LINDLAR-QUABACH – Fahrzeugteile liegen weit verstreut auf der Landstraße 284. Mitten auf der Straße steht ein völlig zerstörter VW Passat, etliche Meter entfernt liegt ein Mercedes Kleintransport jenseits der Leitplanken in den Büschen. Auch er ist im Frontbereich völlig zerstört. In den Trümmern der Autos sind am Dienstagmorgen kurz vor 7.30 Uhr zwei Menschen gestorben. Die beiden Fahrzeugen müssen ungebremst mit vollem Tempo – an der Unfallstelle in Höhe der Ortschaft gilt Tempo 100 – ineinander geprallt sein.„Selbst ältere Kameraden sagen, dass sie so etwas selten gesehen haben“: Florian Sauer, Pressesprecher der Feuerwehr Lindlar, steht noch ganz unter dem Eindruck, den das Unfallgeschehen auf der L 284 bei ihm hinterlassen hat.
Nachdem die Wehr um 7.34 Uhr alarmiert wurde, sei schon beim Eintreffen der Löschzüge aus Lindlar und Frielingsdorf/Scheel klar gewesen, dass die 30 Kameraden zu spät kommen würden. „Es ging nur noch darum, die Verunglückten zu bergen“, so Sauer. „Und das war unglaublich schwierig.“ Man habe mit allem hydraulischen Gerät, dass zur Verfügung stehe, arbeiten müssen.Beide Motorräume seien schwer eingedrückt gewesen. „Wir haben zuerst den Fahrer des Passats geborgen – dies war um 10.20 Uhr“, sagt Sauer. Anschließend habe man sich dem Mercedes Vito gewidmet, der bei dem Zusammenprall abgehoben und über die Leitplanke geflogen war und eine Böschung herunter rutschte. Sauer: „Wir haben den Wagen mit der Seilwinde unseres Rüstwagens auf die Straße gezogen und dann den Verunglückten um 12 Uhr geborgen. Notfallseelsorger waren vor Ort, die anschließend zu den betroffenen Familien gefahren seien.
Laut ersten Erkenntnissen der Polizei, die mit fünf Streifenwagen vor Ort war, und die Landstraße bis 13.30 Uhr für die Unfallaufnahme gesperrt hatte, war der Fahrer des Passats, ein 37-jähriger Familienvater aus Wipperfürth, von Lindlar in Fahrtrichtung Obersteeg unterwegs, als er am Ende einer Geraden, rund 30 Meter vor einer Rechtskurve aus bislang ungeklärter Ursache auf die Gegenfahrbahn fuhr und dort gegen den entgegenkommenden Lieferwagen prallte. Dessen Fahrer, ein 27-jähriger Mann, ebenfalls aus Wipperfürth, habe nicht mehr reagieren können. „Es gibt am Unfallort keine Bremsspuren“, sagt Polizei-Pressesprecher Jürgen Dzuballe. Als sich der Unfall ereignete, war es noch dunkel. Die Fahrbahn sei trocken gewesen und auch Reifglätte habe auf der Straße im Sülztal zu diesem Zeitpunkt nicht gegeben. Warum der 37-Jährige Passat-Fahrer auf die Gegenfahrbahn geraten sei, liege völlig im Dunkeln. Ein plötzliches Ausweichmanöver sei unwahrscheinlich, so der Pressesprecher. Auf der Landstraße hatte es in der Vergangenheit immer wieder gekracht, ein Kreuzungsbereich ist im vorigen Jahr entschärft worden. „Das Jahr 2011 hat mit dem tödlichen Unfall von zwei Jugendlichen schlimm aufgehört. Jetzt fängt das neue Jahr mit diesem tödlichen Unfall wieder schlimm an“, sagte Dzuballe.
