Bonn – Die „Schlacht“ ist geschlagen – und unter dem Strich waren alle glücklich und zufrieden. Nach dem einwöchigen 67. Bundes-Radsport-Treffen (BRT), das der Radsportbezirk Mittelrhein-Süd mit seinen Vereinen ausrichtete, zogen nicht nur die Ausrichter eine positive Bilanz, auch die Fahrer lobten die Organisatoren: „Es war alles tipp-topp. Dass hie und da mal ein Richtungspfeil mehr gut gewesen wäre, tut dem keinen Abbruch“, meinte etwa Christian Holz, der extra aus Schwerin für eine Woche ins Rheinland gekommen war: „Berge zu fahren, war mal etwas ganz anderes für mich.“ Zu Hause in Mecklenburg-Vorpommern habe er mehr mit Gegenwind als mit Steigungen zu kämpfen. Holz gehörte zu den fleißigsten Fahrern, der sich an allen Tagen unter den drei zur Wahl stehenden Strecken immer die längste aussuchte, gestern noch (den nicht zum BRT gehörenden) Radmarathon des RV Siegburg fuhr und in acht Tagen mehr als 1000 km abspulte.

Die siegreichen Vereine wurden mit Ehrentellern und Pokalen ausgezeichnet.
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Eine Woche ohne Sonne
Beeindruckende Zahlen nannte auch Bernd Schmidt, im Bund Deutscher Radfahrer (BDR) der Beauftragte für das BRT, als er am Samstagnachmittag beim Abschlusstreffen auf dem Gelände der Gesamtschule Beuel-Ost die Sieger der Vereinswertung ehrte. Dabei ging es darum, in Teams mit mindestens vier Fahrern möglichst viele Kilometer zu sammeln. Erstmals konnte dabei der RSC Eilendorf mit 18 365 Kilometern (verteilt auf 41 Fahrer) den Seriensieger RV Salzgitter-Beddingen mit 17 323 km (33 Fahrer) ablösen.
Die Vereine aus der Region konnten sich nicht vorne platzieren – aus einem plausiblen Grund: Ihre Mitglieder waren meist als Helfer im Einsatz, die oft eine Woche Urlaub geopfert hatten, um zum Gelingen des BRT beizutragen. „Sie haben die gesamte Woche die Sonne nicht gesehen“, betonte Jörg Homann (RSC Sturmvogel), der selbst als Breitensportbeauftragter des Bezirks in der Vorbereitung und an den sieben Tagen viel Verantwortung übernommen hatte.

Am Ende wurden auch die Organisatoren um den Bezirksvorsitzenden Helmut Elfgen (4.v.l.) auf die Bühne geholt.
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Einmal zum Mond – und 2017 zurück
In launigem Ton umriss er die Gesamtdistanz, die die Vereins- und Einzelfahrer zurückgelegt hatten: „Es waren 350 000 km. Das ist die Strecke einmal zum Mond – und 2017 geht es dann zurück“, spielte Homann darauf an, dass das nächste Bundes-Radsport-Treffen vom 23. bis 29. Juli in Hannover stattfindet.
Homann räumte ein, dass es vereinzelt Kritik der Fahrer an den auf sieben Euro (für Vereinsfahrer) und zwölf Euro (für Hobbyfahrer) erhöhten Startgeldern gegeben habe. Er erklärte, dass dies in Abstimmung mit dem BDR geschehen sei, um generell das Niveau bei Radtouristikfahrten anzuheben: „Wir wollen das Produkt RTF in eine Preisklasse bringen, die angemessen ist. Bei Verpflegung an vier Kontrollstellen plus dem enormen Ausschilderungsaufwand sind vier Euro einfach nicht mehr angemessen.“
