Leverkusen – „Wir haben alles getan, um die Belastungen für die Anwohner zu verringern“, fasste Leverkusens Feuerwehrchef Hermann Greven zusammen. „Aber die Martinshörner ganz abstellen geht nicht.“ Zum wiederholten Male war die Klage von Anwohnern über nächtliche Einsatzfahrten von Rettungsdienst und Feuerwehr Thema im Rat.
Dass die Fahrer der Einsatzfahrzeuge beim Einbiegen von der Edith-Weyde-Straße in den Willy-Brandt-Ring auch nachts das Martinshorn zusätzlich zum Blaulicht einschalten, hat den Nachbarn der neuen Feuerwache schon zahlreiche schlaflose Nächte bereitet. Immer wieder gab es nach ihren Beschwerden Gespräche mit Vertretern von Rat und Verwaltung, doch änderte sich nur wenig. Die Nachbarn sind entsprechend sauer.
Zuletzt hatte sich besonders noch einmal die SPD mit dem Problem befasst und eine Reihe von Vorschlägen zusammengestellt, wie die Sicherheit an der fraglichen Kreuzung so verbessert werden könne, dass auf nächtliche Warnsignale verzichtet werden könne. Dass es zur beabsichtigten Entlastung der Anwohner bei der Stadtverwaltung inzwischen eine „verhärtete ablehnende Haltung“ gebe, wie SPD-Ratsfrau Melanie Went es sagte, wollte die in dieser Sache wiederholt kritisierte Baudezernentin Andrea Deppe aber nicht auf ich sitzen lassen, schließlich hätten sie und andere Verwaltungsbeschäftigte mehrere Stunden in den Gärten der Nachbarn gesessen und Lösungsvorschläge diskutiert. „Wir wollen eine gute Nachbarschaft, aber das Martinshorn muss hin und wieder sein.“
Gesetzlich vorgeschrieben
Das sei eben nicht wegzudiskutieren, bekräftigte Feuerwehrchef Greven. Bei Alarmfahrten sei das Martinshorn zusätzlich zum Blaulicht zwingend einzuschalten, so schreibe es das Gesetz vor. Ansonsten laste die volle Verantwortung auf den Fahrern, deren Verhalten von Unfalldatenschreibern ganz genau aufgezeichnet werde.
Auch sorge nicht die Feuerwehr Leverkusen allein für Sound: Auch die Polizei, die Currenta-Werksfeuerwehr, auswärtige Rettungsdienste und andere Fremdfahrzeuge mit Signalausrüstung seien auf dem Willy-Brandt-Ring unterwegs, rief CDU-Vorsitzender Frank Schönberger in Erinnerung.
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Tiefes Verständnis erhielt Greven von mit solchen Fahrten erfahrenen Ratsmitgliedern. Neben Tim Feister (CDU) von den Maltesern – „Ich selbst würde dort niemals aufs Martinshorn verzichten“ – outeten sich auch Oberbürgermeister Uwe Richrath und Frank Schönberger als frühere Krankenwagenfahrer. Immerhin sollen die zusammengetragenen Vorschläge für eine bessere Absicherung der Kreuzung gründlich von der Verwaltung geprüft werden. Dass danach wirklich Ruhe einkehren wird, erwartet allerdings niemand.



