Ein Krippenspiel mit lebendigen Tieren? Im Bornheim-Hemmerich gibt es das an Heiligabend gleich zweimal.
HeiligabendIn Bornheim grasen Schafe an der Krippe

Auf seiner Streuobstwiese hält Hobbyschäfer Michael Breuer die Ostpreußischen Skudden.
Copyright: Margret Klose
Friedlich grasen die Schafe, allesamt Ostpreußische Skudden, auf den Streuobstwiesen von Michael Breuer (75). Sie gehören der ältesten Hausschafrasse an, die auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen steht. Auf der einen Seite der Weide am Ortsausgang von Hemmerich leben die Böcke, auf der anderen die Zibben. Schon seit 1995 ist Breuer Hobbyschäfer. Seine Tiere werden zu den Hauptakteuren zählen beim Krippenspiel an Heiligabend unter freiem Himmel auf der Pfarrwiese in Hemmerich.

Michael Breuer (75) ist seit 1995 Hobbyschäfer.
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„Manchmal gehe ich mit der kleinen Herde auch spazieren“, erzählt Breuer. Das habe fast etwas Biblisches, schwärmen die Leute, die sich immer freuen, wenn ihnen der Schäfer mit Hut und Stock und seiner munteren zotteligen Schar auf den Feldwegen um Hemmerich herum begegnet. Spaß haben dabei aber auch nicht nur die Zuschauer. Auch den Schafen und sogar Breuer selber ist die Freude anzusehen.
Die Skudden erkennen ihren Halter schon aus der Ferne, wenn er den Feldweg entlang auf die Weide mit dem großen Gatter zukommt. In freudiger Erwartung versammeln sie sich dann mit lautem Willkommens-Geblöke am großen Weideneingangstor. „Sie wissen, dass ich immer auch einige Leckerchen für sie dabeihabe“, lacht Breuer.
Diese kleinen Leckerchen hat der 75-jährige Hobbyschäfer natürlich auch in seiner Tasche, wenn er und seine Schafe am 24. Dezember um 11 Uhr und um 14.30 Uhr beim Krippenspiel der evangelischen Pfarrgemeinde wieder zur lebendigen Kulisse werden. Schon zum vierten Mal lädt Pfarrer Eckhart Altemüller zum Krippenspiel unter freien Himmel auf die Pfarrwiese ein. „Und wir sind wieder dabei“, freut sich Breuer. Erfahrungsgemäß kommen Mensch und Tier dabei bestens miteinander aus, „die Schafe lassen sich sogar streicheln“.
Idee während der Pandemie geboren
„Die Idee zum Freiluftkrippenspiel ist während der Corona-Pandemie entstanden“, erklärt Pfarrer Altemüller. Die Gemeinde sei von der Atmosphäre im Freien mit den Tieren auf der Wiese so begeistert gewesen, dass das Krippenspiel im selben Format wie in den vergangenen Jahren nun auch 2023 eine Fortsetzung findet. In den Vorbereitungen wird sich der Geistliche in den nächsten Tagen auch wieder eine besondere Geschichte rund um die traditionelle Weihnachtsgeschichte aussuchen, die er vorlesen und deren „wörtliche Reden“ dann von der Gemeinde einfach wiederholt werden. „Das Konzept ist ähnlich wie das eines Straßentheaters“, erklärt der Geistliche.
Ein Vorteil sei, dass keine Proben fürs Mitmachen nötig sind. Spontan werden die Kinder und die Erwachsenen in das Krippenspiel eingebunden. Auch eine Krippe aus Holz soll wieder auf der Wiese aufgestellt werden. In den vergangenen Jahren hätte mal ein Licht, aber auch schon mal eine Puppe in der mit Stroh ausgelegten Krippe gelegen. „Vielleicht gibt es aber auch etwas ganz Neues“, deutet der Pfarrer an.
Auch die in der Pandemie entstandene „Andacht an der Feuerschale“ haben die evangelischen Christen mit ins Jahr 2023 genommen. Immer montags und mittwochs kommen sie dazu um 18 Uhr in der Adventszeit zusammen, um gemeinsam zu singen und zu beten. Zuletzt hat das Mundharmonika-Ensemble die Feierstunde musikalisch gestaltet. Wegen anhaltenden Regens fand die Veranstaltung diesmal allerdings in der Kirche statt.
