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Seniorin in Meckenheim erstochenSohn gesteht Tötung der 90-jährigen Mutter

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Handschellen angelegt. (Symbolbild)

Meckenheim – Adrette Vorgärten zieren gut erhaltenen Wohnhäuser und frisch bepflanzte Wegekreuze säumen die Straße: Der als beschauliche Wohngegend bekannte Meckenheimer Ortsteil Merl ist am Mittwochnachmittag Schauplatz eines vom Großteil der Bürger nicht bemerkten Großeinsatzes geworden. Ort des Geschehens war ein Mehrfamilienhaus an der Godesberger Straße, das in unmittelbarer Nachbarschaft zur als „Merler Dom“ bekannten Michaelskapelle liegt. In dem gepflegten Haus fanden die alarmierten Polizeikräfte laut eigenen Angaben eine 90-jährige Frau leblos in ihrer Wohnung auf. Eine Ärztin bescheinigte den Tod der Seniorin und stellte eine Stichverletzung im Bereich des Oberkörpers fest.

Der Einsatz war nur von den unmittelbaren Nachbarn bemerkt worden, die gegen 14 Uhr einen Polizeibus und ein Einsatzwagen der Forensik bemerkten. Erst gegen 21 Uhr abends sollen die Wagen der Spurensicherer und der Polizeibeamten weggefahren sein. Einen Tag später, am gestrigen Donnerstag, wurde morgens ein Fahrzeug der Zivilstreife vor dem Haus beobachtet.

Unter Verdacht steht laut Polizei der Sohn der Verstorbenen, der mit seiner Mutter in der Wohnung gewohnt haben soll. Der 56-Jährige wurde vorläufig festgenommen, er hattwährend seiner Vernehmung auch die Tötung der Mutter eingeräumt. Ein in den Räumen aufgefundenes Messer wurde als mutmaßliche Tatwaffe sichergestellt.

Die alte Dame war von Nachbarn, die namentlich nicht genannt werden wollten, vor ungefähr einem halben Jahr zum letzten Mal gesehen worden. Zu diesem Zeitpunkt soll sie von ihrem Sohn im Rollstuhl über die Straße geschoben worden sein.

Das Verbrechen hat sich möglicherweise bereits am Wochenende ereignet, die Ermittlungen der Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Andreas Schülke in enger Abstimmung mit Staatsanwalt Florian Geßler dauern an.