Ausschussdebatte über SteinbrecherStadt Königswinter kannte Abrisspläne

Der Abriss kam für die Bürger überraschend, die Stadt war informiert.
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Königswinter-Pleiserhohn – Der Abriss der Steinbrecher-Ruine durch den Rhein-Sieg-Kreis (die Rundschau berichtete) war offenbar mit der Stadt Königswinter abgestimmt. Das bestätigte Bürgermeister Peter Wirtz jetzt im Hauptausschuss: „Die Verwaltung wurde zwei Tage vor dem Abriss vertraulich informiert.“ Die Öffentlichkeit über das Vorhaben in Kenntnis zu setzen, sei laut Wirtz Aufgabe des Kreises gewesen, der Eigentümer der Ruine war.
Bürger und Teile der Politik hatten sich verärgert über die Informationspolitik des Kreises gezeigt. „Die Meldung über den Abriss wurde zeitgleich mit dem Abrissbagger losgeschickt“, kritisierte Lutz Wagner, Vorsitzender der Königswinterer Wählerinitiative (KöWi). Das Vorgehen stünde in „krassem Widerspruch“ zu den Äußerungen der Kreisvertreter im März. Damals hatten sich Kreis und Hauptausschuss darauf geeinigt, mit dem Abriss des Steinbrechers zu warten, bis die historische Relevanz des Gebäudes geklärt sei, das Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg aufwies.
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Ob der Steinbrecher denkmalwürdig war, konnte laut Wirtz nicht abschließend geklärt werden: Eine Ortsbesichtigung sei wegen Corona nicht möglich gewesen. Recherchen der Unteren Denkmalbehörde der Stadt in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland und mehreren Experten hätten aber keine Hinweise auf eine „besondere militärhistorische Bedeutung“ des Gebäudes ergeben. Nachdem der Schutzzaun rund um das Gebäude zweimal zerstört worden war, hatte der Rhein-Sieg-Kreis den Steinbrecher wegen mangelnder Verkehrssicherheit abreißen lassen.
Der Kreis hatte das Steinbrecher-Gelände für sein Naturschutzprojekt „Chance 7“ und dessen Arbeiten am nahe gelegenen Eisbach gekauft. Schon im März waren Bäume auf dem Gelände gefällt worden, um den Abriss der Ruine vorzubereiten. Damals gründeten Bürger die Initiative „Brechi bleibt“, um sich für den Erhalt des Steinbrechers einzusetzen. (mo)

