Abo

Beherzter Sprung vom KirchendachFeuerwehr rettet Nilgans-Familie in Bornheim-Merten

2 min
merten_nilgaense_mkl_19

Ende gut, alles gut: Endlich wieder Boden unter den Füßen.

Bornheim-Merten – In seiner Amtszeit hat Bornheims Feuerwehrchef Wolfgang Breuer schon einiges erlebt, aber Gänse retten von einer Kirche, die auch noch Sankt Martin heißt, das war noch nicht dabei. Bis jetzt.

Alles begann am Montag, als Anwohner rund um die Pfarrkirche auf das wilde Geschrei der Nilgänse aufmerksam machten, die oben auf dem Flachdach der Kirche standen. Zunächst schaute der Kirchen-Hausmeister Heinrich Marx nach dem Rechten, später stieg auch Paul Mandt vom Kirchenvorstand den Glockenturm hinauf zum Kirchendach. Dort trauten die beiden Herren ihren Augen kaum. Acht muntere Küken liefen über das riesige Kirchdach.

merten_nilgaense_mkl_3

Als die Elterntiere Gefahr witterten, drängten sie die Küken mit an den  Rand des Daches.

Beide Männer informierten das Ordnungsamt, dessen Mitarbeiter fuhren am Dienstagmittag, unterstützt von der Freiwilligen Feuerwehr, zur Kirche. Der Plan war eigentlich, die Jungen einzufangen und in einer Box sicher durch den engen Kirchturm nach unten zu tragen. Doch diesen Plan hatte die Feuerwehr ohne die Nilgänse gemacht. Die Nilgans-Eltern drängten ihren Nachwuchs nämlich, kaum dass Frank Henseler von der Feuerwehr Bornheim auf dem Kirchendach stand, geradewegs an den Rand des Daches. Die älteren Tiere flogen davon, und einem inneren Kommando folgend rettete sich dann ein Küken nach dem anderen mit einem spektakulären Sprung aus gut 15 Metern Höhe vom Kirchendach.

merten_nilgaense_mkl_333

Die Kleinen scheuten den Sprung in die Tiefe nicht und wurden von Feuerwehrmann Frank Henseler vorsichtig aufgesammelt.

Dort oben auf dem mit Teerpappe bedeckten Daches waren die Küken ohne jeden Schutz Wind und Wetter und zunehmend auch der Sonne ausgesetzt. Außerdem gab es nicht einen grünen Halm zum Picken. „Dort haben die Jungen keine Chancen zu überleben“, hatte auch Falkner Pierre Schmidt aus Erftstadt-Gymnich gesagt. Sabine Walter, die Leiterin des Bornheimer Ordnungsamtes, hatte ihn zurate gezogen.

Feuerwehrmann nimmt die Küken entgegen

Breuer überzeugte sich dann als Erster, dass der Nilgans-Nachwuchs wohlbehalten auf dem Boden angekommen war. Frank Henseler vergewisserte sich außerdem, dass keines der Küken oben in der Dachrinne feststeckte. Zusammen mit Sabine Walter und Heinrich Marx war er wenig später auch dabei, als es hieß, die mutigen Küken einzusammeln. Denn auch rund um den Kirchturm lauern Gefahren. Wie Pierre Schmidt erklärte, seien die Küken eine leichte Beute für Katzen und auch Hunde. Eine große Gefahr ginge für sie innerorts auch vom Straßenverkehr aus. So kamen die Küken zunächst in eine sichere Box. Noch im Laufe des Tages wurden sie im Feuerwehrwagen in Sicherheit gebracht – an einen sicheren Ort.