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LebensmittelmarktWormersdorf: Discounter könnte 2027 Baugenehmigung bekommen

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Eine Kirche hat Wormersdorf schon - nun soll bald ein Penny-Markt folgen.

Die Bezirksregierung sieht keine unüberwindbaren Hindernisse, doch vor dem Baustart braucht es noch einen Bebauungsplan – eine Genehmigung wird für 2027 erwartet.

Drei Ortsteile abseits der Kernstadt sollen einen Lebensmittelmarkt bekommen, und einer davon ist schon weit gediehen. In Wormersdorf, mit rund 3.300 Einwohnern der größte Ortsteil, plant die Schoofs-Gruppe aus Kevelaer als Investor einen Penny-Markt, einen Getränkemarkt und ein Café mit Bäckereitheke. Als Standort ist der östliche Ortsrand ausgewählt, ein Grundstück an der Ortsdurchfahrt Wormersdorfer Straße (L471). Bisher wächst dort wenig: ein paar Bäume, eine Wiese und ein leerstehendes früheres Wohnhaus. Das soll sich ändern.

799 Quadratmeter Verkaufsfläche

Die umfangreichen Planunterlagen zeigen die Bebauung im hinteren Bereich des schmalen, rechteckigen Grundstücks. Zur Straße hin ist ein geräumiger Parkplatz vorgesehen, durch Bäume und Grünstreifen aufgelockert. Das Herzstück bildet der Lebensmittelmarkt mit 799 Quadratmetern Verkaufsfläche, dahinter liegen das Lager und rechts der Anlieferungsbereich. Die gewählte Größe ist planungsrechtlich nicht zufällig: Nach dem Einzelhandelserlass NRW vom 14. Dezember 2021, herausgegeben vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung, gilt ein Betrieb erst ab mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche als großflächig – ein Markt mit exakt 799 Quadratmetern fällt damit nicht unter diese Kategorie und unterliegt weniger strengen raumordnerischen Anforderungen. Links schließt sich der Getränkemarkt mit weiteren 650 Quadratmetern an. Vorne, zum Parkplatz hin, soll das Bäckerei-Café mit einigen Sitzplätzen, einer Verkaufstheke und einer Kundentoilette entstehen.

Gutachten und Konzepte liegen vor

Auch die Details sind weitgehend durchdacht. Entwässerung, Ausgleichspflanzungen für die zu fällenden Bäume, Schallschutz und Artenschutz wurden untersucht. Ein Konzept sieht eine sichere Zu- und Ausfahrt an der Straße mit Mittelinseln vor. Ein Gutachten analysiert, wie sich das Vorhaben auf die örtlichen Verkehrsströme auswirkt. Die Stellungnahmen der Behörden füllen lange Tabellen.

Meckenheim kritisiert, Stadtrat stimmt zu

Die Stadt Meckenheim bemängelt, nicht ausreichend eingebunden worden zu sein. Rheinbach räumt ein, dass der geplante Discounter durch seine Lage auch für Anwohner in Altendorf und Ersdorf relevant ist. Meckenheim fürchtet im Kern, dass Kaufkraft, die nach Rheinbach abfließt, bestehende Angebote in Meckenheim schwächen oder Neuansiedlungen verhindern könnte. Politik und Verwaltung in Rheinbach haben alle Stellungnahmen zur Kenntnis genommen und abgewogen. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Stadtrat mehrheitlich dafür, den Flächennutzungsplan zugunsten des Vorhabens offiziell zu ändern.

Bezirksregierung signalisiert grünes Licht

Diese Planung bündelt viele der genannten Aspekte und muss der Bezirksregierung Köln vorgelegt werden. Normalerweise hat sie dafür einen Monat Zeit, sofern die übergeordnete Behörde keine rechtlichen Probleme sieht. Zuletzt signalisierte Köln, dass man bei dem Projekt in seiner aktuellen Form „keine unüberwindbaren Hindernisse“ sehe. Frühere Pläne für einen deutlich größeren Vollsortimenter in Wormersdorf hatte die Bezirksregierung Ende 2023 gestoppt. Für die Schoofs-Gruppe ist Rheinbach-Wormersdorf nach eigenen Angaben eines von mehreren Projekten in NRW: Auf ihrer Projektseite listet das Kevelaerer Unternehmen unter anderem fertiggestellte Märkte in Siegburg, Neunkirchen-Seelscheid, Geldern, Linnich sowie ein Nahversorgungszentrum in Uedem.

Bagger werden nicht sofort rollen

Dass sich diese Geschichte wiederholt, scheint inzwischen nahezu ausgeschlossen. Dennoch werden die Bagger auch nach einem Okay aus Köln nicht sofort rollen. Wie Stadtsprecher Norbert Sauren erklärte, muss zunächst ein vorhabenbezogener Bebauungsplan verabschiedet werden. Er regelt Details des Vorhabens, die nicht Teil der übergeordneten Raumplanung sind. Dazu gehört ein Durchführungsvertrag mit dem Investor, der die Übernahme der anfallenden Kosten verbindlich festschreibt. Die Verwaltung arbeitet parallel daran, doch sind noch Abstimmungen nötig, unter anderem mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW wegen einer Linksabbiegespur auf der Ortsdurchfahrt. Sobald diese formalen Fragen geklärt sind und auch die Bezirksregierung zustimmt, kann die Stadt eine Baugenehmigung erteilen. Sauren sagt: „Nach derzeitigem Planungsstand wird damit voraussichtlich im ersten Quartal 2027 gerechnet.“ Wie schnell der Investor danach reagiert, bleibt offen. Möglich ist aber, dass sich am Ortsrand schon im kommenden Jahr etwas tut.

Oberdrees: Norma-Markt am Ortseingang geplant

Die Wormersdorfer sind damit deutlich näher am Ziel als die rund 1.400 Einwohner von Oberdrees. Dort soll ein Norma-Discounter mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche und einer Bäckerei am östlichen Ortseingang entstehen, zwischen der B226 und dem Abzweig nach Peppenhoven. Auch die rund 400 Einwohner von Niederdrees würden davon profitieren. Für dieses Projekt gibt es ebenfalls einen Investor, der laut Stadt Rheinbach gerade Planunterlagen für die Verwaltung vorbereitet. Sie müssen als Nächstes politisch beraten und öffentlich ausgelegt werden. Ursprünglich sollte auch in Oberdrees ein größerer Markt entstehen, der allerdings ebenfalls an der fehlenden Zustimmung der Bezirksregierung scheiterte.

Merzbach: Projekt hat geringere Priorität

Am längsten dürfte es in Merzbach dauern. Gegen entsprechende Pläne hatte es Widerstand von Anwohnern gegeben, die keinen zusätzlichen Verkehr im Dorf wollen. Die Stadtverwaltung führt das Projekt in der Bauleitplanung mit der Priorität zwei, konzentriert sich auf Wormersdorf und Oberdrees. (tis)