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Lange Tradition„Weihnachtshaus Meckenheim“ ist in voller Lichterpracht zu sehen

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Viele Meckenheimer bewunderten am Wochenende das außergewöhnlich illuminierte Haus an der Berliner Straße. (Foto: Magunia)

Meckenheim – Hell strahlt das weihnachtlich geschmückte Haus der Familie Reuther an der Berliner Straße in Meckenheim. Schon von Weitem ist die Lichterpracht zu sehen, die Tanja und Markus Reuther in wochenlanger Arbeit mit Hilfe von Freunden und Nachbarn aufgebaut haben: Hunderte von Lichtern zieren die Hauswände und umrahmen Dach und Fenster, die Leuchtschrift am Zaun verkündet: „Weihnachtshaus Meckenheim“.

Ein großer Weihnachtsmann auf dem Balkon grüßt die Besucher, ein weiterer steht im Vorgarten neben seinem Schlitten und trägt einen Sack mit Geschenken. Mit dem wird er um die ganze Welt reisen, deutet der Globus im Schlitten an. Doch damit nicht genug: An der Rückseite des Hauses klettert ein Weihnachtsmann die Wand hoch, im Werkzeugschuppen singt der rot gekleidete Geselle mit dickem Bauch und dem weißen Rauschebart den Besuchern fröhlich das amerikanische Winterlied „Jingle Bells“ („Glocken läuten“), in dem es um eine Schlittenfahrt im Schnee geht.

Man muss nicht lange suchen, um auch dieses winterliche Bild auf dem Garagendach des Nachbarhauses verwirklicht zu sehen, auf dem der Schlitten von mehreren Rentieren gezogen wird. Weitere Weihnachts- und Schneegestalten sind im Garten verteilt, in dem eine Krippe aufgestellt ist und in dem diverse Leuchtelemente verteilt sind. In der Garage hat Markus Reuther in 42-stündiger Arbeit ein Weihnachtsdorf aufgebaut, mit Markt und Hafen, Zirkus, Seilbahn, Zoo, Karussells, Schlittenfahrern, Eishockey-Spielern und natürlich dem Haus vom Weihnachtsmann.

Glühwein und Kakao im Garten

„Weihnachten ist die schönste Jahreszeit“, erklärt der 37-Jährige, und die Arbeit lohne sich, „wenn sich so viele Menschen darüber freuen“. Die Fangemeinde des Meckenheimer Weihnachtshauses ist groß, Hunderte kommen bereits seit Jahren an den Adventswochenenden, um sich die stets wechselnde Dekoration anzusehen und im Garten gemütlich Glühwein oder Kakao zu trinken.

„Hier wird man wieder zum Kind“, stellte Thomas Bauch fest. Mit Frau Susanne war der 53-Jährige am Samstagabend aus Bonn gekommen, um sich in Weihnachtsstimmung versetzen zu lassen. Im Garten verkauft Tochter Jeanette Reuther (13) samstags und sonntags selbst gebastelten Schmuck und Weihnachtsmänner im Glas, Oma Erminia Erz bietet nebenan selbst genähte Schürzen, Mützen und Schals feil.

Die Ruhe hinter dem Haus behagte Stephan Werner aus Merl: „Kommt man um die Ecke, ist es erholsam und schön und man entdeckt viele Kleinigkeiten“, freute sich der 48-Jährige, der besonders an dem Nikolaus Gefallen fand, der sich am Klettergerüst ab und zu aus einem Plastikweihnachtsbaum schiebt. Auch die beleuchtete Mickey Mouse oben im Gerüst sei niedlich anzusehen. Im Sommer toben dort die vier Kinder der Reuthers, Jonas (2 Jahre), Jenny (8 Jahre), Jeanette und Justin (17). Die Ur-Meckenheimer Caroline und Hermann Holzapfel bewunderten die Liebe zum Detail („So eine Dekoration ist ungewöhnlich für die Stadt“) und Tochter Simone (20) meinte: „Fantastisch! Ein Stückchen Amerika in Meckenheim.“

Idee aus Düsseldorf mitgebracht

Zwar wirkt das Weihnachtshaus auf den ersten Blick wie die Reklame einer bekannten amerikanischen Getränkefirma, doch haben sich der erfindungsreiche Fahrzeuglackierer und Frau Tanja die Idee vor 15 Jahren aus Düsseldorf mitgebracht, sagen sie: „Dort haben wir so ein Weihnachtshaus gesehen, das es jetzt aber nicht mehr gibt.“

Seitdem entwickeln die gebürtigen Bonner kreative Dekorationsideen, die sie beim Kauf ihres Meckenheimer Eigenheims vor sieben Jahren aus Friesdorf mitnahmen. Nach dem 27. September, dem Geburtstag von Tochter Jeanette, verwandeln sie ihr Heim in ein Weihnachtshaus – und das erfordert viel Vorbereitung und Planung. An der Stelle von Trampolin und Grill stehen jetzt eine offene Feuerstelle und ein lesender Weihnachtsmann, das Auto parkt beim Nachbarn und der Rasenmäher ist bei den Großeltern untergebracht, denn im Schuppen singt Santa Claus, den sich Familie Reuther irgendwann mal aus Holland mitgebracht hat.

Das Weihnachtshaus an der Berliner Straße 16 ist bis zum 31. Dezember täglich von 17 bis 21 Uhr illuminiert. Der Garten ist zum letzten Mal am vierten Adventswochenende jeweils von 17 bis 20 Uhr geöffnet.