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Variante mit 116 WohneinheitenMehrheit bringt Projekt „Vinxels neue Mitte“ auf den Weg

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Der Hobshof und die Vinxeler Kapelle: Eine weiße Kapelle steht neben einer Baustelle.

Der Hobshof und die Vinxeler Kapelle: Für das kleine Gotteshaus gibt die Stadt ein Sanierungsgutachten in Auftrag. Die Abrissarbeiten nebenan hatte die Stadt vorerst gestoppt.

Der Bauausschuss in Königswinter hat außerdem für ein Gutachten zur Sanierung der Kapelle in Vinxel gestimmt.

Für die Sanierung der Kapelle in Vinxel, ein denkmalgeschütztes Wahrzeichen des Ortes, gibt die Stadt Königswinter ein Gutachten in Auftrag. Das hat der Bau- und Verkehrsausschuss am Dienstag einstimmig beschlossen. Einen Tag später brachte eine Mehrheit des Ausschusses für Stadtentwicklung das umstrittene Neubauprojekt für „Vinxels neue Mitte“ auf den Weg.

Wegen der Kapelle hat die Stadtverwaltung laut Stefan Sieben, Leiter des Geschäftsbereichs Grundstücke und Gebäude, schon Kontakt zu Architekten aufgenommen. Man wolle möglichst schnell reagieren. „Die Kapelle ist in ihrer Existenz bedroht“, hatte in der Sitzung Mona Mollweide-Siegert von der örtlichen Kapellengemeinde betont. Der Verein hatte in einem Bürgerantrag unter anderem die unverzügliche Sanierung des Bauwerks gefordert.

Vinxel: Stadt Königswinter werden Versäumnisse vorgeworfen

Mollweide-Siegert warf der Stadt erneut Versäumnisse vor. Dem Antrag lagen Gutachten von Fachbüros bei, die den kritischen Zustand bestätigten. Laut Sitzungsvorlage ist die Kapelle, die aus dem 14. Jahrhundert stammt, im Eigentum der Stadt. Die Kapellengemeinde kümmere sich um den Unterhalt und die Pflege und erhalte jährlich 303 Euro. Die Stadt habe 2009 für einen neuen Anstrich und ein Wetterschutzdach gesorgt.

Aber: „Eine grundsätzliche Sanierung erfolgte nicht.“ Ein Fachbüro soll nun in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege ein nachhaltiges Konzept zur Instandsetzung und eine Kostenschätzung erarbeiten. Die Verwaltung will versuchen, an Fördermittel zu kommen. Die Stadt hatte Abrissarbeiten auf dem unmittelbar angrenzenden Hobshof-Gelände für „Vinxels neue Mitte“ im April stoppen lassen, weil Schäden für die Kapelle nicht auszuschließen seien, so seinerzeit Bürgermeister Lutz Wagner.

Vinxel: 116 Wohneinheiten sollen entstehen

Unterdessen hat sich der Ausschuss für Stadtentwicklung nach langer Diskussion gegen die Stimmen der CDU und bei Enthaltung der Linken für die Variante 3b des städtebaulichen Konzepts ausgesprochen, das der Investor SHP Vinxel und das von ihm beauftrage Büro „Architektei“ (Köln) nun fürs weitere Bebauungsplanverfahren konkretisieren sollen. In Zahlen bedeutet die Variante 3b: Jenseits der Holtorfer Straße und entlang des Kapellenwegs sowie auf dem Hobshof-Gelände sollen in Mehrfamilienhäusern sowie Einfamilien- und Reihenhäusern insgesamt 116 Wohneinheiten entstehen.

Der Anteil des geförderten Wohnungsbaus liegt bei 28 Prozent. Bestandteil der Planung ist eine neue Kita, die am Rand des Neubaugebiets vorgesehen ist, wie die Koalition aus KöWI, SPD und Grünen nach ihrem Mehrheitsbeschluss betonte. Sie hob zudem hervor, dass neben der Kapelle ein Dorfplatz entstehe. Die umstehenden Gebäude passten sich in die Umgebung ein, und sie böten Raum für eine Gastronomie, eine Tagespflegeeinrichtung für Senioren, für Gewerbebetriebe und einen Bürgersaal, den sich die Vinxeler lange gewünscht hätten.

„Der Geschosswohnungsbau ist weiter zu massiv“, hatte dagegen in der Sitzung Ratsmitglied Josef Griese (CDU) einen Grund für die Ablehnung durch seine Fraktion genannt. Er kritisierte zudem, dass die Einwendungen im Rahmen der Bürgerbeteiligung noch nicht komplett ausgewertet seien. Das aber, so hielt die Koalition dagegen, passiere nun im weiteren Verfahren.

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