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875-Jahr-Feier in UedorfEin Ort mit Geschichte, ein Ort mit Zukunft

Lesezeit 3 Minuten
Die Festschrift und das Programm der 875-Jahr-Feier in Uedorf präsentieren Bernd Marx (l.) und Knud Breyer.

Die Festschrift und das Programm der 875-Jahr-Feier in Uedorf präsentieren Bernd Marx (l.) und Knud Breyer.

BORNHEIM-UEDORF – Dass das kleine Uedorf ein Ort mit Zukunft ist, das haben die Bewohner mehrfach erfolgreich unter Beweis gestellt. Viermal nahmen sie erfolgreich am Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil, zweimal gab es Bronze, zweimal Silber, zuletzt im vergangenen Jahr. Doch der Rheinort hat auch Tradition, er wird in diesem Jahr 875 Jahre alt. Nachdem man es versäumt hatte, das 850. Ortsjubiläum zu begehen, wird am 30. Juni umso größer gefeiert.

Gemeinsam mit Wilfried Hambach hat Ortsvorsteher Bernd Marx, zugleich Vorsitzender des 2012 gegründeten Ortsausschusses, eine lesenswerte Festschrift herausgebracht und sie jetzt mit Knud Breyer vom Ortsausschuss präsentiert.

Schon die Römer fühlten sich hier wohl

Natürlich fühlten sich bereits die Römer in der Gemarkung Uedorf wohl, davon zeugen Siedlungsspuren. Urkundlich erwähnt wird Uedorf jedoch erstmals 1143 im Zusammenhang einer Aufzählung der Besitztümer des Benediktinerinnenklosters Nonnenwerth als „Oclichtorph“. Kein Geringerer als der Kölner Erzbischof Arnold I. hatte die Urkunde unterzeichnet. Vermutlich war der Rheinort damals ein kleines Kirchdorf. Uedorf hat übrigens heute als einziger der 14 Bornheimer Ortsteile keine eigene Kirche.

Das Festprogramm

Gefeiert wird am 30. Juni ab 10 Uhr auf dem Pausenhof der Verbundschule mit Speisen und Getränken. Das offizielle Programm beginnt um 15 Uhr mit einem Auftritt des Zauberclowns „Udini“ und Kinderschminken. Christa Saamer erzählt ab 16 Uhr Märchen für Kinder, für die Erwachsenen spielt die „Midnight Skiffle Band“.

Gegen 17.30 Uhr begrüßen Bürgermeister Wolfgang Henseler und Bernd Marx offiziell die Gäste und verleihen den „Meilenstein 2018“. Auftritte der Germania Funken, des Tambourcorps Hersel oder Kölschen Mundartband „Joker Colonia“ aus Merten sorgen für einen unterhaltsamen Abend. Parallel findet von 10 bis 16 Uhr im ganzen Ort 3. Uedorfer Garagentrödelmarkt statt. Infos unter www.uedorf.de. (fes).

Die Pfarrei Uedorf wurde letztmals 1336 erwähnt – vermutlich wegen der Hochwasserkatastrophe im 14. Jahrhundert, von der sich Uedorf nur langsam wieder erholte. Heute sind hier 915 Einwohner zu Hause – 1449 gab es gerade einmal fünf Häuser, 1871 waren 60 Einwohner gemeldet und in den 1950er Jahren wohnten hier 214 Menschen.

Den Mittelpunkt des Ortes bildet die Verbundschule an der Heisterbacher Straße; 1963 ursprünglich als Evangelische Volksschule gebaut und 2005 komplett neu errichtet. Spielplatz und Turnhalle stehen allen Uedorfern zur Verfügung, auch für Veranstaltungen wie das jährliche Sommerfest und jetzt für die Jubiläumsfeierlichkeiten. Nicht immer fing der Ortsname übrigens mit großem „U“ an. Aus Odorp (1261) oder Oydorp (1336) wurde 1599 Udorff, 1728 Üdorf. Erst seit 1804 besteht die heutige Schreibweise Uedorf, parallel tauchte in Urkunden aber auch immer wieder die Schreibweise mit „Ü“ auf. Seit 2007 wird alljährlich zum Sommerfest des Tischtennis Vereins der „Uedorfer Meilenstein“ verliehen an Personen, die sich besonders um das Dorfleben verdient gemacht haben.

Uedorfer sind stolz auf ihren Ort

Die kleine Skulptur ist eine Replik des original Meilensteins an der L 300 vor dem Haus Elbestraße 240. Der Halbmeilenstein wurde im 19. Jahrhundert von den Preußen als Wegemarkierung errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. Erste Preisträgerin war 2007 Gisela Rothkegel, die damalige Rektorin der Verbundschule, 2017 erhielt ihn Biobauer Leonard Palm.

Viele Uedorfer sind stolz auf ihren Ort. Sie tragen das Ortswappen auf Poloshirts, zeigen buchstäblich Flagge in ihren Gärten, denn es gibt seit einigen Jahren eine eigene Ortsflagge. Auch Aufkleber und Wanduhren mit dem Ortswappen kann man erwerben. Uedorf gibt sich außerdem sportlich und aktiv. Neben dem Ortsausschuss gibt es den 1963 gegründeten Tischtennis-Club Blau Rot Uedorf und den Turn- und Gymnastikbund von 1968. Alle drei brachten das Jubiläumsprogramm auf den Weg: „Von Uedorfern für Uedorf“, so Bernd Marx stolz.

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