100 Kilometer bis SantiagoBad Honnefer Ultraläufer bei Spendenlauf auf Zielgeraden

Talisman „Tiger“ ist immer mit dabei: am Stadttor des Pilgerortes St. Jean Pied de Port
Copyright: Fotos: Volker Brusius
Bad Honnef – Der Spendenlauf von Volker Brusius, der in Bad Honnef seinen Anfang nahm und ihn durch Frankreich bis nach Santiago de Compostela in Spanien führt, neigt sich dem Ende zu. Keine 100 Kilometer trennen den Ultraläufer an Tag 63 seine Reise nun noch von jenem Pilgerort, an dem sich angeblich das Grab des Apostels Jakobus befindet.
„Das Ziel, Santiago nach 60 Tagen und 60 Marathons zu erreichen, habe ich nicht geschafft. Könnte jetzt spekulieren, was wäre wenn“, schreibt der 47-jährige Bad Honnefer in seinem Facebook-Tagebuch und spielt damit auf eine Verletzung seines Sprunggelenkes an, die ihn – zumindest zu einer kurzzeitigen – Ruhepause gezwungen hatte. Das war nach rund 2000 zurückgelegten Kilometern, also mehr als 400 Kilometer vor dem Ziel Santiago de Compostela. „Tag 53 war so richtig schlecht“, erklärt Brusius, und weiter: „Nach sechs Kilometern zum Arzt geschlichen und die Ursache herausgefunden. Stauchung des Sprunggelenks als Folge eines Fehltritts gegen einen Stein, im Anschluss, weil erstmal nichts weh tat, wohl zu viel gelaufen.“
Aber nach wochenlanger sportlicher Höchstleistung plötzlich einfach die Füße stillhalten? Für den erfahrenen Läufer kein leichtes Unterfangen. „Da läuft man sieben Wochen lang täglich im Schnitt einen Marathon und soll dann gar nichts machen. Das machen Kopf und Körper nicht mit, von 100 auf 0, das braucht ein paar Tage, jedenfalls bei mir. Deshalb konnte ich nach einem Ruhetag nicht mehr und musste mich bewegen“, so der 47-Jährige. Nach nur einem Tag Pause ging es für Volker Brusius deshalb – gezwungenermaßen – vorerst wandernd weiter.
Einige Tage später in Laufschritt
Nach zwei 37-Kilometer-Etappen und einem Halbmarathon ging es an Tag 58 schließlich mit 23 Kilometern schon wieder „nahezu schmerzfrei“ weiter. Einige Tage später konnte er wieder in den Laufschritt wechseln, was hervorragend funktioniert habe, wie Brusius schreibt, und hat schließlich die autonome Region Galicien erreicht, deren Hauptstadt Santiago de Compostela ist. „Je näher Galicien kam, umso grüner die Landschaft und zum Schluss wunderbare Trails, wenn auch gut steil zwischendrin“, befand der Ultraläufer an Tag 62 seiner Reise in seinem Tagebuch.
Zuletzt, an Tag 63 und nach insgesamt 2387 gelaufenen Kilometern, machte Brusius in Portomarin Halt – und passierte auf dem Weg dorthin jenen 100-Kilometer-Stein, der die Zielgeraden für seinen Spendenlauf einläutete. Läuft alles nach Plan, erreicht der Bad Honnefer wohl am Wochenende sein Ziel. Weitere Informationen zum Spendenlauf gibt es im Reise-Tagebuch auf Facebook.
