Abo

Drohung eingegangenPolizei durchsucht Gesamtschule in Bornheim – Gebäude evakuiert

2 min
Vor der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Merten positionierten sich Polizisten mit Waffen im Anschlag und durchsuchten das Gelände.

Vor der Heinrich-Böll-Gesamtschule in Merten positionierten sich Polizisten mit Waffen im Anschlag und durchsuchten das Gelände.

Wegen einer eingegangenen Drohung durchsucht die Polizei das Schulgelände, es gibt allerdings noch keine Hinweise auf eine Gefahrensituation.

Die gute Nachricht ist: Verletzt wurde niemand. Doch die Nerven vieler Eltern lagen am Donnertagnachmittag (28. Mai) schlichtweg blank.

Gegen 13.30 Uhr hatte eine Person per Telefon eine Bedrohung ausgesprochen. Es ging wohl ums Schulzentrum Merten – um die Heinrich-Böll-Schule und die benachbarten Marinus-Grundschule. Die Schule und die Polizei nahmen die Bedrohung ernst. Amok-Alarm wurde ausgelöst.

1000 Schülerinnen und Schüler waren noch in den Klassen

Zu diesem Zeitpunkt waren laut Polizei etwa 1000 Schülerinnen und Schüler in der Schule. Nach einem festgelegten Ablauf verschanzten sich daraufhin die Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte in ihren Klassenzimmern und verschlossen Fenster und Türen. Auch die Polizei war schnell am Einsatzort. Weiträumig wurden die Straßen um die Schule herum gesperrt. Speziell geschulte Einsatzkräfte der Polizei rückten an. Systematisch wurden die Schulgebäude durchsucht.

Derweil wuchs auf der Kirchstraße und dem Heinrich-Böll-Platz gegenüber der Schule hinter der Absperrung die Zahl der besorgten Eltern im Minutentakt. Einige weinten, viele telefonierten. Immer wieder schauten sie auch in ihre E-Mails und auf die Homepage der Schule. „Es ist wirklich vorbildlich, wie die Schule den Kontakt zu den Eltern hält und uns fortlaufend informiert“, sagte ein Vater. Ein anderer Vater äußerte sich besorgt: „Ich weiß nichts – keiner sagt uns was – wir sind vollkommen auf uns gestellt.“

Beamter erklärte den besorgten Eltern, dass es keine Bedrohungslage gebe

Und wirklich beruhigen wollten sich einige Eltern auch nicht, als einer der zuständigen Beamten die Eltern zu sich rief und ihnen ausdrücklich sagte, dass keine Person im Schulgebäude sei. Die Schüler seien in ihren Klassen in Sicherheit. Verstärkung einer anderen Polizeibehörde sei auf dem Weg. Gemeinsam solle dann das komplette Gebäude noch einmal abgesucht werden. „Geordnet soll dann die Evakuierung beginnen.“

Viele Eltern kamen zur Schule und warteten, bis die Polizei sie über die Lage informierte.

Viele Eltern kamen zur Schule und warteten, bis die Polizei sie über die Lage informierte.

Die Evakuierung begann dann wirklich gegen 16 Uhr. „Wir haben auch mehrere Notfallseelsorger zur Schule geordert“, sagte ein Sprecher der Polizei auf Anfrage. Aus ermittlungstechnischen Gründen konnte er jedoch nicht sagen ob eine Männer- oder Frauenstimme die Bedrohung ausgesprochen hatte. Und: ob die Bedrohung in der Schule oder bei der zuständigen Polizeibehörde eingegangen ist. Auch konnte er nicht erklären, was genau bedroht worden war.

Bleibt noch der Verkehr: Die Sperrung der Beethovenstraße sorgte im Ortskern Mertens während der kompletten Einsatzzeit für ein richtiges Verkehrschaos. Davon betroffen waren die Pkw-Fahrer genauso wie die Schul- und Linienbusse.