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„Marktplatz – gute Geschäfte“ Speed-Dating zwischen Firmen und Organisationen

Am „Marktplatz guter Geschäfte“ nehmen zahlreiche Firmen und Organisationen aus Bonn und dem Kreis teil.

Am „Marktplatz guter Geschäfte“ nehmen zahlreiche Firmen und Organisationen aus Bonn und dem Kreis teil.

Bonn – Wenn Firmen auf gemeinnützige Organisationen treffen, vermutet erst einmal niemand ein Speed-Dating. Doch genau das verbirgt sich hinter der sechsten Auflage von „Marktplatz – gute Geschäfte“. Um die 30 Teilnehmer werden sich am Freitag, 23. September, ab 14.30 Uhr im Alten Rathaus versammeln, um auszuloten, was sie füreinander leisten können. Dafür haben sie nur 60 Minuten Zeit.

Hinter dem Erfolgsmodell stehen mehrere Veranstalter. Neben der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg organisieren noch die Lebenshilfe, die Freiwilligenagentur Bonn sowie die Firma gh-marketing das Treffen.

Unternehmer und Organisationen helfen sich gegenseitig, so dass am Ende eine Win-win-Situation entsteht, also beide Seiten profitieren. Dabei geht es nicht um knallharte Auftragsverhandlungen, sondern um das Engagement der Betriebe. Geld soll nicht fließen, gefragt ist die soziale Verantwortung der Unternehmer und die Bereitschaft, ihre Kernkompetenz zur Verfügung zu stellen.

Seit 2011 finden sich auf diese Weise Menschen, die sich gegenseitig helfen: „Wir haben Mädchen und Jungen, die den Kindergarten verlassen und in die Schule wechseln, gezeigt, wie sie die Choreografie ihres Abschlusstanzes gestalten können. So verabschieden sich die Kinder beim Sommerfest von der Einrichtung“, gibt Sandór Krönert, Geschäftsführer des Tanzhauses Bonn, ein handfestes Beispiel. Im Gegenzug lud der Kindergarten die Tanzlehrer zum Essen in die eigenen Räumlichkeiten ein.

Auch die Kooperation von Quartiersmanagement des Landschaftsverbandes Rheinland und dem Fußballverein Bonner SC läuft bestens. Nach dem Besuch eines Heimspiels mit mehreren Bewohnern, die alle ein Handicap haben, waren vier von ihnen so begeistert, dass der Aufsteiger in die Regionalliga ihnen Dauerkarten sponserte: „Dabei ist der Sportpark Nord nicht sonderlich behindertenfreundlich ausgestattet. Doch wir als Verein sehen unsere gesellschaftliche Verantwortung“, sagt Pressesprecher Michael Pieck, der auch dem Markttag-Organisationsteam angehört.

„Tu Gutes und sprich darüber“ – diese Vorgehensweise nennt sich in der modernen Wirtschaft „Corporate Social Responsibility“ (CSR) und heißt so viel wie gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Dieser war sich Severine Profitlich bewusst, als sie erstmals am Markttag teilnahm. Die Immobilienmaklerin und ihr Team führen einmal im Jahr ein Projekt durch, alle legen wie beim Bau eines Sinnespfads im Ingeborg-Thoma-Haus der Lebenshilfe Hand an. Die Begegnungen und Erfahrungen mit den Bewohnern will sie nicht missen. Findet sie geeigneten Wohnraum, ruft sie die Lebenshilfe an und bietet ihn an. Diese Partnerschaft ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen.

Es gibt auch einen wirtschaftlichen Reiz. Das Zauberwort heißt Folgeaufträge. Bei den Hilfsaktionen lernen sich Menschen kennen und bleiben in Kontakt: „Bei der Wahl zwischen irgendeinem Betrieb und einer Firma, die sich im Umfeld ehrenamtlich engagiert hat, tendieren die meisten zu dem Unternehmen mit CSR-Bewusstsein“, ist sich Tanja Heine von der Freiwilligenagentur sicher.

Unternehmen und Organisationen, die mitmachen wollen, melden sich unter (0228) 22 84−1 30 an.

www.gute-geschaefte-bonn.de