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Lage nach Starkregen in BonnPolitik fordert schnelle Hilfe für die Menschen

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Rettungseinsatz in Flerzheim: Anwohner des Swistbachs konnten nur noch mit Booten den Fluten entkommen.

Rhein-Sieg-Kreis/Bonn – Die Fraktionen von CDU, Grünen, SPD und FDP im Kreistag haben gemeinsam einen Antrag auf den Weg gebracht, durch den der Rhein-Sieg-Kreis unbürokratische Unwetterhilfe bereitstellen soll, wie dies zuletzt auch bei den Ereignissen in Hennef und Königswinter beschlossen wurde. Darüber hinaus fordern die vier Fraktionen Land und Bund auf, den Betroffenen kurzfristig und unbürokratisch zu helfen und die betroffenen Kommunen bei der Instandsetzung der zerstörten und beschädigten Infrastruktur im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen.

Gemeinsam erklären Dr. Torsten Bieber (CDU), Horst Becker (Grüne), Denis Waldästl (SPD) und Christian Koch (FDP): „Das Ausmaß des Unwetters macht uns tief betroffen. Mit unserem gemeinsamen Antrag wollen wir ein Zeichen der Solidarität im Rhein-Sieg-Kreis setzen, auch wenn die Schadensauswirkungen heute noch weitgehend unklar sind. Die Menschen können sich darauf verlassen, dass wir helfen werden. Unser Dank gilt allen, die in den letzten Tagen und Stunden vor Ort den Menschen mit ihrem großartigen Einsatz geholfen haben und noch immer helfen. Unser besonderes Mitgefühl gilt denjenigen, die Todesfälle zu beklagen haben.“

Spendenkonto für die Hochwasseropfer

In Meckenheim haben die politischen Parteien auf Vorschlag der FDP die Stadt aufgefordert, ein Spendenkonto für die Hochwasseropfer einzurichten. „Angesichts der immensen Schäden und des noch schlimmeren persönlichen Leides bei allen von den verheerenden Niederschlagsmengen betroffenen Bürgern soll die Verwaltung eine Ansprechstelle für Hilfeleistungen einrichtet. Hier sollten Hilfeleistungen auch materieller Art koordiniert werden; mit einem Spendenkonto könnte schnell und unbürokratisch das größte Leid aufgefangen werden. Damit lassen wir unsere Mitbürger nicht allein und wir können das Mitgefühl der ganzen Stadt ausdrücken“, erklärten Rainer Friedrich (CDU), Stefan Pohl (SPD), Susanne Chur-Lahl (Bündnis 90/Die Grünen), Klaus-Jürgen Pusch (BfM) und Josef Dunkelberg (UWG).

Stadt und Kirchen bieten Hilfe an

Die Stadt Bonn sowie die katholische und evangelische Kirche der Bundesstadt haben den von der Jahrhundertkatastrophe betroffenen Menschen ihre Hilfe angeboten.

Mehr als 600 Bürgerinnen und Bürger haben nach Auskunft der Stadtverwaltung bis zum Donnerstagabend obdachlos gewordenen Bewohnern des Kreises Ahrweiler eine Unterkunft angeboten. Sie reagierten damit auf einen Aufruf von Oberbürgermeisterin Katja Dörner am Donnerstagnachmittag. Die ersten Hilfesuchenden aus dem Kreis Ahrweiler und ihre Bonner Gastgeber seien inzwischen zusammengebracht worden. Dörner: „Wir sind mit den Einsatzstäben im Kontakt, um so die meist in großen Sammelunterkünften notdürftig untergebrachten Menschen an Gastgebende aus Bonn zu vermitteln.“

Auch die beiden großen Kirchen der Stadt bieten Quartiere an. Der Notfallseelsorger der evangelischen Kirche, Pfarrer Albrecht Röpke, ist im Hochwassergebiet im Dauereinsatz. Am Donnerstag war er in Heimerzheim. Die katholischen Notfallseelsorger sind ebenfalls vor Ort. Die Evangelische Kirche im Rheinland und die Diakonie haben ein Spendenkonto eingerichtet, das Stadtdekanat Bonn will die Sonntagskollekte den Flutopfern widmen.