Kita und Studierendenwohnheim in AlfterVorzeigeprojekte mit Wohlfühleffekt

Den Kita-Neubau in Modulbauweise ließ sich Ministerin Ina Scharrenbach (4. v. l.) genau erklären.
Copyright: Matthias Kehrein
Alfter – „Ich habe großes Interesse an neuen Bauweisen. Es braucht Mut, diese neuen Wege zu gehen. Alfter geht hier mit vielen Beispielen voran“, lobte gestern die NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) bei einem Besuch in der Gemeinde Alfter, wo sie unter anderem von Bürgermeister Rolf Schumacher, Landrat Sebastian Schuster und dem Landtags- und Kreistagsabgeordneten Oliver Krauß (alle CDU) sowie von Reimar Molitor, Vorstandsmitglied des Vereins Region Köln Bonn, begrüßt wurde.
In Alfter wollte sich die 45-Jährige zwei Vorzeigeprojekte ansehen, die derzeit in Holzbauweise entstehen. Seit einigen Jahren legen Politik und Verwaltung Wert darauf, bei öffentlichen Gebäuden sowie bei der Vergabe von privaten Investorenaufträgen größtenteils nachhaltige Baumaterialien zu verwenden. „Die Einsparung von Kohlendioxid ist ein großes Thema, daher müssen wir weniger mit Beton, sondern mehr mit Holz bauen. Holz wächst nicht nur bei uns vor der Haustür, sondern sorgt auch für ein anderes Wohlbefinden“, erklärte die Ministerin.
Neue Kindertagesstätte
Direkt neben dem Rathaus entsteht seit 2019 eine neue vierzügige Kindertagesstätte in vorgefertigter Modulholzbauweise, in der mit Beginn des Kita-Jahres 2022/23 65 Mädchen und Jungen, darunter zehn Unterdreijährige und eine integrative Gruppe, einziehen sollen. Rund 774 Quadratmeter stehen den Kindern dann zur Verfügung. Der Bau soll Ende März, Anfang April fertig sein. Gut ein Dreivierteljahr später als geplant, wie Projektleiter Sebastian Adams aus Niederzissen erklärte. Gründe für die Verzögerung waren der Rohstoffmangel und die damit verbundenen gestiegenen Preise für die Holzbeschaffung, aber auch coronabedingte Personalengpässe. Die Gemeinde als Trägerin der Einrichtung investiert in den Bau rund 4,4 Millionen Euro. Wegen der gestiegenen Materialkosten wurde die Kita rund 400 000 Euro teurer als ursprünglich veranschlagt. Laut Bürgermeister Schumacher sei die Warteliste bereits lang: „Das zeigt, der Bedarf ist da.“ Wichtig sei laut Oliver Krauß auch, dass die neue Kita auch ein attraktives Umfeld für die Erzieherinnen biete. Der Bedarf an Fachkräften sei bekannterweise überall sehr groß. Schumacher erklärte, dass die Gemeinde „großes Glück“ habe, Personal zu bekommen – nicht zuletzt wegen der attraktiven Kita. Reimar Molitor lobte, dass die Gemeinde nicht nur eins, sondern mehrere Projekte realisiere, die nachhaltig gebaut und geplant werden: „Es gibt wenige Kommunen, die so viele Vorbilder zeigen.“ Dieser Freude konnte sich Landrat Schuster nur anschließen. Architekt Stawros Chatzoudis aus Hürth hat diese Arbeit „sehr viel Spaß gemacht.“
Auch technisch ist der Bau auf dem neuesten Stand mit einer Photovoltaikanlage, zentraler Wärmeerzeugung mittels elektrischer Wärmepumpe plus Dachbegrünung.
Studierendenwohnheim
122 Appartements für Studentinnen und Studenten mit einer Gesamtwohnfläche von 2500 Quadratmetern entstehen derzeit neben dem Campus II der Alanus Hochschule an der Villestraße. Das Troisdorfer Investorenehepaar Eric und Sabine Schütz investiert in die Anlage 10 Millionen Euro. Bis auf wenige Restarbeiten ist der Bau fertiggestellt. Die Investoren ließen den Komplex ebenfalls nach nachhaltigen Aspekten errichten, gerade einmal 600 Kubikmeter Holz und 900 Kubikmeter Stahl wurden verbaut, der Rest entstand als Holzständerwerk. Strom erzeugt die Photovoltaikanlage auf dem Dach mit einem stationären Batteriespeichersystem, die Beheizung erfolgt per Wärmepumpe. Das Wohnheim trägt den Namen „Jaimee – Home on your way“. Die Bezeichnung greift die Nähe des Jakobsweges auf, der an Alfter vorbei nach Santiago de Compostela führt: „Wir beherbergen hier Studenten aus fünf Kontinenten, die von Alfter aus den Weg ins Berufsleben gehen und bei uns ein Zuhause finden, in dem sie sich wohlfühlen“, sagte Erich Schütz. Weitere Appartementhäuser im „Jaimee“-Stil möchten die Investoren künftig auch an anderen Standorten in der Region realisieren. Für Ina Scharrenbach ist das ein gutes Signal, dass künftig weitere Projekte dieser Art entstehen. Eric Schütz nutzte die Gelegenheit, der Ministerin mit auf den Weg zu geben, dass die Landesregierung den die Digitalisierung des Baugenehmigungsprozesses weiter verfolge. Scharrenbach erklärte, die Digitalisierung bei Baugenehmigungen solle in diesem Jahr abgeschlossen werden.
