Unter dem Motto „Straßen-Nomen sind Omen“ stellten Pfarrer Detlev Prößdorf und Theater-Referent Reiner-Ernst Ohle von der Bayer Kultur bei einem Spaziergang der besonderen Art interessierten Bürgern die Namenspatronen einiger Wiesdorfer Straßen vor. An der Christuskirche trafen sich knapp 20 Menschen, um von dort aus gemeinsam mit den beiden Stadtrundführern die Straßen zu erkunden. Erster Halt: Dönhoffstraße. Hier erklärte Pfarrer Prößdorf, was es mit dem Motto auf sich hatte: „Bei einem Omen handelt es sich um ein Vorzeichen, welches ein zukünftiges Ereignis prophezeit, also sozusagen eine Vorhersage.“ Mit dem Stadtspaziergang wolle man zeigen, was die Straßennamen mit der heutigen Umgebung zu tun hätten.
Für die Dönhoffstraße, die nach dem Landrat Fritz Dönhoff benannt wurde, stellte der Pfarrer fest: „Der Beamte hat definitiv seine Spuren hinterlassen, denn neben der Suchthilfe Leverkusen, die sich auf der Dönhoffstraße befindet, sind weitere Verwaltungsgebäude in Wiesdorf erbaut worden.“
Weiter ging es mit der Pfarrer-Schmitz-Straße. Auf der gerade einmal 100 Meter langen Straße befindet sich unter anderem der Eine-Welt-Laden, von dem es für die Teilnehmer ein paar Zitronenklümpchen gab. Genau wie die Bonbons, also süß und sauer zugleich, schien der Namenspatrone der Straße gewesen zu sein. Der im Jahr 1899 geborene Pfarrer Schmitz kam gebürtig aus Köln und wurde 1933 in die Gemeinde nach Leverkusen versetzt. Die Nationalsozialisten sahen bekennenden Evangelisten als Gegner der nationalsozialistisch geführten „Deutschen Christen“ an. Nach seiner dreijährigen Kriegsgefangenschaft kam Pfarrer Schmitz zurück nach Leverkusen. Laut einem Teilnehmer des Spazierganges habe Schmitz strenge Disziplin eingefordert: „Im Konfirmationsunterricht hagelte es auch schon mal Ohrfeigen.“

Detlev Prößdorf und Reiner-Ernst Ohle gaben Erläuterungen.
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Vor dem Eingang des Erholungshauses zündete Ohle eine Riesenwunderkerze an. Das auf der Nobelstraße liegende Gebäude war 1908 von der Bayer AG eröffnet worden und diente den Angestellten als Erholungsort. Namenspatron der Wiesdorfer Straße war der Schwede Alfred Nobel, der unter anderem in Schlebusch eine Dynamit-Fabrik leitete.
Der Theater-Referent erklärte, dass Nobel das Ziel verfolgt habe, nicht einzig mit dem Sprengstoff in Verbindung gebracht zu werden: „Der Erfinder des Dynamits schrieb ein Theaterstück, in dem es um ein Mädchen namens Patricia ging, die ihren Vater umbrachte. Jedoch wurde das Stück nie veröffentlicht. Der Grund dafür: Die Familie Nobels fand seine Art der Poesie hochgradig peinlich und zog das Stück ein.“

Nach Pfarrer Schmitz ist seit kurzen eine Straße benannt.
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