Abo

MillionenpleiteWCCB-Investor zu 6,5 Jahren Haft verurteilt

2 min

Im Prozess um das Millionen-Debakel beim Bau des Bonner Konferenzzentrums (WCCB) wurde der südkoreanische Investor Man-Ki Kim verurteilt.

Bonn – Am 120. Verhandlungstag hat die Wirtschaftsstrafkammer des Bonner Landgerichts das Urteil im Prozess um das Konferenzzentrum WCCB gefällt. Der Koreaner Dr. Man-Ki Kim (52), der als Investor des Großprojekts angetreten war, muss wegen Betrugs in zwei Fällen und falscher Versicherung an Eides statt für sechs Jahre und sechs Monate in Haft, seine ehemaligen Rechtsberater Dr. Ha Sung Chung (50) wegen Betruges und Beihilfe zum Betrug für drei Jahre und drei Monate und Wolfditrich Thilo wegen Beihilfe zum Betrug für zwei Jahre und sechs Monate. Die Angeklagten müssen die Kosten des Verfahrens tragen, das am 30. September 2011 begonnen hatte. Der Haftbefehl gegen Kim, der seit mehr als zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzt, bleibt bestehen. Er war im November 2010 in den USA verhaftet und dort bis zum Januar 2011 unter Hausarrest gestellt worden. Die Arrestzeit, während der ihm elektronische Fußfesseln angelegt worden waren, wird auf die Haftstrafe angerechnet. Mitangeklagt worden war auch ein ehemaliger städtischer Berater, der das Gericht im Juni 2012 aber nach Zahlung einer Geldauflage von 150.000 Euro verlassen konnte.

Mit dem Urteil endet der bislang  wahrscheinlich größte Bonner  Wirtschaftsprozess, in dem die Richter aufklären wollten, wie es zu dem Betrug um das Kongresszentrum kommen konnte. Dazu wurden unter anderem mehr  als 40 Stadtverordnete als Zeugen gehört. Im Dezember vergangenen  Jahres fuhr die  Kammer sogar nach Südkorea, um dort fünf Zeugen zu vernehmen.     

2003 hatte die Stadt Bonn den Bau des WCCB beschlossen, um als deutscher UN-Stadt der UNO Konferenzmöglichen zu geben. Kurz vor Jahresende 2005  beschloss der Stadtrat den Projektvertrag mit Kim und seiner SMI  Hyundai Corporation; der vermeintliche  Investor  konnte aber das vereinbarte Eigenkapital nicht aufbringen.  Im September 2009 musste seine Firma Insolvenz anmelden, seitdem ruht die Baustelle. Das WCCB, das zu etwa 80 Prozent fertiggestellt ist, soll bis zum Sommer 2014 vollendet werden; dafür hat der Stadtrat Anfang der Woche 65 Millionen Euro bewilligt. Die Gesamtkosten des Projekts können nur geschätzt werden; man geht von 200 Millionen Euro aus. Anfangs sollte der Bau 75 Millionen Euro kosten. (dbr)