Neuwied – Der Wolf wird als Wildtier in Deutschland zunehmend wieder heimisch. In Rheinland-Pfalz wurden im vergangenen Jahr mehrere Wölfe gesichtet, darunter auch eine Wolfsfamilie. Das hat die Auswertung mehrere Fotos ergeben, die dem Umweltministerium Rheinland-Pfalz nun vorliegt.
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Dabei handelt es sich unter anderen um eine Aufnahme aus dem Landkreis Neuwied, die eine Wölfin mit fünf Jungen zeigt. Die Auswertung eines Nachweises bei einem Autounfall im Dezember im Westerwald steht noch aus. Das angefahrene Tier konnte nicht aufgefunden werden, Haarproben wurden sichergestellt und sind beim Frankfurter Senckenberg-Institut in der Analyse.
Zwei sesshaften Fähen im Westerwald
In den Landkreisen Altenkirchen und Neuwied geht das Ministerium weiterhin von zwei sesshaften Fähen aus – den beiden einzigen Wölfen, die in Rheinland-Pfalz resident sind. Ob es sich bei dem Muttertier der Wolfsfamilie um eine der beiden Wölfinnen handelt, kann anhand des Bildmaterials allerdings nicht bestimmt werden, dazu sei eine DNA-Analyse notwendig, wofür Speichel- oder Kotspuren oder das Tier selbst gefunden werden müssen.
Die Bilder sind im Spätsommer/Frühherbst und Ende Dezember entstanden. Die Bestätigung kann erst jetzt ausgesprochen werden, da die Bilder nicht sofort von den Urhebern übermittelt wurden.
Wolfsmonitoring in Rheinland-Pfalz
Das Wolfsmonitoring wird von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft (FAWF) durchgeführt. Werden genetisch verwertbare Spuren, zum Beispiel Kot oder Speichel bei Wildtier- oder Nutztierrissen, oder Wolfskadaver aufgefunden, werden diese vom Senckenberg-Institut ausgewertet und nach Möglichkeit das jeweilige Individuum bestimmt. Dies erhält dann eine individuelle Nummer, die stets mit „GW“ für Grauwolf beginnt, „m“ am Ende steht für „male“ (männlich), „f“ für „female“ (weiblich). Auch der Bund unterhält eine Dokumentations- und Beratungsstelle zum Thema Wolf.
Zur Unterstützung des Wolfsmonitorings können Fotos und Filme mit genauen Ortsangaben und Kontaktdaten für Rückfragen an wolf@snu.rlp.de gesendet werden. Sichtungen können auch telefonisch an die Wolfshotline (0 63 06) 91 11 99 gemeldet werden.
Dort, wo Sichtungen von Wölfen gemeldet werden, werden von den Großkarnivoren-Beauftragten Wildtierkameras installiert, um weiteres Bildmaterial zu erhalten.
Um weitere Tiere als sesshaft einzuordnen, ist ein (genetischer) Nachweis desselben Individuums in derselben Gegend im Abstand von mindestens sechs Monaten erforderlich.
Weitere Wölfe haben sich zumindest zeitweise in Rheinland-Pfalz aufgehalten: Zehn Individuen wurden seit 2012 mittels eines DNA-Nachweises bestätigt, darüber hinaus bis zu zehn Tiere mit einem gesicherten Fotonachweis.
Plan für Wolfsmanagement existiert seit acht Jahren
Bereits 2012 ist in Rheinland-Pfalz nach Angaben des Ministeriums ein Wolfsmanagementplan erstellt und 2018 das Präventionsgebiet Westerwald ausgewiesen worden. Dort werden wolfssichere Zäune vom Land finanziert.
Halter von Nutztieren, die von Wölfen gerissen werden, erhalten in ganz Rheinland-Pfalz eine Entschädigung zu 100 Prozent. Bedingung ist, dass nachweislich ein Wolf die Nutztiere getötet hat. Nachdem Spaziergänger und Jäger in Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren immer öfter Wölfe gesichtet haben, erarbeitet das Ministerium zurzeit ein Konzept für ein Wolfskompetenzzentrum.

