Evangelische Kirchengemeinde VorgebirgeMichael Verhey als neuer Pfarrer eingeführt

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19.03.2023 Alfter: Festgottesdienst zur Einführung von Pfarrer Michael Verhey als neuer Pfarrer in der Kirchengemeinde Vorgebirge.

Superintendent Dietmar Pistorius (vorne links) führte Pfarrer Michael Verhey (vorne rechts) in sein neues Amt ein.

Der Jahrestag der Einweihung der Kirche am Herrenwingert in Alfter fiel mit der Einführung von Michael Verhey als neuem Pfarrer zusammen.

Manchmal gibt es Tage, an denen viele Anlässe zusammenfallen. Einen solchen Tag haben die Mitglieder der Evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge nun zelebriert: Der Jahrestag der Einweihung der Kirche am Herrenwingert in Alfter fiel mit der Einführung von Michael Verhey als neuem Pfarrer zusammen.

Außerdem gab ein weiteres Ereignis ebenso Grund zu feiern, wie sich im Verlauf des Tages herauskristallisierte. Pfarrer Verhey trat bereits am 1. Dezember 2022 seinen Dienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Vorgebirge an. Zuvor war er viele Jahre in der Friedenskirche in Bonn-Dottendorf und Kessenich tätig gewesen. Verhey ist der Nachfolger von Rafael Fermor an und wird sich hauptsächlich um die Protestanten in Alfter kümmern. Nun wurde er durch Superintendent Dietmar Pistorius in sein neues Amt eingeführt. Das zog viele Besucher in die Kirche: Einige mussten sogar während des Gottesdienstes stehen, da alle Plätze belegt waren. Begleitet wurde der Festgottesdienst vom Posaunenchor, im Anschluss hatten Interessierte die Gelegenheit, beim Empfang mit dem neuen Pfarrer und ins Gespräch zu kommen.

„Was ist das eigentlich für ein Amt, in das er eingeführt wird?“, fragte Pistorius in seiner Ansprache beim Festgottesdienst in der Kirche am Herrenwingert. „Pfarrerinnen und Pfarrer sind die, die nur sonntags arbeiten“, fügte er schmunzelnd und unter Lachen der Gemeinde hinzu. Wieder ernsthafter erklärte Pistorius, dass das Amt des Pfarrers eine Art Lobbyarbeit für Gott sei. „Pfarrer bringen die Botschaft Gottes von oben runter zu den Menschen. Und sie bringen das, was auf der Welt passiert, nach oben zu Gott“. Es handele sich also um ein Amt, bei dem die Kommunikation zwischen Gott und den Menschen im Vordergrund stehe. Ob diese Kommunikation jedoch gelinge, hätten sie nicht in der Hand. „Wir tun eine Menge in der Hoffnung, dass etwas passiert“, führte der Superintendent weiter aus.

„Toll, dass das alles so zusammenfällt“

„Es ist nicht leicht, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass wir nicht mehr Volkskirche sind. Es ist schwierig, sich als Gemeinde einzugestehen, dass die Angebote die Menschen plötzlich nicht mehr erreichen“, sagte der neue Pfarrer Verhey in seiner Predigt. „Das, was wir gemacht haben, war gut.“ Aber die Zeit habe sich geändert. „Wir müssen uns verändern, um nicht am Rand stehenzubleiben.“ Die Furcht davor, was wird, wenn die Gemeinde immer kleiner wird, wachse. Verhey verwies in seiner Predigt jedoch auf die Kraft der Worte: „Ich habe nur Worte, nichts als Worte. Aber was für welche.“ Gottes Wort wecke in den Menschen immer wieder fruchtbare Gedanken. „Solange wir als Kirche Gottes Wort weitersagen, werden wir relevant sein, werden Menschen uns hören und Gottes Kirche erhalten bleiben“, schloss Verhey mit einem positiven Blick in die Zukunft seine Predigt ab.

Neben dem Jahrestag der Einweihung der Kirche am Herrenwingert, die 1996 stattfand, und der Einführung des Pfarrers sorgte noch ein Anlass für freudige Stimmung: Verhey hatte Geburtstag. Zur Feier des Tages bekam er eine Torte überreicht. Die Gemeinde sang im Kanon ein Geburtstagsständchen und wünschte ihm „Viel Glück und viel Segen“ auf all seinen Wegen. Presbyterin Sibylle Thon überreichte dem Geburtstagskind einen bunten Blumenstrauß: „Wir freuen uns, dass du uns aufmischst. Es tut der Gemeinde gut, dass du viel Erfahrung mitbringst, aber auch einen Blick von außen, was sehr bereichernd ist“, erklärte Thon.

Verhey freute sich sichtlich über die Glückwünsche und die zahlreichen Gemeindemitglieder, die an diesem Tag ihren Weg in die Kirche gefunden hatten. „Toll, dass das alles so zusammenfällt“, erklärte er nach dem Gottesdienst. „Ich bin wirklich glücklich, hier zu sein. Das waren schöne drei Monate, die ich hier schon arbeite. Dabei habe ich viele nette Menschen kennengelernt, die mich auch als Theologen ernst nehmen“, so der neue Pfarrer. Er sei sehr angetan von der Arbeit in der Gemeinde und im Haus. Seit dem ersten März wohnt der Pfarrer nun auch in der Nähe. „Von Hersel bin ich in zehn Minuten hier. Ich finde es schön, die Leute jetzt auch beispielsweise beim Einkaufen zu sehen und nah dran zu sein“, erzählte Verhey.

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