Open-Air-Festival auf GrafenwerthTausende kamen zu „R(h)einspaziert“

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Spot an! Ihre Handylichter ließen die Besucher von „R(h)einspaziert“ leuchten. 

Bad Honnef – Nils von Schlichting hatte es sich mit der Familie auf mitgebrachten Klappliegestühlen bequem gemacht und ein paar Snacks mitgebracht. Es sei das erste Mal, dass sie ein Volksfest auf der Insel Grafenwerth mitmachten, sagte von Schlichting, während auf der Bühne weiter vorne gerade die Jungs der Band „StadtRand“ die Besucher des Open-Air-Festivals „R(h)einspaziert“ zum Mitsingen animierten. Er genieße es, so viele Menschen zu erleben, sagte von Schlichting, der vor einem Jahr von Bonn nach Bad Honnef gezogen ist und das vom Stadtjugendring organisierte Festival als gute Alternative zur einstigen Bonner Rheinkultur erlebte, wie er sagte.

Geschätzt 4000 bis 5000 Besucher

Es werden mehrere Tausend – der Stadtjugendring schätzt zwischen 4000 und 5000 – Besucher gewesen sein, die wie von Schlichting im Laufe des Tages auf die Insel zum Umsonst-und-draußen-Festival „R(h)einspaziert“ kamen, das nach zwei Jahren Corona-Pause zurückkehrte und das am Nachmittag mit einem Familienfest begonnen hatte. Die einen tummelten sich direkt vor der Bühne, andere nutzten Bierbänke und wieder andere hatten Decken auf der Insel-Wiese ausgebreitet.

„Ihr seid so unglaublich viele!“, rief Moderator Roman Gisbertz, als er um 22.15 Uhr den Topact Kasalla ankündigte. Und die Kölschrocker, die im Juni vor 41 000 Menschen im Kölner Rheinenergiestadion gespielt hatten, trafen gleich mit dem ersten Song „Alle Jläser huh“ die Stimmung des Publikums, das begeistert mitsang und das zuvor den Rapper „Mo-Torres“ erst nach zwei Zugaben von der Bühne hatte gehen lassen. „Wir brauchen Rhythmus von Euch!“ hatten davor „StadtRand“-Sänger Roman Lob die Besucher zum Mitmachen aufgefordert. „Uns jeht et joot“, so der Titel der aktuellen Single, fanden offenbar auch die „R(h)einkultur“-Gäste.

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Die mussten unterdessen an den sechs Bon-Kassen einiges an Geduld aufbringen, weil sich lange Schlangen bildeten. Das habe er noch nicht erlebt, sagte Marcelo Peerenboom vom Stadtjugendring, der schon bei der ersten Auflage des Festivals 1992 dabei war, das bis heute komplett ehrenamtlich organisiert wird und sich aus dem Getränkeverkauf finanziert. „An der Kasse dauert es aktuell schon mal länger...“, postete der Stadtjugendring auf Facebook und dankte für die Geduld.

20 Vereine und Organisationen präsentierten beim Familienfest am Nachmittag bei großer Hitze sich und ihre Arbeit. Darunter waren etwa der Hockey-Club, der Kindern eine kleine Einführung in den Sport ermöglichte, oder der TV Eiche, dessen Circus Piccolini zum Mitmachen einlud. Im Bereich des Insel-Cafés standen Feuerwehr und Rettungsdienst für den Notfall parat, bis gegen 21 Uhr waren laut Jens Koelzer vom DRK Bad Honnef etwa 30 kleinere Hilfeleistungen nötig, beispielsweise wegen Wespenstichen oder Kreislaufproblemen.

Kontrolle der Umweltauflagen durch den Kreis

Vor dem Hintergrund des Rechtsstreits über die Insel-Konzerte, in dessen Strudel auch „R(h)einspaziert“ geraten war, überprüfte Christoph Rüter von der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises vor Ort, ob die Auflagen eingehalten wurden, die dem Stadtjugendring wegen des Naturschutzes gemacht worden waren. Zu Ergebnissen wollte sich Rüter gegenüber dieser Zeitung am frühen Abend zunächst nicht äußern. Augenscheinlich missachteten aber nur sehr wenige Besucher die Absperrung der Wege und Flächen auf der östlichen, dem alten Rheinarm zugewandten Inselseite.

Moderator Roman Gisbertz sah sich gleichwohl am späten Abend zu dem Appell veranlasst, das „Wildpinkeln“ doch bitte zu unterlassen. Aber die vom Kreis gesetzte Frist 23.30 Uhr, zu der die Musik enden musste, hielt der Veranstalter laut Peerenboom ein. Um 23.26 Uhr sei Schluss gewesen.

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