SiebengebirgsmuseumWerke vom Bonner Künstler Douglas Swan

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Die Bilder bestehen aus Alltagsgegenständen wie Kannen, Eimern oder Pinseltöpfen: Blick in die Ausstellung mit Werken von Douglas Swan im Siebengebirgsmuseum.

Die Bilder bestehen aus Alltagsgegenständen wie Kannen, Eimern oder Pinseltöpfen: Blick in die Ausstellung mit Werken von Douglas Swan im Siebengebirgsmuseum.

Königswinter – Selten kommt es vor, dass bei der Vernissage für einen vor 16 Jahren verstorbenen Bonner Künstler der Saal überfüllt ist. Das Siebengebirgsmuseum konnte am Dienstagabend die Besucher bei der Ausstellungseröffnung mit Bildern des im Juni 2000 verstorbenen Künstlers Douglas Swan kaum fassen.

Ausgestellt sind hier die hellen weiten oder auch dunklen tiefen Bildwelten eines Malers, der 1986 ein Kunststipendium der Stadt Bonn und 1997 die Bonner August-Macke-Medaille erhalten hatte. Die Bilder bestehen aus simplen Alltagsgegenständen wie Kannen, Eimern oder Pinseltöpfen, die in Konturen, Kratzspuren oder dick aufgesetzten breiten Pinsel- und Spachtelzügen wiedergegeben sind. Swan setzte die verschiedensten Mischtechniken ein und experimentierte auch mit vorgesetzten Bildebenen (aus Acrylglas), in die er sogar den Schattenwurf einbezog. Bildteile sind eincollagiert, und besonders aktuell erscheint seine „Hommage an eine Papiertüte“, wo breite Pinselzüge mit breiig beiger Farbe direkt in das eincollagierte Packpapier übergehen.

Doch geht es keinesfalls nur um realistische Malerei. Weite spontane Gesten, ob gekratzt oder gepinselt, führen das Thema rhythmisch und melodisch weiter, wie die Motive in der Musik. Das betonte der Grafikdesigner Axel Wendelberger, der die Ausstellung kuratiert hat. Er berichtete, dass der Künstler in London nicht nur Kunst, sondern auch Kompositionstechnik studiert hatte.

Der Nachlass von Swan wird unter der Leitung von Rechtsanwalt Rainer Grillo von einer Stiftung unter dem Dach der Sparkasse KölnBonn verwaltet. Die Douglas Swan-Stiftung hat auch einen Kunstpreis ins Leben gerufen, der alle zwei bis drei Jahre vergeben wird.

Swan wurde 1935 im US-Bundesstaat Connecticut geboren, zog als Dreijähriger mit seinen Eltern zurück nach Schottland. Dort begann er mit einem Kunststudium, das er in London fortsetzte. Seine erste Ausstellung in Deutschland war in Bochum, wo er seine spätere Lebensgefährtin Barbara Kückels kennenlernte. Mitte der 70er Jahre zog er nach Bonn und hatte viele Jahre ein Atelier im Dachgeschoss der Familie Gerhardt, unmittelbar neben dem Wohnhaus von August Macke. Für Til Macke hat er ein großes Bild zum 150. Firmenjubiläum gemalt, das ebenso in der Ausstellung zu sehen ist wie eine Hommage an das berühmte Hutladenbild von August Macke.

Swan besuchte immer wieder sein Elternhaus in Carnoustie an der Ostküste Schottlands und sagte einmal: „Wenn ich vor dem Meer stehe, die sich brechenden Wellen sehe und die Atmosphäre um mich herum fühle, empfinde ich eine gewisse Unzulänglichkeit vor den Elementen. Um diese Weite einzufangen, würde man eine Leinwand benötigen, welche ebenso offen und weit wäre wie die See selbst.“ Dem leidenschaftlichen Maler ist es gleichwohl gelungen, offene Weite, spontane Bewegung und Spannung in seinen Bildern einzufangen.

Bis zum 29. Januar; dienstags bis freitags 14 bis 17 Uhr, samstags 14 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr.

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