Löwendenkmal„Kein akzeptabler Ort des Gedenkens mehr“

Sanierungsbedürftig ist das Löwendenkmal am Ende der Giradetallee.
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Bad Honnef – „Alle Formalitäten sind erledigt“, sagt Diether Habicht-Benthin von der Initiative Wirtschaft für Bad Honnef. Schon bald werde deshalb das Löwendenkmal demontiert, saniert und anschließend an seinem neuen Standort im „Stadtpark“ aufgestellt.
Zurzeit fristet der schlafende Löwe eher ein Schattendasein. Das Denkmal, das an den Ersten Weltkrieg erinnert, steht recht versteckt am Ende der Giradetallee unmittelbar neben der viel befahrenen Bundesstraße 42. Moos, Flechten und Algen haben sich auf dem Stein entwickelt. Die einst vergoldete Inschrift ist unleserlich geworden, die Fugen des Sockels bröseln.
„Das ist nicht hinnehmbar - insbesondere in Anbetracht des hundertjährigen Gedenkens an diesen schrecklichen Krieg mit seinen bis heute wirkenden Folgen“, meint die Bad Honnefer Wirtschaftsinitiative. Sie will Sanierung und Umstellung komplett finanzieren. Auf rund 10 000 Euro beziffert Habicht-Benthin die Gesamtkosten, Sponsoren unterstützen das Projekt. Alle Pläne seien mit der Denkmalbehörde abgestimmt, betont Habicht-Benthin auf Anfrage.
Das Denkmal erinnert an das Rheinische Fußartillerie-Regiment Nr. 8 und dessen 1500 im Ersten Weltkrieg Gefallenen. Ehemalige des Regiments hatten 1926 zu Spenden aufgerufen. Am 19. Juni 1927 wurde der Löwe zunächst provisorisch an der Austraße aufgestellt und feierlich enthüllt. Er war nach einem Entwurf des Düsseldorfer Kunstprofessors Kreis von dem Bildhauer Kübler aus bayerischem Muschelkalk geschaffen worden. Nach der Einweihung, so schrieb Dietrich Gülow in einer Schrift über „Die Totenehrung am Löwendenkmal in Bad Honnef“, wurde der „schlafende Löwe“ der Stadt übergeben. Zum Volkstrauertag werden regelmäßig auch hier Kränze niedergelegt.
Das Denkmal – laut Habicht wiegt es etwa drei Tonnen – wurde im Laufe der Jahre mehrfach aus stadtplanerischen Gründen versetzt. Der heutige Standort an der Giradetallee ist nach Überzeugung der Wirtschaftsinitiative „kein akzeptabler Ort des Gedenkens mehr“. Sie will das Denkmal in dem kleinen Park an der Alexander-von-Humboldt-Straße (gegenüber des Hotels Seminaris) aufstellen lassen.
„Die Verwaltung begrüßt die Initiative“, heißt es in einer Mitteilung, die dem städtischen Planungsausschuss nächste Woche vorliegt. (csc)
