Bunte SitzgruppenSo will Bonn die Innenstadt schöner und sauberer machen

Eine Holzkonstruktion dient als Sitzgelegenheit und als Pflanzfläche für Blumen, Kräuter und Stauden.
Copyright: Matthias Kehrein
Bonn – Blühendes Grün statt grauer Asphalt: Überall in der Stadt sollen begrünte Sitzgruppen mit rankenden Pflanzen, duftenden Kräutern und Stauden entstehen und die Stadt zu einem grüneren Ort machen. Die Arbeitsgruppe Grüne Infrastruktur (AG GI) und der Wissenschaftsladen Bonn (WILA) stellten Samstag in den Räumen der alten VHS das Gemeinschaftsprojekt „1000 Grüne Inseln für Bonn“ vor.
Die Grundidee der grünen Inseln besteht darin, eine Stadt, die vorwiegend durch graue, versiegelte Flächen aus Stahl, Glas und Beton auffällt, aufzuwerten und sie sowohl ökologisch, stadtklimatisch als auch ästhetisch lebenswerter zu machen. Eine Insel besteht dabei aus einer recht simplen Holzkonstruktion, die als Sitzgelegenheit und als Begrünungsfläche dient. In großen Behältern werden Blumen, Kräuter und Stauden gepflanzt.
Lebensräume für Insekten
Daran sollen sich nicht nur die Bonner erfreuen, sondern auch Insekten einen Lebensraum innerhalb der Stadt finden können. Besonderen Wert legen AG und WILA darauf, dass die eingesetzten Pflanzen drei Kriterien erfüllen. Sie müssen, um das Projekt nachhaltig und langfristig zu gestalten, auf ein sich änderndes und vor allem wärmer werdendes Klima in der Stadt angepasst sein.
Die im besten Fall heimischen Pflanzen sollten zudem insektenfreundlich sein, sprich als Lebensraum und Nahrungsquelle für Bienen und andere Bestäuber dienen. Aber auch der Mensch darf dabei nicht zu kurz kommen. Deshalb werden essbare Pflanzen bevorzugt.
Nach der Vorstellung von Anna Bolte aus der AG GI und einem Vortrag des Klimatologen Dr. Karsten Brandt diskutierte das Publikum über Umsetzung, Wirkung und Grenzen des Projektes. Ein größeres Problem sei es, Standorte zu finden für die etwa parkplatzgroßen, grünen Sitzgelegenheiten.
Während auf privaten Flächen nur mit Eigentümern gesprochen und ein Pate gefunden werden müsse, sei dies auf öffentlichen Plätzen um einiges komplizierter. Nichtsdestotrotz konnte nach 15 Monaten Genehmigungsverfahren die erste grüne Insel auf dem Münsterplatz aufgestellt werden. Von den derzeit nur etwa 20 Inseln ist es noch ein weiter Weg bis zu dem Ziel der „1000 grünen Inseln“ doch alle waren sich einig, dass „ein kleiner Schritt immer besser ist als gar keiner.“ (cfl)
