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Zoo NeuwiedWarum der Rote Panda „Flynn“ in die schottischen Highlands flog

4 min
Ein Roter Panda auf einem Baum.

Schlafen oft auf Bäumen: Ein Roter Panda im Zoo Neuwied.

Das im Zoo Neuwied geborene Rote-Panda-Männchen „Flynn“ ist vor Kurzem umgezogen. Er soll in Schottland für Nachwuchs sorgen.

Das im Zoo Neuwied geborene Rote-Panda-Männchen „Flynn“ ist vor Kurzem umgezogen. Seine neue Heimat liegt in Schottland. Dort solle für Nachwuchs sorgen und zum Erhalt seiner Art beitragen, wie der Tierpark dieser Tage mitteilte.

Zum Hintergrund: Der Zoo Neuwied beteiligt sich aktiv an der Zucht und am Schutz bedrohter Tierarten. Eine davon ist der Rote Panda, auch Kleiner Panda oder Katzenbär genannt. Da sein Bestand im natürlichen Lebensraum stark zurückgegangen ist, gilt der Rote Panda laut Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet und Maßnahmen zum Erhalt dieser Tierart sind besonders wichtig.

Verlust des natürlichen Lebensraums die größte Gefahr für den Roten Panda

Eine der größten Gefahren für den Roten Panda ist der Verlust seines natürlichen Lebensraumes. Durch den Bau von Straßen, die Abholzung von Wäldern und den steigenden Bedarf an Feuerholz werden seine Lebensräume zerstört oder zunehmend zerschnitten. Auch Wilderei stellt in einigen Regionen weiterhin ein Problem dar. In Teilen Indiens beispielsweise trägt außerdem der zunehmende Tourismus zur Veränderung des Lebensraumes bei.

Der Zoo Neuwied ist Mitglied der EAZA (European Association of Zoos and Aquaria). Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Zoos und die Führung von Zuchtbüchern kann genau nachvollzogen werden, welche Tiere miteinander verwandt sind. So lassen sich geeignete Zuchtpaare auswählen und die genetische Vielfalt der Population bleibt erhalten.

Durch diese koordinierten Zuchtprogramme konnte der Bestand des Roten Pandas in menschlicher Obhut über die Jahre deutlich vergrößert werden, so der Tierpark in Neuwied. Gleichzeitig setzt sich das „Red Panda Network“, das unter anderem durch Zoos finanziert wird, für den Schutz des Lebensraumes der Roten Pandas ein. Ein Beispiel für ein erfolgreiches internationales Zuchtprogramm ist das im Zoo Neuwied geborene Rote-Panda-Männchen „Flynn“.

Vor Kurzem hat „Flynn“ im Highland Wildlife Park der Royal Zoological Society of Scotland (RZSS) ein neues Zuhause gefunden. Dort soll er künftig im Rahmen des europäischen Zuchtprogramms für Nachwuchs sorgen. Dass Tiere aufgrund von Zuchtprogrammen zwischen Zoos umziehen, ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Bei „Flynn“ gab es jedoch einige Besonderheiten: Er wurde per Flugzeug nach Schottland transportiert.

Ein roter Panda ist einer Transportkiste.

„Flynn“ in der Transportkiste auf seinem Weg nach Schottland.

Der Transport wurde vom Hessischen Rundfunk begleitet und für die Serie „Mittendrin – Flughafen Frankfurt“ gefilmt. Dabei wird gezeigt, wie solch ein Tiertransport abläuft und welche besonderen Herausforderungen dabei zu bewältigen sind. Eine Besonderheit war, dass das Transportunternehmen eine eigene Kiste mitgebracht hatte, die speziell für den Transport im Flugzeug gebaut worden war. Die Dokumentation soll nach Angaben des Neuwieder Zoos voraussichtlich Ende des Jahres zu sehen sein.

Der Rote Panda ist hervorragend an kühle und feuchte Lebensräume angepasst und lebt vor allem in Mischwäldern der Hügel- und subalpinen Regionen. Während des Tages ruhen und schlafen sie häufig in der Natur auf Bäumen, beispielsweise in Astgabeln oder Baumhöhlen. Im Zoo Neuwied mögen sie daher die Klettermöglichkeiten, die die Tierpfleger für sie anfertigen, besonders gerne. Zusätzlich sind sie zu ihren Fütterungszeiten sehr aktiv. Rote Pandas leben meist als Einzeltiere oder in kleinen Mutterfamilien.

Panda-Weibchen „Laya“ soll im Herbst einen neuen Partner bekommen

Aktuell lebt das Rote Panda Weibchen „Laya“ alleine im Gehege, sie soll voraussichtlich im Herbst einen neuen Partner bekommen. Die Nahrung des Roten Pandas besteht zu etwa 80 bis 90 Prozent aus pflanzlicher Kost. „Eigentlich sind Rote Pandas Allesfresser, dennoch fresse sie am liebsten Bambus“, schmunzelt Tierpflegerin Julia Völkel. „Von uns bekommen sie deswegen Bambusbällchen, die mit tierischen Eiweißen versetzt sind und Bambuspellets. Zusätzlich bekommen sie den Bambus aber auch einfach ins Gehege gestellt, wo sie sich dann selber dran bedienen können. Und ein ganz klein wenig Gemüse.“

Zoos können durch erfolgreiche Zuchtprogramme, internationale Zusammenarbeit und Bildungsarbeit einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Roten Pandas leisten. Der Umzug von Flynn nach Schottland zeigt, wie Zoos über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten, um die genetische Vielfalt zu erhalten und die Zukunft bedrohter Tierarten zu sichern. (eb/csc)

Wer die Roten Pandas selbst beobachten möchte, hat die besten Chancen montags und mittwochs um 16 Uhr während der kommentierten Fütterung oder dem medizinischen Training.