Im Rahmen des ersten Bornheimer Klimatages auf dem Peter-Fryns-Platz stellten Schüler verschiedene Projekte zum Klimaschutz vor.
Erster Bornheimer Klimatag„Haben keine Zeit zu verlieren“

Ob in der Solarküche, den Publikumsumfragen, beim Forschen und an den Informationsständen der Schülerinnen und Schüler: das Thema Klima- und Umweltschutz zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung.
Copyright: Margret Klose
Umweltsprecher, Mülltrennung im Klassenzimmer und „Solarküchen“ — bei dem ersten Bornheimer Klimatag stellten Schüler verschiedene Ansätze zum Klimaschutz vor. Viele Besucher freuten sich über die Kinder und Jugendlichen, die sich mit ihren Schulen und ihren Projekten auf dem Peter-Fryns-Platz präsentierten. Die Veranstaltung stand unter dem Motto: „Klima.Wandeln.Hier!“ Organisiert und federführend durchgeführt wurde sie von der Initiative Parents for Future Gruppe Bornheim, Swisttal, Weilerswist, mit Unterstützung der Initiative KLIKKS (Klimaschutz in kleinen Kommunen und Stadtteilen) des Landes NRW und mit Geldern des Landes NRW.
Mehrere Monate waren die Teams mit den Vorbereitungen beschäftigt. Oberstes Ziel war, das Thema in die Bürgerschaft zu tragen und Möglichkeiten zum Klimaschutz aufzuzeigen. Schon bei der Begrüßung ließen die beiden Moderatoren von Parents for Future, Corinna Glück und Martin Koch, keine Zweifel daran offen, dass die Zeit dränge: „Der Kern unserer Forderung ist die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens, das 2015 die Staatengemeinschaft nach jahrelanger Diskussion ausgehandelt hat“, betonte Koch. 195 Staaten, darunter auch Deutschland, hätten sich verpflichtet, den Temperaturanstieg in Erdatmosphäre möglichst bei 1,5 Grad zu stoppen — insbesondere, indem fossile Energien durch erneuerbare ersetzt werden.
Aufruf zum nachhaltigen Handeln

Auch verschiedene Facetten des Klimaschutzes wurden thematisiert.
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„Und die 1,5 Grad Marke ist noch nicht überschritten“, rief Koch. Die Bereitschaft für mehr Anstrengungen für eine klimagerechtere Lebens- und Wirtschaftsweisen sei in der Gesellschaft vorhanden. Glück rief auch zum nachhaltigen Handeln auf. Zum Beispiel weniger Auto zu fahren und beim Landwirt des Vertrauens in der Nähe regional und saisonal einzukaufen. „Eines ist klar, wir müssen handeln und haben keine Zeit zu verlieren“, appellierte sie an die Besucher und ergänzte: „Veränderungen beginnt mit kleinen Schritten“.
Wie das funktionieren könnte, hatten unter anderem die Kinder der OGS der Nikolausschule in Waldorf aufgearbeitet und dafür sogar den ersten Umweltpreis — einen Apfelbaum — gewonnen. So hatte zum Beispiel Frieda Hohl (8) in ihrem Aufsatz aufgezeigt, dass der Fleischkonsum in Deutschland auch Einfluss auf den Regenwald in Südamerika haben kann: „Dort werden die Regenwälder abgeholzt, um Platz für die Rinderherden zu schaffen“, erklärte sie. „Wenn weniger Fleisch gegessen wird, braucht man auch nicht mehr so viele Rinderherden“, schlussfolgerte sie. Alle Aufsätze der Kinder konnten am Stand der OGS gelesen werden.

Beim ersten Bornheimer Klimatag gab es viel zu entdecken.
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Mit einer eigenen Klimaschutz-AG stellte sich die Wendelinusschule aus Sechtem vor. „In jeder Klasse haben wir auch zwei Umweltsprecher, die unter anderem auf die Mülltrennung im Klassenzimmer und auf dem Schulhof achten“, berichtete Schulleiterin Andrea Strunk-Klein. Von der Idee, Kronkorken separat zu sammeln, war Kardorfs Ortsvorsteher Gottfried Düx dermaßen begeistert, dass er sich direkt um einen solchen Sammelbehälter für das nächste Fest im Ort bemühen wollte. Mit Klima und Energie haben sich auch die Schüler der Heinrich-Böll-Gesamtschule in ihrer Projektarbeit beschäftigt. Sie haben dabei am eigenen Körper erfahren, wie sehr man auf einem speziellen Fahrrad in die Pedale treten muss, um den Strom zum Beispiel für das Haareföhnen selber zu erzeugen. Dass Kochen ohne Strom kein Hexenwerk ist, stellte Elisabeth Stennes-Falter mit ihrer „Solarküche“ unter Beweis. Sie zeigte auch, wie aus Pappe und den versilberten Innenseiten von Verpackungsmaterial ganz schnell ein einfacher Solarkocher selber gebaut werden kann.
Talkrunde mit dem Bürgermeister
Auf der Bühne sprachen bei einer Talkrunde Bornheims Bürgermeister Christoph Becker sowie einigen Politikern und Fachleuten zum Thema Klimaschutz und Klimawandel. Becker wies die Zuhörer darauf hin, dass Starkregenereignisse mitunter auch die Kommunen und die Kanalisation an ihre Grenzen bringen. Deswegen sei Zusammenhalt in der Gesellschaft und in der Politik wichtig, denn alleine könne keine Kommune diesbezüglich ausreichend Vorsorge treffen. Die Umwelt sauber zu halten, ist jedoch schon im Kleinen möglich. Ein Beispiel dafür ist die Gruppe „Clean up Vorgebirge“, die regelmäßig losziehen, um Müll aus der Botanik zu fischen. „Das Umweltbewusstsein hat sich aber schon geändert“, merkte Monika Neideck vom Clean Up-Team an. Ihr komme es so vor, als sei die Gesellschaft insgesamt sensibler geworden.
