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„Nicht verschiebbar“Nächstes Verkehrs-Chaos in Bonn – Elf Monate Sperrungen im Tunnel Bad Godesberg

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Autos stehen vor dem Tunnel nach Bad Godesberg (Archivfoto).

Autos stehen vor dem Tunnel nach Bad Godesberg (Archivfoto).

Ab Samstag wird der Straßentunnel Bad Godesberg saniert. Pendler müssen sich auf Gegenverkehr und Umleitungen einstellen.

Ab Samstagabend, 11. Juli 2026, beginnt die Stadt Bonn mit der Erneuerung der technischen Anlagen im Straßentunnel Bad Godesberg. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Mai 2027 – rund elf Monate. Täglich passieren etwa 40.000 Fahrzeuge den Tunnel; Pendler und Durchgangsverkehr müssen sich auf Einschränkungen einstellen, wie die Stadt Bonn mitteilt. Doch die Maßnahmen könnten demnach nicht verschoben werden, auch nicht vor dem Hintergrund der Nordbrücken-Sperrung.

Den Auftakt bildet eine Vollsperrung zur Baustelleneinrichtung von Samstagabend, 20 Uhr, bis Sonntagvormittag, 12. Juli 2026. Danach wird der Tunnel in drei Bauabschnitten saniert, wobei eine eingeschränkte Durchfahrt zu jedem Zeitpunkt gewährleistet bleibt.

Tunnel Bad Godesberg: Die Maßnahmen in den ersten acht Monaten

In den Bauabschnitten 1 und 2 – jeweils rund vier Monate – wird der Verkehr in der jeweils geöffneten Tunnelröhre im Gegenverkehr geführt. Die Höchstgeschwindigkeit wird auf 30 km/h reduziert; die stationären Blitzer werden entsprechend angepasst. Im ersten Abschnitt ist die bergseitige Röhre gesperrt, die Ein- und Ausfahrt Friesdorf sowie die Kurzröhre von der Bonner Straße in Richtung B9 sind nicht nutzbar.

Im zweiten Abschnitt gilt das Gleiche für die rheinseitige Röhre und die Kurzröhre in Gegenrichtung. Der dritte Bauabschnitt, der etwa einen Monat dauert, umfasst Restarbeiten im Vorfeld Süd und eine Vollsperrung der Kurzröhre zwischen Bonner Straße und B9/Godesberger Allee; beide Hauptröhren sind dann wieder befahrbar, mit Ausnahme der Ein- und Ausfahrt Heiderhof/Muffendorf.

Was im Tunnel Bad Godesberg erneuert wird

Die Sanierung umfasst vier Bereiche: Die gesamte Verkehrstechnik – Steuerungssysteme, Wechselverkehrszeichen, Schranken und Detektoren – wird auf digitale, ausfallsichere Technik umgestellt. Die analoge Videoanlage wird durch ein digitales System mit automatischer Videoanalyse ersetzt, das Gefahren wie Stau, Geisterfahrer oder Brände selbstständig erkennt. Zusätzlich werden Thermografie-Kameras installiert. Die Notrufanlagen werden modernisiert und in die neue Technik integriert. Die veraltete Natriumdampf-Beleuchtung wird durch energieeffiziente LED-Leuchten ersetzt.

Ziel ist die Anpassung an die aktuellen Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT). Wichtige Bauteile der elektrischen Anlagen sind laut Stadt nicht mehr lieferbar; ein Ausfall der Technik würde die komplette Schließung des Tunnels bedeuten.

Trotz Nordbrücken-Sperrung: Warum die Sanierung nicht verschoben werden kann

Ursprünglich hatte das Tiefbauamt eine Verschiebung der Maßnahme geprüft, nachdem die Autobahn GmbH die Sperrung der Nordbrücke (A565) für mindestens 2,5 Jahre angekündigt hatte. Die Analyse ergab jedoch, dass die Verkehrssicherheit nicht bis zur geplanten Inbetriebnahme der neuen Bonner Vorlandbrücke – nach Angaben der Autobahn GmbH für Ende 2028 vorgesehen – gewährleistet werden kann.

„Es gibt Maßnahmen, die wir nicht verschieben können. Dazu gehört die Erneuerung der technischen Anlagen im Tunnel Bad Godesberg. Diese Arbeiten, die zusätzliche Belastungen für den Verkehr mit sich bringen werden, sind notwendig, um größere Risiken zu verhindern. Ein Ausfall der Tunnelsysteme – und damit eine komplette Sperrung des Straßentunnels – hätte weitreichendere Folgen", wird Oberbürgermeister Guido Déus in der Mitteilung zitiert.

Tunnel Bad Godesberg: Empfohlene Ausweichrouten

Das Tiefbauamt empfiehlt, auf die sogenannte MUK-Strecke – Mittelstraße, Ubierstraße, Konstantinstraße – oder auf die bahnparallelen Straßen (Oscar-Romero-Allee, Nahum-Goldmann-Allee, August-Bebel-Allee, Martin-Luther-Allee und Godesberger Straße) auszuweichen. Dieses Konzept hatte sich bereits während der zweiten Baustufe im Jahr 2018 bewährt.

Die Stadt Bonn investiert rund 8,4 Millionen Euro (brutto) in die Maßnahme. Das Land NRW fördert die Arbeiten; die Beleuchtungsanlage wird zusätzlich vom Bund über ein Klimaschutzprogramm bezuschusst.