Der Bus fährt bis zur Feldtorstraße. Dann sagt Google: eine halbe Stunde laufen. So geht es los in Richtung der Schiffsbrücke Wuppermündung. Schon nach wenigen Metern eröffnet sich eine Welt aus Wald und Wiesen. Das hohe Gras wiegt sich im Sommerwind, während sich der geschwungene Weg dem Rhein entgegen neigt. Die Sonne sinkt bereits und ihr Licht glitzert auf dem Wasser.
Eine halbe Stunde dauert der Spaziergang gar nicht und bei der Ankunft an der Brücke fühlt man sich schon wie im Urlaub. Der Förderverein der Schiffsbrücke veranstaltet am Samstag hier ein Mittsommerfest. Es gibt frisches Kölsch, Halven Hahn, Wurst im Brötchen - sogar eine vegetarische. Dazu erklingt Sommerabend-stimmige Jazzmusik des Kölner Quintetts „Five Alive“. Auf einem der drei Schiffe, die hier ankern und die Brücke tragen, sitzen Menschen an kleinen Tischchen und schauen auf das Wasser. Geht man mit krachenden Schritten an das andere Ufer, trifft man auf lachende und schwatzende Gruppen an Biertischen.
Die Brücke über den einstigen Wupperarm, der nun wenige Meter nach der Mündung in den Rhein endet, wurde in den 1960ern viel von Radfahrern auf dem Weg zu Bayer genutzt. Nun öffnet hier jedes Wochenende ein Café, auch im Winter, im Bauch eines der tragenden Schiffe. Auch Lesungen werden dort gehalten, Geburtstage gefeiert, an den schmalen Tischen sitzt man gemütlich. Unter der Brücke treiben elf Stand Up Paddler, deren dritte Tour zur Sommersonnenwende auch über das Brückenfest führt. Einen Großteil der sechs Kilometer langen Tour haben die Paddler schon geschafft, jetzt ist erst einmal ein kühles Erfrischungsgetränk und ein Wurstbrötchen angesagt, das von der Brücke herabgereicht werden. Das Brett wird zum Floß. Während das Sonnenlicht immer goldener wird, findet man auf den Bierbänken gute Gesellschaft und anregende Gespräche. Auf der Landspitze wurde ein Teil des hohen Grases mit der Sense freigemäht. Dort flammt nun das Johannisfeuer für den Heiligen Johannes auf, und der Abend am Wasser klingt flackernd aus. www.schiffsbruecke.com
