Die Jugendakademie Walberberg, ein Seminarhaus für junge Mneschen aus aller Welt, verzeichnet mehr als 16.000 Übernachtungen pro Jahr uund ist damit gefragter denn je.
16.000 ÜbernachtungenJugendakademie Walberberg ist gefragter denn je

Der Chef des Hauses, Rüdiger Sweere, freut sich schon auf den Tag der offenen Tür.
Copyright: Margret Klose
Schon jetzt freut sich Rüdiger Sweere , der Leiter der Jugendakademie Walberberg, auf die Premiere: Zum ersten Mal wird es im Sommer einen Tag der offenen Tür im Haus geben. „Dann kann jeder erfahren, welche wichtige und gute Arbeit hier geleistet wird“, unterstreicht Sweere. Unabhängig von Herkunft und sozialem Stand sei hier jeder Mensch willkommen. „Wir hatten schon Jugendliche zu Gast, die hier zum ersten Mal in ihrem Leben in einem eigenen Bett geschlafen haben, und wir hatten junge Leute zu Gast, die nicht glauben konnten, dass es hier für alle Gäste genug zu essen gibt.“
Es seien auch Geschichten wie diese, die Sweere immer wieder bestätigten, wie wichtig die Arbeit in dem Tagungshaus ist. Die Jugendakademie Walberberg ist ein Ort, an dem junge Menschen inspiriert, gefördert und auf ihrem individuellen Weg begleitet werden sollen. Seit 1973 ist der gemeinnützige Verein Jugendakademie Walberberg der Träger. Seminare zur Demokratie, Persönlichkeitsentwicklung oder zur Berufsfindung, die Kurse zum Thema Nachhaltigkeit und Klimagerechtigkeit, die Lehrgänge zum Europäischen Freiwilligendienst, aber auch Begegnungen zum Beispiel von palästinensischen und israelischen Jugendlichen, sollen friedens- und sinnstiftend sein.

Die Fassade und alle Wege rings um das Gebäude wurden gereinigt.
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„Doch all diese Arbeit können wir nur leisten, wenn die Finanzierung von Bund, Land, Kirche, den Stiftungen und unseren viele treuen Privatspendern auch weiterhin funktioniert“, erklärt Sweere. „Ohne diese Unterstützung könnte die Jugendakademie nicht erhalten werden.“ Gerade haben die Vorbereitungen für das Osterseminar begonnen. Alle 114 Betten in der Jugendakademie in Walberberg werden dann von Gründonnerstag bis Ostersonntag belegt sein. „Das Osterseminar findet seit mehr als 60 Jahren statt – eigentlich schon genauso lange, wie es die Jugendakademie hier oben gibt“, sagt Sweere. Seit 2023 leitet er die Einrichtung. Seine Aufgabe als Geschäftsführer ist es, den „Laden am Laufen zu halten“.
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Dazu gehört die Entwicklung neuer Kursangebote, die Zusammenarbeit mit Schulen, Ausbildungsbetrieben und Jugendeinrichtungen. Er kümmert sich aber auch darum, Fördergelder zu akquirieren und zu beantragen, damit die Jugendakademie kostendeckend arbeiten kann. Natürlich ist er auch in die Ausrichtung des Osterseminars eingebunden, das generationsübergreifend Menschen zusammenbringt, die über gesellschaftliche und politische Themen und über die österliche Liturgie reden, diskutieren und arbeiten wollen. „In diesem Jahr geht es schwerpunktmäßig um die soziale Ungleichheit“, erklärt Sweere.
Nach den eher ruhigeren Tagen über Weihnachten und dem Jahreswechsel beginnt für ihn jetzt die schönste Zeit im Jahr – wenn die Jugendakademie ausgebucht ist, wenn junge Leute das Gebäude mit Leben füllen. Tatsächlich sei die Jugendakademie gefragter denn je: Von 11.000 Übernachtungen im Jahr 2023 hat sich die Auslastung in den vergangenen drei Jahren auf 16.000 Übernachtungen erhöht. Zum Teil kommen Vereine, Institutionen und Gruppen, die lediglich die Räume mit Übernachtung und Verpflegung buchen, die aber ihre eigenen Referenten und Dozenten mitbringen.
Seminare für junge Erwachsene
Noch stärker sind aber die Kurs- und Seminarangebote für junge Leute und Erwachsene gefragt. Ein Paradebeispiel für die europäische Projektarbeit ist das Austauschprogramm, in dem junge Leute aus Deutschland mit ihren Altersgenossen aus Ungarn, Bulgarien und Polen zu Thema „Demokratie verstehen“ zusammenarbeiten. Doch es gibt auch regionale Angebote – etwa ein Präventionsprogramm, das von der Stadt Bornheim und den Rotariern Bornheim finanziert wird und erfolgreich im vergangenen Jahr gestartet ist. „Wunschziel wäre, dass jeder Bornheimer Schüler einer weiterführenden Schule in seiner Schulzeit einmal die Jugendakademie besucht und an unserem Gewalt-Präventionstraining teilnimmt“, erklärt Sweere. Dieses spezielle Anti-Gewalt-Training findet im Hoch- und Niederseilgarten und an der Kletterwand der Jugendakademie statt. „Es handelt sich um Tagesseminare ohne Übernachtung“, erklärt Sweere. Speziell das Gewalt-Präventionstraining an den Klettervorrichtungen sei bei vielen Schulen, Jugendgruppen und Vereinen im ganzen Rheinland aktuell stark angesagt.
Apropos Kletterwand: Sämtliche Griffe der Kletterwand, die an der Außenwand der Jugendakademie bis hinauf zum Dach der Bildungsstätte in etwa 15 Metern Höhe führen, sind jetzt direkt auf den Beton geschraubt worden. Diese Änderung war nötig, weil das Holzgerüst wegen seiner Brandlast zurückgebaut werden musste. „Wir haben nämlich jetzt endlich auch eine Fluchtwegetreppe“, berichtet Sweere. „Die Projektplanung habe ich noch von meinem Vorgänger Reinhard Griep übernommen.“ Neuerungen der Brandschutzverordnung hätten die Umbauten nötig gemacht.
Gut angelegte Kosten, wie Sweere findet: „Die Brandkatastrophe in der Schweiz hat uns ja allen vor Augen geführt, wie wichtig und sinnvoll unsere strengen Brandschutzverordnungen sind.“ Mit der neuen Fluchtwegetreppe gibt es nun in der Jugendakademie zwei unabhängig voneinander nutzbare Fluchtmöglichkeiten aus dem Haupthaus. Auch der Innenausbau ist bereits dem neuen Fluchtkonzept angepasst. „Die im Rahmen der Treppenmontage jetzt noch anstehenden Pflaster- und Pflanzarbeiten können ohne Probleme im laufenden Betrieb erledigt werden“, freut sich Sweere.

Der Speisesaal ist frisch gestrichen, das Mobiliar wird auch gereinigt.
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Die Winterwochen hat der Leiter der Jugendakademie auch dazu genutzt, das Bistro und den Speisesaal neu streichen zu lassen. „Wir haben auch die Wege im Außengelände und die kompletten Außenfassaden des Hauses von einem Spezialunternehmen reinigen lassen“, erklärt er. Der Förderverein habe sogar schon ein neues Mobiliar fürs Freiland angeschafft. „Nach wir vor suchen wir aber auch immer gut erhaltene Gartenstühle, Bänke und Tische für unser Außengelände“, sagt Sweere. https://www.jugendakademie.de
