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Herseler Kreuzung in BornheimUmbau soll Sicherheit erhöhen

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Die Verkehrsinsel entfernen, um Platz für eine Abbiegespur zu schaffen – auch das ist im Gespräch. (Archivfoto)

Bornheim-Hersel – Mehr als 1800 Fahrzeuge in der Hauptverkehrszeit zwischen 16.30 und 17.30 Uhr, eine stark belastete Rechtsabbiegerspur von der L 300 auf die L 118, jenseits der Bahn ein Stau von Geradeausfahrern in die Moselstraße und mittags rund 300 Schüler, die in nur 15 Minuten die Kreuzung in Hersel queren – das Dreieck von L 118, Linie 16 und L 300 „nicht mehr ausreichend leistungsfähig“ zu nennen, scheint untertrieben. Straßenplaner bescheinigen der Kreuzung „mangelhafte Verkehrsqualität“. Offenbar kann man das Problem mit einem Ausbau des Knotenpunktes allein nicht lösen, aber zumindest etwas verbessern, und zwar kurzfristig.

Seit Jahren ist das hohe Verkehrsaufkommen, gepaart mit einer Taktverdichtung auf der Stadtbahnline 16, Thema in den Bornheimer Gremien. Alle Beteiligten sind sich mittlerweile einig, dass „eine durchgreifende Lösung für den Knotenpunkt nur eine Unterführung oder eine ergänzende Straßenverbindung zwischen der L 118 und der L 300 sein kann“, schreibt die Bornheimer Verwaltung im Vorfeld des Stadtentwicklungsausschusses am 12. Februar. Eine sehr teure und langwierige Lösung, für die der Landesbetrieb Straßen.NRW eine grobe Kostenschätzung zwischen 15 und 25 Millionen Euro abgegeben hat. Abstimmungs- und Planungsprozesse dauern Jahrzehnte. „Hinzu kommt, dass Landesstraßen-Projekte wegen der derzeit zahlreichen Projekte bei Straßen.NRW nur langsam vorangehen. In Gesprächen wurde schon bestätigt, dass eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Knotens L300/ L118/ Moselstraße durch einen aufwändigen Ausbau nicht in Aussicht steht“, informiert die Verwaltung.

Es muss allerdings kurzfristig etwas geschehen, denn die Bahnübergangssteuerungsanlage, kurz Büstra, ist veraltet, es gibt keine Ersatzteile mehr, und wehe, wenn sie ausfällt. Dann müsste der Verkehr bis zu einem Neubau provisorisch geregelt werden, für den Knotenpunkt ergäbe sich so ein erhöhtes Unfallrisiko. Deshalb hatte Straßen.NRW die Planung zum Umbau des Knotenpunktes L 118 / L 300 bei der Ingenieurgesellschaft für Verkehrswesen Brilon Bondizio Weiser in Auftrag ge-geben. Die Planung umfasst neben der neuen Büstra auch eine geringe Aufweitung des Knotenpunktes in nördlicher Richtung.

Planspiele

Variante 1, beauftragt von Straßen.NRW und beruhend auf der Ursprungsvariante, hat einen bestandsnahen Ausbau des Knotenpunktes und der L 118 zum Inhalt.

Variante 2, beauftragt von der Stadt Bornheim, befasst sich mit einem zweistreifigen Rechtsabbiegen von der L 118.

Variante 3 sieht zweistreifiges Linksabbiegen von der L300 vor.

Die Beseitigung des Bahnübergangs ohne eine Lösung für eine niveaufreie Kreuzung an selber Stelle wird „aus städtebaulicher Sicht als problematisch gesehen“. Der Verkehr müsste den Bereich über den Mittelweg weiträumig, das heißt über einen oder eineinhalb Kilometer, umfahren.

Würde der Bahnübergang geschlossen, etwa im Rahmen einer Eisenbahnkreuzungsmaßnahme, „wären die Anwohner von Hersel vom direkten Weg zu diversen Einkaufsmöglichkeiten und zur geplanten Kita im Baugebiet He 31 abgeschnitten“, gibt die Stadt zu bedenken. Umgekehrt wäre auch das neue Baugebiet He 31 mit der Kita vom Ortskern Hersel abgeschnitten. (jr)

Um die Kreuzung aber wirklich zu optimieren, reicht das nicht. So gab auch die Stadt Bornheim dem Büro Brilon Bondzio Weiser den Auftrag, zwei Varianten für den Ausbau des Knotens zu untersuchen – aber beide brachten nach Ansicht der Stadt „noch keine durchgreifenden Verbesserungen“. So kam Variante 3 ins Spiel mit zweistreifigem Linksabbiegen von der L 300. Die Ergebnisse aller drei Varianten sollen dem Ausschuss am 12. Februar vorgestellt werden. Wie es langfristig mit einer niveaufreien Querung der L 118 aussieht – auch das soll im Ausschuss erläutert werden. Denn die Stadt hatte die Ingenieure zusätzlich um eine Machbarkeitsstudie für die teure Lösung gebeten.

Ausschuss für Stadtentwicklung, Mittwoch, 12. Februar, 18 Uhr, Rathaus Bornheim.