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Besucherrekord beim Martini-MarktVerkehrschaos in Bad Honnef trotz Sicherheitskonzept

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Flammlachs und Glühwein verkauften sich auch bei lauen Herbsttemperaturen gut. Viele schätzen die besondere Atmosphäre des Marktes.

Flammlachs und Glühwein verkauften sich auch bei lauen Herbsttemperaturen gut. Viele schätzen die besondere Atmosphäre des Marktes.

Bad Honnef – Liebevoll rückte Peter Schäfer seine flauschigen Schätzchen immer wieder zurecht: Der Geschenkartikelhändler gehörte mit seinen Kuscheltieren und Puppen zu den 119 Ständen, an denen sich an diesem Wochenende wieder die Besucher des Martini-Marktes drängten. Mit rund 70 000 Besuchern brach der Herbstmarkt in diesem Jahr wohl alle Rekorde, vermutete Veranstalter Jürgen Kutter. Dem konnte auch ein kleiner Regenschauer am Freitagabend keinen Abbruch tun.

Bei lauen Temperaturen genossen die ersten Glühwein und Flammlachs, während Andere sich noch an den zahlreichen Weinständen vergnügten oder einfach in den vielen handwerklichen Artikeln stöberten. Ein antiker Crêpes-Stand, Absinth aus einem kleinen Wägelchen, ein mittelalterliches Theater vor Sankt Johann Baptist oder das kleine Riesenrad einige Meter weiter sorgten dabei gemeinsam mit bunter Beleuchtung und Musik für die ganz besondere Atmosphäre, die den Martini-Markt in jedem Jahr erfüllt. „Ohne die vielen Händler und die Zusammenarbeit mit der Stadt, den Rettungsdiensten und der Politik wäre das alles nicht möglich“, betonte Kutter. Im Mittelpunkt stehe dabei vor allem die Vielfalt der Stände, bei der der ansässige Einzelhandel dennoch berücksichtigt werde. Und während die Erwachsenen schon die ersten Weihnachtsgeschenke shoppten, freuten sich die Kinder über Zauberer, Stelzenläufer, ein Holzriesenrad und einen kleinen Streichelzoo.

Für Peter Schäfer machen vor allem die Besucher die Besonderheit des Honnefer Herbstmarktes aus: „Das Publikum unterscheidet sich vollkommen von dem an anderen Orten“, erklärte er, alle seien viel freundlicher und würden die hohe Qualität seiner Waren mehr wertschätzen.

Rund 200 Knöllchen vom Ordnungsamt

Doch auch ein Problem ist jedes Jahr größer als anderswo: Der Abschlepp- und Bergedienst Zurstrassen aus Königswinter musste auch in diesem Jahr eine Handvoll Autos abschleppen. Zusätzlich gab es rund 200 Knöllchen, berichtete Marcel Gilbert vom Ordnungsamt. Problematisch war es vor allem in der Weyermannallee, wohin die großen Busse umgeleitet wurden und durch Falschparker nicht mehr abbiegen konnten. Aber auch in der Quellenstraße, wo nach den Erfahrungen im vergangenen Jahr – Falschparker behinderten den Rettungsdienst – besonders darauf geachtet wurde, dass die Rettungswege frei waren.

In diesem Jahr gab es außerdem extra ein neues Konzept: Von sieben Parkplätzen aus fuhren acht Shuttlebusse die vielen Besucher in die Innenstadt. Und auch, wenn das Angebot teilweise angenommen wurde, gab es dennoch die unzähligen Unbelehrbaren, die im Halteverbot fußläufig zum Martini-Markt parkten oder für Verkehrschaos rund um die Innenstadt sorgten. „Ich verstehe das nicht“, erklärte Kutter, es gebe doch nichts Ärgerlicheres, als nach dem Besuch des Marktes das Auto nicht mehr zu finden.

Ein Bad Honnefer konnte dem nur zustimmen: „Wir kommen aus Bad Honnef und nutzen dennoch den Shuttle-Service – sogar mehrmals täglich, seit der Markt gestartet ist“, erzählte er. Es sei soviel praktischer beispielsweise am Rhein zu parken und kostenlos zum Martini-Markt gebracht zu werden, als aufwendig nach einem Parkplatz zu suchen.

Markus Wißkirchen hingegen kommt mit seiner Frau jedes Jahr extra aus Altenberg nach Bad Honnef zum Martini-Markt. „Wir freuen uns vor allem über die Atmosphäre rund um die Kirche. Der Blick vom Marktplatz hoch ist schlichtweg schön“, erzählte er. Vor allem das Sortiment und die vielen ausgefallenen Speisen und Getränke seien etwas ganz Besonderes für einen solchen Herbstmarkt.

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