Aktion für AltenpflegekräfteTrecker-Leuchten als Dankeschön

Taghell wurde es am Abend: Mit Lichterketten und Weihnachtsmotiven hatten die Landwirte ihre Gefährte für die Überraschungstour geschmückt.
Copyright: Matthias Kehrein
Bornheim – „Das ist ja eine wirklich schöne Geste“, freute sich Altenpfleger Florian Pint (19). Es war gegen 20.50 Uhr am Freitagabend, als er das laute Knattern auf dem Parkplatz in Merten vor dem Seniorenzentrum St. Elisabeth hörte. Kurz darauf klingelte es an der Haustür des Seniorenheims, er eilte zum Eingang und traute seinen Augen kaum.
Bunte Lichter blinkten dort an funkelnd geschmückten Schleppern. Davor standen Bürgermeister Christoph Becker mit seinen beiden Stellvertreterinnen Gabriele Kretschmer und Linda Taft. Ein gelungener Überraschungsbesuch!
Becker begrüßte den sichtlich überraschten Altenpfleger, Gabriele Kretschmer reichte ihm eine Karte und er bekam eine gut verpackte Flasche Wein. „Das ist wirklich nur eine kleine Anerkennung für ihren Einsatz“, sagte Becker unter Einhaltung der Corona-Schutzregeln. Die Landwirte aus Bornheim wollten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ebenso wie den Bewohnerinnen und Bewohnern in den Altenheimen mit der leuchtenden Traktorenparade einfach eine Freude im Advent bereiten. „Das ist ihnen gelungen“, bestätigte Pint. Erfreut standen auch zu später Stunde noch einige Senioren und Seniorinnen an den hell erleuchteten Fenstern des Seniorenhauses und winkten den Landwirten zu.

Statteten auch dem Roisdorfer Maria Hilf einen Besuch ab: die Vize-Bürgermeisterinnen Gabriele Kretschmer (l.) und Linda Taft (r.), Bürgermeister Christoph Becker und Organisator Markus Schwarz (2.v.l.).
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Doch schnell hieß es auch schon wieder „aufsitzen“. Becker, Kretschmer und Taft kletterten wieder auf die Beifahrersitze der Traktoren, und weiter ging ihre Reise über Merten, Kardorf und Dersdorf. Erst nach mehr als vier Stunden endete die besondere Tour gegen 22 Uhr am Bauernhof von Markus Schwarz in Dersdorf.
„Die Tour war jede Minute wert“, resümierte Schwarz. Dasselbe bestätigten ihm auch seine Berufskollegen. Landwirt Felix Zündorf war begeistert: „Das hat mir richtig viel Spaß gemacht!“ Gut 15 Traktoren hatten Seniorenheime in Roisdorf, Hersel und Merten angesteuert.
Tatsächlich brachten die Landwirte mit ihren himmlischen Gespannen ja nicht nur Freude und Anerkennung in alle Bornheimer Seniorenheime. Sie fuhren bei ihrer Tour schließlich auch durch fast jeden Ort im Vorgebirge und brachten so auch Freude und Licht in die Straßen.
Wegen der Corona-Pandemie durften die Landwirte im Vorfeld ihre Reiseroute nicht bekanntgeben, aber während der Tour blieben viele Passanten stehen und winkten ihnen begeistert zu. „Das ist ja sowas von einer tollen Idee“, lobte Bianca Over die Aktion der Bauern. Ihr sei richtig das Herz aufgegangen, als sie die bunt geschmückten Traktoren erblickt habe.
Der außergewöhnliche Konvoi habe ihr sogar das Gefühl von ein wenig Normalität vermittelt. „Das hat mich in dieser trüben Zeit auch ein bisschen aus meinen finsteren Gedanken gerissen“, erklärte sie und dankte den Landwirten.
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Dies war aber nicht die einzige Tour der Vorgebirgslandwirte. In der vergangenen Woche hatten sie sich an der von der Bewegung „Land schafft Verbindung“ (LSV) organisierten Tour „Ein Funke Hoffnung“ beteiligt. Mit Hunderten Berufskollegen aus dem ganzen Rheinland war auch Markus Schwarz mit seinem bunt geschmückten Traktor dabei gewesen.
„Wir haben Kinder- und Seniorenheime in Köln besucht, um so Freude auf die Straßen und mit Spenden gekaufte Geschenke zu den Kindern und Senioren zu bringen“, erklärte er. Viele Traktoren standen danach noch geschmückt im Hof. Das habe ihn dann auf die Idee gebracht: „Im Kleinen muss das doch auch im Stadtgebiet Bornheim möglich sein.“
Seine Berufskollegen aus dem Vorgebirge und sogar aus Hürth-Fischenich waren direkt dabei, auch bei Bürgermeister Christoph Becker und seinen beiden Stellvertreterinnen lief er offene Türen ein. Gerne gab natürlich auch die Vereinigung „Land schafft Verbindung“ für die Veranstaltung grünes Licht.
„Die Aktion hat auch uns Landwirte hier im Vorgebirge näher zusammenrücken lassen“, erklärte Schwarz. Und die positive Resonanz zeige, dass „wir Landwirte doch ein besseres Ansehen in der Bevölkerung haben, als wir gedacht haben“, so Schwarz. Auch in den sozialen Netzwerken fand die Aktion Widerhall: Lob und Komplimente allenthalben.
Überraschung schon zum Nikolaustag
Bereits zum Nikolaustag hatte es eine Überraschungsaktion für die Kinder in Bornheim gegeben. Auf dem Anhänger eines mit Hunderten Lichtern verzierten Traktors saß der Nikolaus und grüßte während einer gut dreistündigen Fahrt durch das mit Lichtern geschmückte Brenig und Bisdorf.
Helfer legten insgesamt mehr als 120 Kindern kleine Überraschungen vor die Türen. Die Idee hatte Landwirt Norbert Pesch. Einen Schlepper-Korso hatte auch Landwirt Albert Kuhl in Walberberg organisiert. Nach einer Rundfahrt durch den Ort fuhren die dekorierten Traktoren auch noch ins Marienhospital nach Brühl, um dort Patienten und Mitarbeiter zu überraschen.


