuckerfabrik in Euskirchen werden auch weiterhin Rüben verarbeitet. Mit Erleichterung nahmen Beschäftigte und Werksleitung die Nachricht aus der Pfeifer & Langen-Zentrale in Köln auf: Das Euskirchener Werk mit derzeit 175 Mitarbeitern bleibt bestehen. Auch die 1189 Rüben lieferenden Landwirte können aufatmen.

„Darüber sind wir natürlich froh“, erklärte Stefan Brinker, landwirtschaftlicher Leiter des Werkes in Euskirchen. Doch die Freude ist begrenzt, denn rund 90 Kollegen im Werk Elsdorf verlieren ihren Job. Immerhin: 60 von ihnen bekommen in den verbleibenden Pfeifer & Langen-Standorten eine neue Arbeit angeboten, so Brinker: „Dennoch tun mir die Kollegen in Elsdorf unheimlich leid.“ Bereits zum Jahresende - nach Beendigung der Kampnagne 2006 - soll die Rübenverarbeitung in Elsdorf geschlossen werden. Die Rüben aus dem Elsdorfer Einzugsgebiet werden dann in Euskirchen, Appeldorn und Jülich verarbeitet. „Wegen der Ertragslage haben wir lange befürchtet, dass es uns trifft“, so Brinker. Denn wegen der oft fehlenden Sommerniederschläge sei das Einzugsgegbiet des Euskirchener Werkes von der Natur her benachteiligt. Etwa 800 000 bis 900 000 Tonnen Rüben werden hier in der Kampagne - also von Mitte September bis Ende Dezember - verarbeitet. Das Einzugsgebeit erstreckt sich von der Eifel im Westen bis zum Siebengebirge im Osten und von Koblenz im Süden bis zur A 4 zwischen Köln und Aachen beziehungsweise bis Mettmann im Norden.

Grund für die Schließung des Werkes in Elsdorf ist die neue Zuckermarktordnung (ZMO) der Europäischen Union und das Urteil der Welthandelsorganisation WTO. Die ZMO bringt deutliche Preisreduzierungen für Rüben und Zucker. Das WTO-Urteil verbietet den Absatz von europäischem Zucker auf dem Weltmarkt. Die ZMO tritt am 1. Juli 2006 in Kraft. Schon in diesem Jahr werde in Deutschland 16,3 Prozent weniger Zucker hergestellt als noch im Vorjahr, erklärte Brinker. In einigen Ländern der EU wie Irland wurde die Rübenverarbeitung bereits eingestellt. In anderen Ländern wie Italien, Spanien sowie im skandinavischen Bereich wird die Produktion in diesem oder im nächsten Jahr um bis zu 70 Prozent zurückgefahren. Für die an die EU zurückgegebenen Zuckerreferenzmengen erhalten die betroffenen Unternehmen und Rübenanbauer Ausgleichszahlungen aus einem Strukturfond Brüssels. Die EU-Marktordnung gilt bis 2015. Was das für die Arbeitsplätze in Euskirchen bedeute, könne man noch nicht sagen, so Werksleiter Horst Herold: „Zunächst ist das Werk gesichert. Aber was bis 2015 passiert, weiß natürlich niemand.“

www.pfeifer-langen.de