Neues KonzeptGeplante FreiRaum Schule stößt bei der Politik in Bad Honnef zum Teil auf Skepsis

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Ein Gebäude der Internationalen Hochschule Bad Honnef mit einem verglasten Eingangsfoyer..

In diesem Gebäude an der Linzer Straße will die FreiRaum Schule ihren Betrieb starten. Die Studentenwohnheime (im Hintergrund) sind laut Gründungsteam bei dem Projekt zunächst außen vor.

Das Gründungsteam hat sein Projekt FreiRaum Schule im Bad Honnefer Schulausschuss vorgestellt – und stieß teils auf Skepsis.

Zum Teil mit einem gewissen Maß an Skepsis wird in der Bad Honnefer Kommunalpolitik der geplante Start der Freiraum-Schule aufgenommen. „Bereicherung oder Konkurrenz?“, brachte Ratsfrau Gabriele Clooth-Hoffmeister (Fraktion Grün und Sozial) die Sorgen auf den Punkt, als das Projekt am Dienstag im Ausschuss für Bildung und Sport vorgestellt wurde.

„Die Einrichtung solle eine Ergänzung und eine Bereicherung sein. Die Schule ist sehr außergewöhnlich“, sagte Hiltrud Triphaus, die mit Vanessa Dech, Tina Aghajani und Hans Flinkerbusch, Gründungsrektor der Offenen Schule Köln (OSK), das Konzept präsentierte.

Staatlich anerkannte Ersatzschule

Die staatlich anerkannte Ersatzschule in freier Trägerschaft soll schon zum Schuljahr 2024/2025 in einem Gebäude der Internationalen Hochschule (IU) ihren Betrieb aufnehmen. Die Hochschule verlässt Bad Honnef bis 2028 und geht nach Bonn.

Laut Tina Aghajani, die mit Vanessa Dech Geschäftsführerin der Trägergesellschaft wird, soll voraussichtlich im dritten Jahr des Bestehens das historische St.-Anno-Gebäude an der Mülheimer Straße bezogen werden. Die beiden Studentenwohnheime, die ebenfalls auf dem Gelände der heutigen IU stehen, seien zunächst außen vor.

Maximal 450 Schüler soll die neue Schule am Ende haben. Gestartet werde mit den Jahrgangsstufen fünf bis sieben. Die Schule sei „inklusiv und offen für alle Kinder und Jugendlichen mit unterschiedlichen Begabungen, Fähigkeiten, Voraussetzungen und Interessen“, hieß es in der Präsentation.

Träger werde eine gemeinnützige GmbH, zu deren Gesellschaftern die Jugendfarm Bonn gehören werde. Finanziert werde die Schule zu 87 Prozent vom Land, 13 Prozent müssten die Eltern über freiwillige Beiträge aufbringen. An der Offenen Schule Köln liege der Monatsbetrag im Schnitt bei 130 Euro, sagte Flinkerbusch.

Altersgemischte Gruppen vorgesehen

Zu den Besonderheiten gehören laut Konzept unter anderem individuelle Lernpläne für jeden Schüler und altersgemischte Gruppen in den Jahrgängen fünf bis sieben und acht bis zehn und der Oberstufe. Alle Abschlüsse bis zum Abitur seien möglich.

Vieles jedoch von dem, was die künftige Freiraum-Schule bieten wolle, gebe es in Bad Honnef bereits, entgegnete die Leiterin der Montessori-Grundschule, Nicola Kiwitt. Zudem sei der Lehrermarkt leer gefegt, besonders gelte das für Sonderpädagogen. Und für die vergleichsweise kleine Stadt Bad Honnef sei die Schulvielfalt schon jetzt groß. Auch sie sprach von einer Konkurrenzsituation.

Stadt Bad Honnef hat „keinerlei Einfluss“ auf IU-Nachnutzung

Elke Buttgereit (CDU) erinnerte zudem daran, dass die Gebäude der Internationalen Hochschule als Ausweichquartier für das städtische Siebengebirgsgymnasium im Gespräch gewesen seien, wenn die Schule umfassend saniert und erweitert werde.

Der Erste Beigeordnete Holger Heuser stellte indes klar, dass der Platz in den IU-Gebäuden dafür wohl nicht ausreiche und sie „als Alternative für das Sibi nicht zum Tragen kommen“. Im Übrigen habe die Stadt auf das Verfahren „keinerlei Einfluss“. Die Gebäude sind in Privatbesitz, schon die IU hatte sie nur gemietet.

Wenn die Schule komme, müsse sie auch bleiben, forderte unterdessen Jochen Agte (Grüne). Zuletzt habe man „mit freien Trägern schlechte Erfahrungen gemacht“, sagte der Ausschussvorsitzende mit Blick auf die Schließung des Franziskus-Gymnasiums auf Nonnenwerth.