Abo

AWO-OrtsvereinMeckenheimer Kleiderstube geschlossen: vier Helferinnen gesucht

3 min

Die Schuh- und Kleiderstube der AWO in Meckenheim ist derzeit geschlossen.

Nach mehr als 40 Jahren ist der Laden der AWO in Meckenheim geschlossen, weil dem Team der Nachwuchs fehlt: Gesucht werden vier Personen für dienstags.

Seit mehr als 40 Jahren ist die Schuh- und Kleiderstube der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Meckenheim eine Anlaufstelle für Menschen, die gut erhaltene Kleidung und Schuhe zu erschwinglichen Preisen suchen. Doch ausgerechnet diesem langjährigen sozialen Angebot droht nun das Aus. Dem ehrenamtlichen Team fehlt der Nachwuchs. Der Laden ist deshalb bereits geschlossen. Der Ortsverein Meckenheim/Wachtberg sucht dringend Frauen, die bereit sind, regelmäßig mitzuarbeiten.

Vier Helferinnen für den Dienstagnachmittag gesucht

„Wir brauchen vier Frauen für den regelmäßigen Betrieb dienstags von 15 bis 17.30 Uhr mit Ausnahme der Schulferien“, sagt Barbara Heymann, Vorsitzende des AWO-Ortsvereins. Aktuell stehen lediglich zwei Frauen als Vertretungen zur Verfügung. „Aktuell bereitet das Team stattdessen Wintersachen für einen Hilfstransport in die Ukraine vor.“ Die Aufgaben sind überschaubar, aber wichtig: Freiwillige nehmen Kleidung und Schuhe entgegen, sortieren die Spenden, zeichnen die Waren aus und kümmern sich um den Verkauf.

Vielfältige Kundschaft, steigender Bedarf in Krisenzeiten

Die Kundschaft ist vielfältig: Familien, ältere Menschen und Menschen mit geringem Einkommen gehören ebenso dazu wie Geflüchtete. Gerade wenn neue geflüchtete Menschen einer Kommune zugewiesen werden oder nach besonderen Notlagen wie der Flutkatastrophe 2021 steigt der Bedarf deutlich, sagt Heymann.

Begegnungen über den Ladentisch hinweg

Für Heymann macht gerade der persönliche Kontakt den Wert der Einrichtung aus. Besonders die Gespräche mit Frauen mit Migrationsgeschichte seien bereichernd. „Man kommt in Kontakte mit Menschen, die ganz anders leben (müssen) als man selbst und lernt ganz viel dabei“, sagt sie. Auch das Miteinander im Team sei entscheidend. Die Chemie müsse stimmen, damit neben der Kleidung auch die menschliche Ansprache nicht zu kurz komme.

Nachwuchsmangel im Ehrenamt: Ein Problem vieler Vereine

Kleiderstube für Kinder.

Dass es schwieriger wird, Menschen für eine dauerhafte ehrenamtliche Aufgabe zu gewinnen, beobachtet Heymann nicht nur in Meckenheim. Viele langjährige Freiwillige seien inzwischen älter geworden. Jüngere Generationen engagierten sich zwar durchaus, bevorzugten aber häufig spontane und zeitlich begrenzte Einsätze. Sich langfristig auf feste Termine und Aufgaben einzulassen, falle vielen schwerer. „Ein Problem, das alle Vereine seit Jahren teilen“, sagt die 77-Jährige.

Seit Jahrzehnten ehrenamtlich aktiv

Heymann selbst ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich aktiv. Heymann trat bereits in den 1980er Jahren der AWO bei, zunächst in Frankfurt am Main. Nach ihrem Umzug nach Bonn im Jahr 2005 engagierte sie sich auch in Meckenheim. Als Vorsitzende kümmert sie sich um die Verbandsarbeit, die Spendenaktionen und die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen. „Insgesamt habe ich da sicher einen ehrenamtlichen Halbtagsjob, tut einer alleinstehenden Pensionärin gut.“

Gebrauchtkleidung im Wandel

Der Gebrauchtbekleidungsmarkt verändert sich, die Qualität der gespendeten Kleidung sinke angesichts der zunehmenden Billigangebote, beobachtet Heymann. Außerdem werde Secondhand-Kleidung inzwischen vielfach über das Internet verkauft oder getauscht. Umso wichtiger sei es, dass Einrichtungen wie die Meckenheimer Kleiderstube erhalten blieben.

So können sich Interessierte melden

Wer sich engagieren möchte, kann sich bei Barbara Heymann unter 02225/7099002 oder per E-Mail melden. Interessierte können die Schuh- und Kleiderstube dienstags zwischen 15 und 17.30 Uhr im Untergeschoss der Katholischen Grundschule am Kirchplatz besuchen. „Der Lohn für ehrenamtliche Arbeit ist, nette und engagierte Menschen kennenzulernen, neue Kontakte und Freunde zu finden und ganz viel zu lernen.“ (roa) heymann49@web.de