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Durch Lkw getötetGeisterrad erinnert an 25-jährige Studentin

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Ein weißes Geisterrad an der Ecke Bornheimer Straße/Heinrich-Böll-Ring erinnert an die getötete Radfahrerin.

Bonn – Zum Gedenken an die bei einem Abbiegeunfall Anfang Juni durch einen Lkw getötete Radfahrerin hat der ADFC Bonn/ Rhein-Sieg am Dienstag an der Ecke Bornheimer Straße/Heinrich-Böll-Ring ein weißes Geisterrad aufgestellt. In dem Zusammenhang appelliert der ADFC an alle Verantwortlichen in der Region, schnell und unbürokratisch alle Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko solcher Unfälle zu reduzieren.

Die 25-jährige Studentin war von einem Lkw überfahren worden, der nach rechts von der Bornheimer Straße Richtung Verteilerkreis abbiegen wollte. Der Fahrer hatte die junge Frau übersehen.

Die im Bonner Planungs- und Verkehrsausschuss gefassten Beschlüsse sind dem ADFC nicht konkret genug. Nicht nachvollziehbar sei, dass der Antrag der SPD, an allen kritischen Kreuzungen kurzfristig die Verkehrsführung zu ändern, Ampel-Vorrangschaltungen für Radfahrer einzurichten und die in anderen Städten bewährten Zusatzspiegel anzubringen, „in eine Warteschleife zur Prüfung geschickt wurde“. „Andere Städte wie Freiburg haben bereits gute Erfahrungen mit Spiegeln und Vorrangschaltungen gemacht. Warum muss die Politik in Bonn die unterbesetzte Stadtverwaltung erst mit der Prüfung beauftragten, ob diese Maßnahmen sinnvoll sind?“, fragt Werner Böttcher, Verkehrsplanungssprecher des ADFC. Die Maßnahmen seien sinnvoll und könnten Leben retten. „Jetzt kann es nur noch darum gehen, dass die Politik entscheidet. Prüfungen retten kein Leben und bringen der Verkehrssicherheit gar nichts.“

Nachrüstung mit Abbiegeassistenten

Die Forderung der Jamaika-Koalition im Stadtrat, alle städtischen Großfahrzeuge mit elektronischen Abbiegeassistenten auszurüsten, wird begrüßt. Doch auch bei dem Vorhaben sei vor allem die Zeitschiene nicht konkret genug. „Wir wünschen uns zudem, dass auch Speditionen und private Unternehmen, die große Lkw im Stadtverkehr bewegen, ihren Mitarbeitern die größtmögliche Vorsorge bieten. Jeder Arbeitgeber muss schon aus Eigeninteresse seinen Lkw-Fahrern solche traumatischen Ereignisse ersparen, die man sein ganzes Leben lang nicht mehr vergisst“, so Böttcher. Der Einwand, dass solche Nachrüstungen schwierig seien, dürfe nicht länger als Begründung für Verzögerungen dienen, meinte der Sprecher. (wki)