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In der CityKreissparkasse investiert in Bad Honnef in eine moderne Filiale und neue Wohnungen

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Die Filiale der Kreissparkasse Köln in der Bad Honnefer Innenstadt.

„Exponierte Lage in der Innenstadt“: Die Kreissparkasse will in die Häuser Hauptstraße 34 bis 38 investieren.

Die Kreissparkasse Köln will in ihre Immobilien in Bad Honnef investieren. Es geht um eine „exponierte Lage“ in der Innenstadt.

Es ist eine der prominentsten Stellen in der Bad Honnefer City. Von einer „exponierten Lage im Innenstadtkern“ spricht die Stadtverwaltung und meint die drei Gebäude Hauptstraße 34 bis 38, die alle der Kreissparkasse Köln (KSK) gehören. Sie hat dort die zentrale Bad Honnefer Geschäftsstelle und ihre Immobilienbüros untergebracht, zudem ist dort die Hirsch- Apotheke angesiedelt.

Die Verwaltung habe „Kenntnis erlangt über Planungsbestrebungen hinsichtlich der Gebäude Hauptstraße 34 bis 38“, hieß es jüngst im Planungsausschuss. Der beschloss einstimmig, „frühzeitig“ Gespräche mit dem Eigentümer und dessen Projektentwickler zu führen. Es geht ihm um eine „ortsbildverträgliche Baukonzeption“ und den Erhalt historischer Bausubstanz.

Kreissparkasse führt derzeit Gespräche mit der Stadt Bad Honnef

Was die Kreissparkasse an der Hauptstraße und der Ecke zur Weyermannallee konkret plant, verrät sie auf Anfrage dieser Zeitung noch nicht. „Wir beabsichtigen, umfänglich in die Entwicklung unseres Filialstandortes Bad Honnef in der Hauptstraße zu investieren“, teilte ein Sprecher auf einen Fragenkatalog hin mit.

„Unsere Vorstellung ist es, neben Gewerbeflächen im Erdgeschoss für eine moderne Sparkassenfiliale auch neuen Wohnraum in den oberen Geschossen zu schaffen. Dazu befinden wir uns derzeit in Gesprächen mit der Stadt.“ Aus städtebaulicher Sicht gehört das Areal in den Kontext des integrierten Handlungskonzepts für die Innenstadt aus dem Jahr 2018.

Denn dort sind nahe der Kreissparkassen-Gebäude als Maßnahmen unter anderem eine gemischte Bebauung auf dem heutigen Parkplatz Weyermannallee (quasi die Kurhausrückseite) sowie eine Fußwegverbindung vom Parkplatz Luisenstraße zur Weyermannallee genannt. Wobei auf dem Parkplatz Luisensstraße auch Wohnbauten (inklusive geförderter Wohnungsbau) errichtet werden sollten. Die heutigen Parkplätze könnten in einer Tiefgarage untergebracht werden.

Die Weyermannallee und die anschließende Giradetallee selbst sollen umgestaltet, grüner und zum „Boulevard“ werden. „Um die Innenstadt näher an den Rhein zu rücken, ist die Entwicklung einer neuen Verbindungsachse über die Weyermannallee und Giradetallee geplant“, heißt es im Maßnahmenplan des Entwicklungskonzepts.

Neuer Bahnhof in Bad Honnef soll noch dieses Jahr gebaut werden

Inzwischen plant die Stadt im Zuge des Bahnhofsneubaus durch die Deutsche Bahn in Höhe der Stadtbahnlinie 66 eine Fußgängerbrücke vom Ende der Giradetallee über die Bundesstraße 42 zum neuen Haltepunkt. Als das Entwicklungskonzept 2018 beschlossen wurde, galt beides – ein neuer Bahnhof und die neue Brücke – als ferne Vision. 2023 wurde überraschend bekannt, dass die Bahn den neuen Haltepunkt tatsächlich baut – während der Sperrpause im zweiten Halbjahr 2026 soll er Wirklichkeit werden.

Der Regionalverband Unteres Mittelrheintal des Architekturvereins Stadtbild Deutschland hat unterdessen mit Blick auf die Kreissparkassenpläne „einen gestalterischen und nachhaltigen Impuls für die mögliche Weiterentwicklung“ der heutigen Geschäftsstelle Hauptstraße 38 vorgelegt. Der Standort sei städtebaulich besonders prägend, schreibt Thomas Napp in einer Pressemitteilung.

Ein Entwurf für ein Gebäude mit bogenförmigen Schaufenstern.

Entwurf mit „klassisch-moderner Fassadengestaltung.“

„Historische Aufnahmen zeigen, dass an dieser Stelle ursprünglich ein Gebäude stand, das durch klare Proportionen, hochformatige Fenster und eine ruhige Putzfassade im Stil der Gründerzeit gekennzeichnet war.“ Dies greife der Entwurf des Vereins auf. Vorgesehen sei eine klassisch-moderne Fassadengestaltung mit glatten Putzflächen, hochformatigen Sprossenfenstern und einer neu gegliederten Erdgeschosszone mit bogenförmig ausgebildeten Schaufenstern.

Ziel sei ausdrücklich keine Rekonstruktion, sondern eine gestalterische Neuordnung, die sich an der historischen Stadtstruktur orientiere und zugleich zeitgemäßen Anforderungen gerecht werde. „Kern des Konzepts ist der vollständige Erhalt des bestehenden Betonkerns des heutigen Gebäudes.“

Damit solle bewusst auf einen Abriss verzichtet und stattdessen die im Baukörper gebundene „graue Energie“ erhalten werden. „Gerade bei Gebäuden der 1960er- und 1970er-Jahre liegt ein großes, oft unterschätztes Potenzial für nachhaltige Weiterentwicklung im Bestand“, erklärt der Regionalverband. „Nicht immer muss die Abrissbirne die erste Option sein.“