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Kulturtage MeckenheimEuropäische Kammermusik und „Meckenheim singt“ zum Auftakt

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Die Band der Hauptschule animierte, ergänzt durch weitere Mitspieler, die Besucher zum Mitsingen.

Meckenheim – Malerei, Bildhauerei und Fotografie, Konzerte, Theater, und Lesungen sowie Kabarett und eine Fahrradtour, - die 21. Meckenheimer Kulturtage bieten den ganzen Juni über ein vielfältiges Programm für jeden Geschmack. Den Startschuss des Kulturfeuerwerks gab Meckenheims Bürgermeister Bert Spilles traditionell bei einem Eröffnungskonzert in der Friedenskirche.

Im Herrenhaus der Burg Altendorf stellte die Künstlergruppe „Begegnungen“ aus. Gisela Thielmann präsentierte unter dem Titel „Fein gemacht“ Skulpturen aus Raku-Ton.

Unter dem Motto „Ein Europa. Kammermusik im 18. Jahrhundert aus Leipzig, Paris, London und Wien“ präsentierte das Rheinische Claviertrio dort zum großen Teil selten gespielte Kammermusik von Telemann, Bach, Mozart, Haydn und anderen. Das dem Barock zugeschriebene Cembalo, das einen so festen Platz im Instrumentarium des Trios innehat, dass es kaum als historisches „Fingerwerkzeug“ abgetan werden kann, spielte meisterhaft Herbert Vennemann.

Der studierte Musikwissenschaftler und ehemaliger Lehrer am Erzbischöflichen St. Joseph Gymnasium Rheinbach ist Gründer des Ensembles, das sich früher „Rheinisches Barocktrio“ nannte. Die Berufsmusikerin Marie-Luise Hartmann (Violine) ist seit 2015 Mitglied, der Preisträger Volker Mettig (Violoncello) ist außerdem noch Mitglied im Akademischen Orchester Bonn, im Streichtrio „Pasqualini“ und im Salonorchester „Fascination“. Ehefrau Gisela Mettig ist Kontrabassistin und war für die Moderation des Abends zuständig, es begrüßte die evangelische Pfarrerin Susanne Back-Bauer.

Termine

Nächste Veranstaltung ist am heutigen Mittwoch um 12 Uhr die „Musik zur Marktzeit“ am Glockenspiel auf dem Neuen Markt, ebenso ab 8./ 22. und 29. Juni.

Die katholische Pfarreiengemeinschaft Meckenheim veranstaltet Freitag, 7. Juni, 20 Uhr in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer ein Konzert zum 40. Weihetag der Kirchenorgel.

Der Verein Meckenheimer Stadtmuseum und Kulturforum beteiligt sich mit drei Veranstaltungen: Eine Ausstellung zur Geschichte Lüftelbergs wird ab Sonntag, 16. Juni, im Herrenhaus Burg Altendorf als Fortsetzung der Reihe über die Geschichte Meckenheimer Ortsteile gezeigt, um 11 Uhr wird die Sonderausstellung „Johann Adam Schall von Bell - Sohn eines Lüftelberger Geschlechts im China des 17. Jahrhunderts“ eröffnet. Einen Vortrag mit dem Thema: „Ein Rheinländer im China des 17. Jahrhunderts - Leben und Wirken des Johann Adam Schall von Bell“ hält der Vereinsvorsitzende Dieter Ohm am Donnerstag, 27. Juni, 19 Uhr.

Die Premiere des Theaterstücks über das Leben von Schall von Bell inszenieren die Mitglieder der Lüfthildis-Mysterienspiele am Donnerstag, 20. Juni, um 17 Uhr in der katholischen Pfarrkirche St. Petrus in Lüftelberg.

www.meckenheim.de

Der Erfolg der Meckenheimer Kulturtage liege darin begründet, so Bürgermeister Spilles, dass sie sich aus der Stadt heraus von Bürgern für Bürger entwickelt hätten: „Sie werden nicht von Außenstehenden organisiert, sondern sind ein 'Eigengewächs', das auf den Aktivitäten der Meckenheimer Bürger basiert.“ Anstoß zum jährlichen Kultur-Potpourri gab 1997 der Bürgerverein Meckenheim. Aus anfänglich zwei Veranstaltungen entwickelte sich eine erfolgreiche und von der Stadt organisierte Reihe, die inzwischen über einen Monat dauert. So bildete die Vernissage der Ausstellung „Heimat“ im Ratssaal der Stadt am 16. Mai den inoffiziellen Auftakt.

Die Kultur sei ebenso in ihrer Rolle als Vermittler und Brückenbauer ein wichtiger Standortfaktor und müsse trotz der den Kommunen auferlegten Sparzwängen gefördert werden, betonte Spilles: „Im kulturellen Dialog entfaltet sich das, was wichtig ist hier in Meckenheim oder in unserem Land.“ In diesem Zusammenhang kam der Verwaltungschef auf den mit „Ein Europa“ überschrieben Titel der Auftaktveranstaltung zu sprechen. Denn zumindest in der Musik hatten die Menschen vor 300 Jahren – im Zeitalter des Fortschritts und der Aufklärung – bereits europäisch gedacht. So entwickelte sich die Musik im 18. Jahrhundert kontinuierlich vom Spätbarock zur Wiener Klassik, eine führende Rolle spielten dabei italienische, französische und deutschsprachige Komponisten. Doch werde eben jenes „offene und vielfältige Europa, das wir lieb gewonnen und schätzen gelernt haben, in unserer Zeit auf eine harte Probe gestellt“, erklärte Bert Spilles, indem national- und rechtsgerichtete Gruppen Gehör in der Bevölkerung und Stimmen bei Parlamentswahlen gewännen. Über Kunst und Kultur ließe sich dieser „fatalen Entwicklung“ gegensteuern.