Helfer haben in den Oberdollendorfer Weinbergen von Winzer Bernd Blöser mit der Lese begonnen. In diesem Jahr sind die Trauben gesund.
Bei Winzer BlöserIm Siebengebirge hat die Weinlese begonnen

Zum ersten Mal dabei: Roland Ritter aus Troisdorf bei der Weinlese in Oberdollendorf.
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Dafür, dass er sozusagen noch Anfänger ist, erntet Roland Ritter ziemlich routiniert und zügig. Er schiebt die Blätter des Weinstocks zur Seite, setzt die Zange an und schneidet die Reben ab, die er nacheinander in einem schwarzen Eimer landen lässt.
Zum ersten Mal ist der Troisdorfer bei einer Weinlese dabei, sagt er am Mittwochnachmittag, als ihm und einigen Mitstreitern bei der Ernte in den Oberdollendorfer Weinbergen von Winzer Bernd Blöser die kräftige Sonne ins Schwitzen bringt. Er habe das einfach mal ausprobieren wollen, sagt der Troisdorfer.
Der Müller-Thurgau wird in Oberdollendorf als erstes geerntet
Und am Nachmittag merke man die Anstrengung schon, die eine Weinlese mit sich bringt, räumt er ein. Am Morgen, als die Lese 2026 im Oberdollendorfer Wingert startete, sei er noch ein bisschen fitter gewesen. Insgesamt rund 15 Helfer stehen Winzer Bernd Blöser an diesem Tag zur Seite, darunter wie immer auch Menschen aus dem Dorf. Der Müller-Thurgau wird als erstes geerntet, der Portugieser wird wohl folgen.
Alle Pflanzen seien gesund, freut sich Bernd Blöser, der im Jahr 2024 mit massiven Ernteausfällen hatte zurechtkommen müssen. Damals kam im April erst der Frost und danach der Pilzbefall durch den Dauerregen im Frühjahr. In diesem Jahr gab’s dafür viel Sonne und Hitze. Einige Reben hätten Sonnenbrand abbekommen, sagt Bernd Blöser.

In den 700-Liter-Wannen landen die geernteten Trauben.
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Zum Schutz der Trauben habe er die Rebstöcke diesmal nicht entblättert. Insgesamt aber „sieht alles gut aus“, sagt der Winzer. Ein Unwetter mit Hagel könnte den Weinbauern im Siebengebirge theoretisch noch späte Probleme machen. „Es sieht eigentlich gut aus in diesem Jahr“ sagt auch Werner Endris, einer der Helfer bei der Weinlese, der sich nach eigenen Angaben seit rund fünf Jahren im Weingut der Blösers engagiert. „Die Trauben sind etwas kleiner.“
Doch in den Oberdollendorfer Weinbergen sei der Lehmboden ein Vorteil, weil er Wasser gut speichere. Die Weinberge am Drachenfels stünden dagegen auf Steinboden. Die Wurzeln älterer Rebstöcke gingen tief in den Boden. „Bei Jüngeren ist das schwieriger.“
Mit einem schmalen Traktor, einem Knicklenker, der gut zwischen die Rebstockzeilen passt, an denen Roland Ritter und seine Mitstreiter an diesem Mittwoch die Trauben ernten, die teilweise zu Federweißer werden, fährt ein Mitarbeiter einen großen weißen Bottich zu den Helfern. Sie leeren ihre mit Trauben gefüllten schwarzen Eimer in den weißen, fast mannshohen Bottich, der kurz darauf über eine Hydraulik am Heck des Traktors in grüne, 700 Liter fassende Behälter geleert wird, die wiederum auf einem Hänger und einem Pritschenwagen festgeschnallt sind.
Werner Endris hilft ein bisschen mit einer groben Harke nach, wenn die Trauben nicht recht rutschen wollen. Als der Anlasser an einem der Knicklenker kurz streikt, tragen die Helfer ihre schweren gefüllten Eimer ein Stück zu Fuß bis zum Pritschenwagen. Sechs der 700-Liter-Tanks voller Trauben habe er am Vormittag schon zur Weiterverarbeitung in den Hof des Weinguts Blöser in der Bachstraße gefahren, sagt Werner Endris.

Sehr gesund und nicht, wie 2024, von Pilz befallen sind die Trauben.
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Vielleicht kämen am Nachmittag noch mal acht hinzu. Allerdings hat Bernd Blöser zu dem Zeitpunkt gerade Probleme mit der Weinpresse, die nicht recht funktionieren will. Trotz der Schwierigkeiten wurden aber, so Bernd Blöser am Tag danach, zum Auftakt rund 2000 Liter Wein geerntet. Nach Angaben von Werner Endris soll während der Lese in den Oberdollendorfer Weinbergen ein „Vollernter“ getestet werden, die in manchen Lagen schon im Einsatz sind. Womöglich, so Bernd Blöser, ist deren Anmietung günstiger als die Lohnkosten für die Helfer.
Am Mittwoch aber, zum Auftakt der Lese 2026 in Oberdollendorf, ist aber noch Handarbeit gefragt von Roland Ritter und den anderen Helfern. Für den Troisdorfer soll seine erste Weinlese übrigens nicht die letzte gewesen sein. „Ich würde das auch öfter machen“, sagt er. „Es macht schon Laune.“
