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NaturschutzFreiwillige schaffen mehr Lebensraum für die Wildkatze im Bad Honnefer Stadtwald

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Ein Mann mit Helm und Gesichtsschutz schneidet eine Waldfläche frei.

Brombeeren wurden mit dem motorgetriebenen Freischneider entfernt.

Einen Beitrag zum Schutz des Lebensraums für die Wildkatze leisteten Helfer bei einer Aktion des BUND im Bad Honnefer Stadtwald.

Zu einem Freiwilligeneinsatz im Siebengebirge hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) NRW nach Aegidienberg eingeladen, um aktiv zum Schutz der Wildkatze und ihrer Lebensräume beizutragen. Insgesamt 15 freiwillige Helfer fanden sich zusammen mit Georg Pieper, Förster der Stadt Bad Honnef, und Katharina Stenglein, Projektkoordinatorin Wildkatze beim BUND NRW, am Wanderparkplatz an der Servatiuskapelle ein, um von dort in Fahrgemeinschaften zum Einsatzort aufzubrechen.

Die „Maßnahmenfläche“ hatte eine Gesamtlänge von einem knappen Kilometer und eine Breite zwischen fünf und 15 Metern, die zu bearbeiten war. Wichtig war es, die gesetzten Heckenpflanzen von Adlerfarn und anderer schnell wachsender Begleitvegetation zu befreien, damit sich die Pflanzen besser entwickeln können. Während der Adlerfarn durch Umknicken bearbeitet werden konnte, wurden Brombeeren oder Schlingpflanzen komplett beseitigt, damit die Hecke wieder Licht und Raum bekommen konnte.

Wildkatzen brauchen auch Offenlandflächen für die Mäusejagd

„Wildkatzen brauchen Strukturvielfalt“, erläuterte Katharina Stenglein. „Das bedeutet, dass man Bäume und Sträucher verschiedener Höhen und unterschiedlichen Alters sowie einige Bodenstrukturen wie liegendes oder auch stehendes Totholz benötigt, weil Wildkatzen neben dem Wald auch Offenlandflächen für die Mäusejagd brauchen.“

Ein Mann und eine Frau zeigen zwei Schilder.

Katharina Stenglein vom BUND und Revierförster Georg Pieper zeigen Schilder, die demnächst am Stellweg aufgestellt beziehungsweise an Wandertafeln angebracht werden.

Die Stadt Bad Honnef verzichtet auf dieser Fläche nun auf forstliche Nutzung und fördert mit dem Wildkatzenprojekt des BUND nun eine strukturreichere Flächenentwicklung für Wildkatze und andere Arten. Nachdem nun die Fläche grundlegend bearbeitet wurde, gilt es, im Herbst zu überprüfen, ob eine Nachbehandlung notwendig ist. Auf jeden Fall wird im nächsten Frühjahr oder Sommer ein weiterer Einsatz auf der Fläche erfolgen. „Es hat viel Spaß gemacht, mit der total motivierten Gruppe zusammenzuarbeiten“, zog Katharina Stenglein ein Resümee und freut sich schon auf künftige Arbeitseinsätze.

Im August vorigen Jahres hatte der Landesverband NRW des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) nach einem Monitoring, das unter der Federführung von Katharina Stenglein und Revierförster Jens Merzbach stattgefunden hatte, mitgeteilt, dass es im Siebengebirge mehr Wildkatzen gibt als erwartet. Mindestens 25 Wildkatzen habe man in der Region nachweisen können, darunter 21 Männchen (Kuder), drei Weibchen und ein Tier mit unbekanntem Geschlecht, hieß es im August.

Die Europäische Wildkatze ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt, sie steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. In der Region kommt sie unter anderem auch im Nationalpark Eifel vor.