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Update

500 Menschen mussten raus
Fliegerbombe in Alfter erfolgreich entschärft – Sperrungen aufgehoben

3 min
Zahlreiche Hilfskräfte sind im Einsatzgebiet. in Alfter eingetroffen.

Der gesperrte Bahnübergang am Herseler Weg in Alfter.

Bei Bauarbeiten war eine 250 Kilo schwere Fliegerbombe entdeckt worden. Ein Evakuierungsradius von 300 Metern wurde eingerichtet.

Bei Bauarbeiten im Gewerbegebiet Alfter-Nord ist am Donnerstag (30. April) eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Der Blindgänger wurde am Nachmittag entschärft. Zuvor war ein Evakuierungsradius von 300 Metern um den Fundort eingerichtet worden. Betroffen waren Ortsteile in Alfter, Bornheim und Bonn.

Die US-amerikanische Bombe mit Doppelzünder war gegen 10.45 Uhr bei Bauarbeiten entdeckt worden. Auf dem Gelände am Herseler Weg sollen künftig neue Gewerbeflächen entstehen, vermarktet durch die Wirtschaftsförderung der Gemeinde Alfter. Der Fund rief zunächst die Führungen von Feuerwehr und Ordnungsamt auf den Plan.

Die Evakuierung in Alfter begann am Nachmittag gegen 15 Uhr

Nachdem klar war, dass die Bombe vor Ort entschärft werden musste, legten die Einsatzkräfte einen Evakuierungsradius von 300 Metern fest. „Davon betroffen sind unter anderem die Weberstraße zwischen Herseler Weg und Bonn-Brühler Straße einschließlich aller Nebenstraßen“, sagte Bilal Bodabouz, Leiter des Ordnungsamts Alfter. „Auch Teile von Bornheim-Roisdorf sowie mehrere Gewerbebetriebe müssen geräumt werden“. Auch eine Adresse auf Bonner Gebiet war betroffen.

Aus diesem Grund beteiligten sich auch Kräfte der Bornheimer Feuerwehr und des Bonner Ordnungsamts an der Koordination. Alfters Bürgermeister Christian Lanzrath war ebenfalls vor Ort. Die Feuerwehr Alfter setzte ihre Drohne zur Erkundung ein.

Mitarbeitende des Ordnungsamts gingen von Tür zu Tür, um die Menschen zum Verlassen ihrer Häuser aufzufordern.

Mitarbeitende des Ordnungsamts gingen von Tür zu Tür, um die Menschen zum Verlassen ihrer Häuser aufzufordern.

Rund 500 Menschen waren insgesamt betroffen und mussten ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung begann gegen 15 Uhr am Nachmittag. Zunächst gaben die Behörden eine Nachricht über die Warn-App Nina heraus. Angehörige des Ordnungsamts klingelten an den Türen, um die Bewohnerinnen und Bewohner zum Verlassen ihrer Häuser aufzufordern. Die Feuerwehr fuhr mit Fahrzeugen durch den Ort und verbreitete Lautsprecherdurchsagen. Die Nachricht sprach sich erst langsam herum, anders als in Köln hatten die Menschen in Alfter wenig Erfahrung mit Bombenentschärfungen. Manch einem war nicht ersichtlich, warum die unmittelbaren Nachbarn bleiben durften.

Einsatzkräfte verschiedener Abteilungen und Behörden berieten sich vor der Entschärfung am Herseler Weg.

Einsatzkräfte verschiedener Abteilungen und Behörden berieten sich vor der Entschärfung am Herseler Weg.

Mehrere Personen bedurften der Hilfe durch den Rettungsdienst, weil sie nicht selbstständig gehen konnten. In einem Fall befand sich eine Person hinter einer verschlossenen Tür, die die Feuerwehr öffnete. Als Anlaufstelle für Menschen, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen, diente die Cafeteria der Alanus Hochschule in der Villestraße. Dort trafen einige Dutzend Menschen ein und ließen sich registrieren. Mit allzu vielen Betroffenen rechneten die Einsatzkräfte aufgrund des guten Wetters nicht. Gegen 16 Uhr begann der zweite Klingelrundgang.

Die Feuerwehr Alfter brachte eine Drohne in den Einsatz.

Die Feuerwehr Alfter brachte eine Drohne in den Einsatz.

Für die Entschärfung des Blindgängers mussste die nahe gelegene Bahnstrecke gesperrt werden

Während der Entschärfung musste zudem eine nahegelegene Bahnstrecke gesperrt werden. Dort fahren neben den Linien RE 5 und RB 48 auch mehrere ICE. Der RE 5 wurde über die rechtsrheinische Strecke umgeleitet und hielt zusätzlich in Troisdorf und Neuwied, die Halte zwischen Köln und Koblenz entfielen. Die Züge der RB 48 endeten und begannen in Sechtem, die Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Die Sperrung erfolgte rund 45 Minuten vor der Entschärfung, der Luftraum wurde 20 Minuten vorher gesperrt.

Um kurz vor 19 Uhr erfolgte die Entwarnung über Nina, die Behörden fuhren die Maßnahmen daraufhin zurück und die Menschen konnten in ihre Häuser zurückkehren.