Erster Entwurf vorgestelltSportplatz wird für Wohnbauprojekt in Bad Honnef abgerissen

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Soll bebaut werden: Der Sportplatz der Gesamtschule St. Josef (im Hintergrund die Villen an der Königin-Sophie-Straße). (Archivfoto)

Bad Honnef – Die Aussage war eindeutig: „Der Sportplatz wird nächstes Jahr im August abgerissen“, sagte Peter Thein vom Kölner Erzbistum im Planungsausschuss. Dort stellten er sowie sein Kollegen Jörg von Lonski und die Kölner Architektin Regina Leipertz erste Ideen (laut Thein eher eine „Studie“) für eine Wohnbebauung vor, die auf dem bisherigen Sportplatz der Erzbischöflichen Gesamtschule St. Josef geschaffen werden soll.

Das Projekt ist politisch umstritten. Ein gemeinsamer Antrag von Grünen, SPD und FDP, wonach die Verwaltung die entsprechende Aufstellung des Bebauungsplans stoppen sollte, wurde laut Fabiano Pinto, Geschäftsbereichsleiter Städtebau, aber am Abend zunächst vertagt.

Sportplatz sei marode und werde nicht mehr benötigt

Die Vertreter des Bistums machten deutlich, dass die Kinder und Jugendlichen der für 30 Millionen Euro neu gebauten Gesamtschule (die neue Dreifachturnhalle entsteht zurzeit) heute deutlich mehr Schulhofflächen als bisher zur Verfügung hätten. Auch für den Sportunterricht gebe es durch die neue Halle und ein Außensportfeld genug Platz.

Keine Bebauung des Hockeyplatzes

Die Verwaltung soll die Planung für eine Bebauung des städtischen Hockeyplatzes, auf dem nach dem Willen von Bürgermeister Otto Neuhoff bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden soll, nicht weiterverfolgen. Das beschloss der Planungsausschuss auf Antrag von Grünen, SPD und FDP bei Enthaltung von CDU und Bürgerblock sowie einer Gegenstimme der CDU. Die Stadt könne, so Fabiano Pinto, Geschäftsbereichsleiter Städtebau auf Anfrage, mithin an dem Projekt nicht weiterarbeiten. Die Antragsteller wollten u.a. die Sportmöglichkeiten für den Hockeyclub erhalten wissen. (csc)

Der zur Schule gehörende Sportplatz an der Königin-Sophie-Straße, den Kritiker des Wohnbauprojekts erhalten wollen, sei „eigentlich total marode“ (von Lonski). Die für eine Sanierung nötigen Investitionen könne das Bistum nicht leisten.

Die von Regina Leipertz (LK Architekten) erläuterten ersten Entwürfe mit dem Arbeitstitel „Neues Wohnen in Bad Honnef“ sehen drei L-förmige Gebäude vor, die sich jeweils um einen Innenhof gruppieren, die „Orte der Begegnung“ werden sollen. Während die politische Vorgabe im Bebauungsplanverfahren bislang eine „maximal zweigeschossige Bebauung“ vorsieht, haben die Entwürfe drei Geschosse. Laut Leipertz bleibt man mit der Gebäudehöhe aber deutlich unter der der gegenüberliegenden Gründerzeitvillen, die prägend sind für die Königin-Sophie-Straße.

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Unter die Neubauten kommt laut Entwurf eine Tiefgarage mit etwa 50 Stellplätzen. Insgesamt rund 36 Wohnungen – ausdrücklich für Normalverdiener und Familien – sollen entstehen. 20 Prozent der Flächen sollen Fünf-Zimmer-Wohnungen und 40 Prozent 4-Zimmer-Wohnungen werden.

Die Bistumsvertreter mussten eine Reihe kritischer Fragen beantworten und stellten dabei klar, dass die bisherigen Sportplatzflächen nicht in die Hände von Investoren gelangen würden, die am Ende doch Luxuswohnungen statt bezahlbaren Wohnraum schaffen könnten. Jörg von Lonski: „Das Bistum wird selbst bauen. Wir werden die Flächen nicht verkaufen.“

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