Das Haus ist zunächst nicht bewohnbar. Alle 75 Bewohnerinnen und Bewohner müssen anderswo untergebracht werden.
Haus nicht bewohnbar23 Personen bei Hochhausbrand in Meckenheim verletzt

In dem Hochhaus in Meckenheim brannte Unrat im Keller, doch der Rauch zog durch das gesamte Treppenhaus.
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In einem Hochhaus in Meckenheim ist am Montagabend (20. April) ein Kellerbrand ausgebrochen. Mehrere Personen wurden verletzt, das Gebäude musste geräumt werden. Die Adendorfer Straße war am Abend gesperrt. Die Freiwillige Feuerwehr war um 17.54 Uhr alarmiert worden. Die ersten Fahrzeuge waren binnen kürzester Zeit vor Ort, denn das Feuerwehrhaus befindet sich nur eine Straße weiter. Dichter Rauch drang aus dem Keller und zog nach oben.
„Die Leute kamen uns alle entgegen. Wir haben das Treppenhaus überprüft, kurze Zeit später waren aber alle draußen und wir mussten niemanden mehr aus einer Notlage retten“, sagte Wehrleiter Fabian Althoff. Aufgrund der Größe des Gebäudes und der Personenzahl wurde die Alarmstufe erhöht und weitere Kräfte angefordert.
Unrat im Keller in Brand geraten – Alle Bewohner verließen das Haus
„Im Keller brannte vor allem Unrat, ein Trupp hat unter Atemschutz einen Löschangriff vorgenommen“, sagte Althoff. Kellerbrände sind für die Feuerwehr schwierig zu löschen, weil die Sicht gleich null ist und die Hitze nicht abziehen kann – eine gefährliche und körperlich anstrengende Herausforderung.
„Zudem ist der Rauch durch das gesamte Treppenhaus gezogen. Wir haben Hochdrucklüfter in Stellung gebracht, um ihn nach draußen zu blasen“, ergänzte Althoff. Auf der Straße baute die Feuerwehr die Drehleiter auf, um drei Personen über den Balkon aus dem achten Stockwerk zu holen. „Sie waren nicht in Gefahr, aber sollten auch nach draußen. Da sie nicht gehfähig waren, hätten wir sie durch das immer noch verrauchte Treppenhaus transportieren müssen. Deswegen haben wir sie mit dem Korb nach unten gebracht, bei einer bettlägerigen Person per Schleifkorbtrage“, sagte Althoff. Für die Feuerwehr sei das eine Standardrettung.

Mit der Drehleiter holte die Feuerwehr immobile Bewohnerinnen aus ihrer Wohnung, damit sie sie nicht durch das verrauchte Treppenhaus tragen musste.
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Währenddessen meldeten sich immer mehr Personen, die giftigen Rauch eingeatmet hatten und über Atemprobleme klagten. Die Einsatzleitung löste einen sogenannten Massenanfall an Verletzen aus. Mehrere Rettungswagen und Notarztfahrzeuge eilten zur Adendorfer Straße.
Meckenheim: 23 Personen verletzt, zwei kamen ins Krankenhaus
Daneben kamen auch der Leitende Notarzt des Rhein-Sieg-Kreises und der Organisatorische Leiter des Rettungsdienstes hinzu. Die insgesamt 23 Patientinnen und Patienten wurden an einer Bushaltestelle sowie in einem bereitgestellten Bus betreut. 20 Personen seien zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht worden, teilte Pressesprecher Niklas Otto im weiteren Verlauf des Einsatzes mit. Zwei Menschen blieben dort, darunter eine ältere Frau, die über die Drehleiter gerettet worden war.

Ein Großaufgebot an Rettungskräften betreute die 15 Leichtverletzten.
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Kreisbrandmeister Stefan Gandelau kam zur Einsatzstelle, um die Koordination der Rettungs- und Löschmaßnahmen zu unterstützen. Ebenfalls erschien Bürgermeister Sven Schnieber mit einem Team aus städtischen Mitarbeitenden, um die Unterbringung der Bewohnerinnen und Bewohner zu organisieren.
Denn der komplette Gebäudetrakt war nach der immensen Rauchentwicklung im Treppenhaus nicht mehr bewohnbar. „Dort sind 75 Personen gemeldet, bis auf eine kamen aber alle bei Freunden und Verwandten unter“, sagte Niklas Otto. Auch am Dienstag konnten sie noch nicht zurückkehren, eine Fachfirma muss erst das Treppenhaus reinigen.
Die Adendorfer Straße blieb bis zum späteren Montagabend gesperrt. „Der Feuerwehreinsatz war gegen 22.50 Uhr beendet“. Die Brandursache ist unklar, die Brandermittler der Polizei haben mit ihrer Arbeit begonnen. Hinweise nimmt sie telefonisch unter 0228/150 oder per Mail an kk11.bonn@polizei.nrw.de entgegen.