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Basketball Future Sports Meckenheim lässt alte Zeiten wieder aufleben

Mit Leichtigkeit setzt sich Führungsspieler Bennie Miller (links) durch. Der US-Boy mit den grauen Rasta-Locken ist der Sympathieträger von Future Sports Meckenheim.

Mit Leichtigkeit setzt sich Führungsspieler Bennie Miller (links) durch. Der US-Boy mit den grauen Rasta-Locken ist der Sympathieträger von Future Sports Meckenheim. 

Meckenheim – Die Basketballkörbe hängen von der Decke. Die Tribüne der Meckenheimer Wettkampfhalle ist voll, das Licht geht aus, das Dribbeln verstummt. Spot an. Die Cheerleader funkeln mit ihren glitzernden Pompons – die Spieler laufen ein. „Hier spielt Meckenheim!“ schallt es lautstark aus den Boxen. Ein Gänsehautmoment, den es so schon seit Jahren nicht mehr gibt. Doch nun wird das Feuer für den Basketball wieder in der Neuen Mitte entfacht.

Alexander Hillmann, der 2007 selbst als Teammanager an den Hochzeiten des Meckenheimer TuS Basketball in der 1. Regionalliga beteiligt war, will die Leidenschaft für den Sport mit dem orangenen Leder wieder zurück in das Sportzentrum bringen. „Wir wollen die Show, die Cheerleader, die Stimmung wieder zurück – das aufleben lassen, wofür Sport in Meckenheim auch ein bisschen steht“, so Hillmann. Deswegen soll mit dem vor vier Jahren gegründeten Verein Future Sports die Fankultur in der Voreifel reüssieren.

Die Basketballer sind nach drei Aufstiegen bereits in der Landesliga angekommen. In der siebten Liga, wo sonst meist nur Verwandte und Partner zum Zuschauen kommen, haben die Zukunftsvisionäre wieder bis zu 150 Anhänger in die Halle gelockt. Beim Karnevalsspiel im Februar waren es sogar noch mehr. Dazu gehört natürlich auch die Verpflegung mit Getränken in der Eingangshalle, Tänzerinnen und ein bisschen Show auf dem Feld – so wie es vor rund 15 Jahren an jedem zweiten Wochenende geboten wurde.

Für die Höhepunkte sorgt Bennie Miller. Der mittlerweile 38-Jährige Aufbauspieler aus den USA spielte vor einigen Jahren bereits für die damalige BG Bonn-Meckenheim in der 2. Regionalliga. Nun hat er die junge Mannschaft aus vielen ehemaligen MTuS-Juniorenspielern wieder auf ein gewisses Niveau geführt und soll auch in der nächsten Saison wieder der Anführer des Teams sein.

2. oder 1. Regionalliga im Fokus

„Dass wir jetzt bereits in der Landesliga stehen ist großartig. Wir wissen aber, dass es hier schon schwerer wird, deswegen wäre es kein Problem, wenn wir eine Ehrenrunde drehen und nicht gleich in die Oberliga durchmarschieren“, sagt Alexander Hillmann. Das ursprüngliche Ziel war die Oberliga, doch mittlerweile schielt der Club auf eine Rückkehr in die 2. oder sogar die 1. Regionalliga. Dieses Projekt sprach sich im Bonner Raum schnell rum und es schlossen sich einige Spieler mit Regionalligaerfahrung Future Sports an, damit das Projekt weiter wachsen kann.

Die Idee für den neuen Verein Future Sports Meckenheim keimte auf, als Hillmann als damaliger Vorsitzender des neuen Meckenheimer Sportvereins (MSV) mit den Verantwortlichen beim Thema Basketball nicht übereinkam. Der MTuS und der TST Merl fusionierten zum großen Sportclub, damals hatte die Basketballabteilung nur noch rund 30 Mitglieder. Doch die Sportart genoss in dem neuen Verbund keine Priorität. Also stampfte Hillmann gemeinsam mit Spieler Matthias Büsch und weiteren das Projekt aus dem Boden. Glücklicherweise konnten die Hallenzeiten, die für Basketball vorgesehen waren, übernommen werden. Die bestehende Lizenz des MSV für die Oberliga wollte Hillmann erwerben, aber die Transaktion kam nicht zu Stande. Also ging es in der 2. Kreisliga des Basketballkreis Bonn los.

Basketball als Herzensangelegenheit

Mittlerweile gibt es zwei Herrenmannschaften und vier Jugendmannschaften. Der Unterbau und die Nachwuchsförderung stehen für Hillmann an oberster Stelle. Für den Unternehmer hat das Projekt auch einen emotionalen Wert: „Basketball ist für mich eine Herzensangelegenheit. Ich spiele selbst seit meinem siebten Lebensjahr hier in Meckenheim.“

Jahrelang war er selbst in der Regionalliga für den MTuS aktiv. Dadurch konnte er auch alte Teamkameraden aus dem Ruhestand holen. Der frühere Publikumsliebling des MTuS, Ermin Karahasanovic, spielt zum Beispiel in der zweiten Mannschaft.

Die Frage, woher der Name Future Sports kommt, wird ihm oft gestellt. „Die Antwort ist einfach: Weil wir für andere und besonders innovative Sportarten offen sind. Wir haben Kontakte zu den Rollstuh-Basketballern des ASV Bonn und auch eine Parcours- Abteilung in der Überlegung.“

Den richtigen Grundkern haben die Sportmacher der Zukunft auf die Beine gestellt. Der Unterbau aus Jugendmannschaften wächst ebenso wie die Zuschauerschar in der Wettkampfhalle mit jeder Saison. In den nächsten Jahren soll aus der Glut wieder ein richtiges Feuer für Basketball in der Voreifel entstehen.