Schummeln, Klüngeln und Bützen erlaubtZeltaufbau und Endspurt zur Proklamation in Bornheim-Merten

Lesezeit 4 Minuten
Frank Meurer und Claudia Packeisen tragen einen Teil der Bühne.

Packten auch beim Aufbau des Zeltes an: Frank Meurer und Claudia Packeisen als angehende Tollitäten.

Bevor die Tollitäten proklamiert werden, gibt es in Bornheim-Merten noch viel zu erledigen. Für das Prinzenpaar geht ein Traum in Erfüllung.

Stündlich steigt die Aufregung und am Samstagabend ist es soweit: Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Josef Breuer, wird das neue Mertener Prinzenpaar im ausverkauften Festzelt proklamieren. Für Frank Meurer und Claudia Packeisen geht damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

„Jetzt oder nie“, hatten sie sich einvernehmlich am 11. November 2022 gesagt, als sie mit halb Merten im Vorgebirgsblick die Sessionseröffnung feierten. Direkt hatten sie damals auch ihr Vorhaben mit ihrer Unterschrift auf dem obligatorischen Bierdeckel besiegelt. „Seitdem ist unsere Regentschaft sozusagen amtlich“, erklärt Frank Meurer. Die Zahl elf spielt aber noch eine weitere wichtige Rolle. „Wir sind jetzt elf Jahre zusammen“, verriet die angehende Prinzessin. „Und wir werden am Samstagabend elf Gebote verkünden“, ergänzt ihr Prinz.

Farben und Formen der Ornate bleiben geheim

Noch dürfe und wolle er dazu zwar nicht zu viel verraten. Doch schummeln, klüngeln und bützen sei in Merten ab jetzt bis Aschermittwoch ausdrücklich erlaubt. Ziemlich geheim sind allerdings noch die Farben und Formen ihrer Ornate. „Dazu sagen wir auch nichts – außer, mein Kleid ist bodenlang“, lächelt Claudia Packeisen. Beide Ornate hingen abgedeckt und fertig im Kleiderschrank. „Die passen perfekt“, berichtet Frank Meurer.

Auch die Strumpfhose habe er bereits probegetragen. Das fühle sich zwar anders, aber ganz okay an. „Und die Schuhe sind superbequem“, berichtet er. Farblich seien ihre Ornate zudem ganz genau mit der Kleidung ihres Gefolges abgestimmt – 16 Freunde und Mitglieder der Familie, von denen die meisten sogar am Samstag im Elferrat auf der Bühne sitzen werden. „Die Truppe ist super gut drauf, und alle freuen sich genauso wie wir darauf, dass es endlich losgeht“, berichtet Frank Meurer.

Besuch bei Amtskollegen im Vorgebirge

Josef Breuer steht in der Mitte, neben ihm stehen Frank Meurer und Claudia Packeisen, die einen „Daumen hoch“ zeigen.

Guter Dinge: Josef Breuer mit den beiden Regenten der kommenden Session, Frank Meurer und Claudia Packeisen.

Bis sich der Prinz und die Prinzessin jedoch in ihre edlen Kleidungen hüllen können, gibt es auch für sie noch eine ganze Menge zu tun. Die beiden haben sogar mitgeholfen, das Festzelt auf dem Dorfplatz aufzubauen und zu dekorieren. „Und dann ist da ja auch noch die Festschrift, unser Gefolge und, und, und“, meint der angehende Prinz. Er hätte es nicht für möglich gehalten, dass so viel Arbeit im Vorfeld zu erledigen ist. „Aber es macht natürlich auch richtig viel Spaß“, sagt er.

Noch vor ihrer Proklamation wollten sie auch angehenden Amtskollegen im Vorgebirge besuchen. „Und unsere eigene Hofburg bei Heinz und Hilde Schwarz musste am Freitagabend auch noch eröffnet werden“, berichtet Frank Meurer. Alleine waren sie bei alledem nicht. Ihr Gefolge und viele Vertreter der Dorfgemeinschaft standen ihnen in den vergangenen Tagen und Wochen hilfreich zur Seite. „Nicht, dass uns die Tollitäten noch von der Leiter fallen“, meint dazu Prinzenführer Guido Kluth und hielt die hohe Leiter fest im Griff, auf denen sich die angehenden Tollitäten zu schaffen machten, um die Dekoration unter der Zeltdecke zu richten.

Frank Meurer wollte schon als kleiner Junge Karnevalsprinz werden

Die Idee, als Tollitäten einmal durch die Session zu ziehen, hatte Frank Meurer bereits als kleiner Junge. Er ist in Merten geboren und aufgewachsen und mit dem Karneval im Ort groß geworden. „Ein echter Meurer in Merten ist entweder bei den Schützen oder bei der Feuerwehr und auf jeden Fall im Karneval aktiv“, erklärt er. Das liege den Meurers einfach in den Genen. Und dann erzählte er von seiner Verwandtschaft und den Vollblutkarnevalisten „de Pittermännche“, Christian und Willi Meurer, die Jahrzehnte im Karneval auf den Bühnen im Rheinland zu Hause waren.

Er selber sei zunächst Schütze gewesen, habe sich dann jedoch als Jugendlicher für die Freiwillige Feuerwehr entschieden, bei der er bis heute auch aktiv ist. Seine Claudia folgte ihm 2019 aus Wuppertal nach Bornheim-Merten. Auch sie ist dem Karneval seit ihrer Jugendzeit eng verbunden. „Ich war früher auch Tanzmariechen bei den Wuppertaler Blauen Funken“, berichtet sie. Doch als Prinzessin auf der Bühne zu stehen, sei schon etwas anderes. „Sie ist sehr aufgeregt“, meint Frank Meurer. „Er kann vor Aufregung nachts schon gar nicht mehr schlafen“, kontert Claudia Packeisen.

Nachtmodus
Rundschau abonnieren