Coronavirus in BonnKeine weiteren Fälle in Heimen – 272 Infizierte in Bonn
Bonn – Nach der Ansteckung zweier Pflegekräfte mit dem Coronavirus in Seniorenheimen in der Bonner Altstadt und in Mehlem hat es Stand Dienstagmittag keine weiteren Infektionen in den Einrichtungen gegeben, das gab die Stadt Bonn in einer Pressekonferenz bekannt, die live über Facebook ausgestrahlt wurde. Im Haus Steinbach in Mehlem seien alle Kontaktpersonen negativ getestet worden, im Haus Rosental stehe nur noch ein Befund eines Bewohners aus. Alle übrigen seien ebenfalls negativ gewesen. Die Heimaufsicht stehe im engen Kontakt mit allen Seniorenheimen in Bonn. Auch Angehörige könnten sich mit ihren Sorgen und Fragen an die Heimaufsicht wenden. Eine zentrale telefonische Anlaufstelle soll auf der städtischen Homepage veröffentlicht werden.
Anstieg auf 272 Infizierte
Die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus-Infizierten stieg im Stadtgebiet nur noch leicht von 268 am Montag auf 272 am Dienstagmittag. 42 Personen gelten inzwischen wieder als genesen. 754 Menschen befinden sich aktuell in häuslicher Quarantäne, sagte Dr. Susanne Engel, die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes. Eine Überwachung der Personen finde aber nicht statt.
Oberbürgermeister Ashok Sridharan bescheinigte den Bonnern eine große Bereitschaft, das bestehende Kontaktverbot einzuhalten. Der Ordnungsdienst habe nur 16 Anzeigen seit dem Wochenende erstatten müssen, in 15 Fällen mussten Personen je 200 Euro zahlen, eine Prostituierte, die ihrem Geschäft illegal nachging, muss mit einem Bußgeld von 5000 Euro rechnen. Zugleich stellte der OB klar, dass es in Bonn aktuell keine Maskenpflicht geben werde. Es stehe allerdings jedem frei, eine solche Maske zum Schutz anderer zu tragen. Das Theater Bonn wolle jetzt Gesichtsmasken nähen. Die Stadt werde zudem auf ihrer Homepage eine Anleitung zum Selbernähen einstellen.
Sorge bei den Bonner Tafeln
Angespannt bleibt die Situation für die bisherigen Kunden der Bonner Tafel, die wegen der Corona-Pandemie geschlossen werden musste. Immerhin 4500 Menschen versorgen sich nach Angaben der Stadt dort regelmäßig mit Lebensmitteln. Bis die Tafel wieder öffnen kann, sollen Bedürftige ab 65 Jahren in Kooperation mit der Aktion Weihnachtslicht Lebensmittelgutscheine erhalten, die über die Nachbarschaftshilfe verteilt werden sollen. Für alle Übrigen ist mit Unterstützung der Aktion Mensch ein ähnliches Prozedere geplant, so die Stadt Bonn.
Welche finanziellen Folgen die Corona-Krise für die Stadt Bonn haben wird ist noch offen. Erwartet werden allerdings schon jetzt gravierende Ausfälle bei der Gewerbesteuer. (kmü)

