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Löschen, befreien, bergen Feuerwehr-Leistungsnachweis des Kreises in Königswinter

Königswinter/Rhein-Sieg-Kreis – Eilig rennen die Einsatzkräfte in voller Montur über den Parkplatz, rollen Schläuche aus und brüllen sich Kommandos zu. „Wasser marsch!“, heißt es schließlich, und mit kräftigem Strahl werden die Feuersymbole „gelöscht“. „Alles war perfekt“, resümierte Gruppenführer André Runne, nachdem seine Truppe bei der Löschübung geglänzt hatte. Die Gruppe vom Löschzug Bad Honnef war eine von 17 Feuerwehrgruppen aus dem Rhein-Sieg-Kreis, die am Sonntag beim Leistungsnachweis in Niederdollendorf dabei waren.

Jedes Jahr weniger Wehren dabei

„Leider nehmen jedes Jahr weniger Wehren teil“, erzählte Martin Schwabe, Löschgruppenführer der Löschgruppe Niederdollendorf. Seit einigen Jahren richtet Niederdollendorf den Leistungsnachweis aus, der vom Kreisfeuerwehrverband des Rhein-Sieg-Kreises organisiert wird, um die Aufgaben der Feuerwehren abzuprüfen und auszuzeichnen.

Während vor sechs oder sieben Jahren noch mehr als 40 Gruppen aus den Feuerwehren des Rhein-Sieg-Kreises ihr Können unter Beweis gestellt hätten, seien dieses Jahr nur noch 17 Gruppen aus neun Gemeinden mit rund 120 Feuerwehrleuten angerückt. „Es wird eben immer schwieriger, neben Arbeit und Familie noch ein Ehrenamt zu haben“, vermutete Schwabe, die Aufgaben eines Feuerwehrmanns würden gleichzeitig anspruchsvoller. Für einen Leistungsnachweis müsse rund ein halbes Jahr lang regelmäßig trainiert werden.

So auch bei den Männern aus Bad Honnef. Lange hatte die noch recht junge Gruppe auf diesen Tag hingearbeitet, für fünf der neun Gruppenmitglieder war es der erste Leistungsnachweis. Der Jüngste von ihnen ist erst 19 Jahre alt. „Wir sind nun natürlich froh, dass wir den Stress hinter uns haben“, meinte Runne, noch dazu sei alles gut gelaufen. Als praktischer Test stand bei den Honnefern eine Löschübung an, dafür hatten sie lange trainiert, nur die einzelnen Positionen waren noch eine Überraschung, bevor es endlich losging.

„Für eine so junge Gruppe haben sie es wirklich gut gemeistert“, meinte auch Schiedsrichter Uwe Teuchert vom Löschzug Hennef. Zwei kleine Fehler seien den Feuerwehrleuten unterlaufen, insgesamt hätten sie aber gut in der Zeit von fünf Minuten gelegen und die Prüfung bestanden.

Neben den Honnefern kamen auch Gruppen aus Hennef, Troisdorf, Meckenheim, Sankt Augustin, Wachtberg, Ruppichteroth, Windeck und Eitorf zum Leistungsnachweis nach Niederdollendorf – von den Ausrichtern selbst oder auch aus Königswinter waren allerdings keine Gruppen vertreten.

Alle mussten praktische und theoretische Prüfungen bestehen, in der Praxis gab es neben der Löschübung auch die Aufgabe, eine eingeklemmte Person unter einem Container zu befreien oder jemanden aus einem Brunnenschacht zu bergen. Als sportliche Übung gab es einen 50-Meter-Staffellauf in Einsatzkleidung. Zusätzlich dazu mussten im theoretischen Teil Fragen beantwortet werden, auch wurden Knoten und Erste-Hilfe-Maßnahmen abgeprüft.

„Der Leistungsnachweis fördert immer das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe, aber auch den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den Wehren“, erläuterte Schwabe. So profitiere jeder von der jährlichen Veranstaltung.