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155 Millionen Euro, optimierte TrasseStadt informiert über neuen Planungsstand zur Bonner Seilbahn

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Eine Seilbahn über den Rhein ist vor dunklen Wolken am Himmel zu sehen (Symbolfoto).

Eine Seilbahn über den Rhein ist vor dunklen Wolken am Himmel zu sehen (Symbolfoto).

Bereits im Vorfeld war bekannt geworden, dass sich das Verkehrsprojekt um mehrere Jahre verzögert.

Die Stadt Bonn hat den Planungsstand für die geplante Seilbahn auf den Venusberg aktualisiert. Laut einer Mitteilungsvorlage des Oberbürgermeisters, die dem Rat am 9. Juli 2026 zur Kenntnisnahme vorgelegt wird, wurden Trassenführung und Stationsstandorte nach vertiefter Planung optimiert. Die Gesamtinvestition wird auf rund 155 Millionen Euro geschätzt, bei einer Spanne von 140 bis 165 Millionen Euro. Mit einem Start der Seilbahn wird nicht vor 2032 gerechnet.

Mit der Programmsteuerung wurde im Mai 2025 die Drees & Sommer SE beauftragt. Das Unternehmen arbeitet seitdem in enger Abstimmung mit der Stadt Bonn und den Stadtwerken Bonn (SWB) an der Finalisierung der Trasse. Die Strecke ist 3,8 Kilometer lang, umfasst fünf Stationen und 22 Stützen. Sie soll den Venusberg über Stationen am Schießbergweg, an der Rheinaue, am UN-Campus, am Loki-Schmidt-Platz und am Universitätsklinikum Bonn (UKB) mit der Innenstadt verbinden.

Trasse der Bonner Seilbahn optimiert

Die größte Einzeländerung betrifft die Station UKB: Sie wird auf eine nordöstlich gelegene Parkplatzfläche verlegt. Laut Vorlage verbessert dies die Brandschutzsituation erheblich, reduziert Schallimmissionen für Patienten und macht Anpassungen an Bestandsgebäuden überflüssig. Zudem ermöglicht die neue Lage eine zweite Kabinengaragierung — neben dem Standort Schießbergweg —, was die Anlaufzeiten der Seilbahn etwa halbiert.

Die Station Schießbergweg wurde in Abstimmung mit den Montag Stiftungen um rund 35 Meter nach Nordwesten verschoben. Dadurch rückt sie näher an den geplanten S13-Haltepunkt der Deutschen Bahn, was die Umsteigebeziehung verbessert. Die Station Rheinaue verschiebt sich in südöstliche Richtung; dabei laufen laut Vorlage noch Abstimmungen zu Urheberrechtsansprüchen sowie zu umwelt- und artenschutzrechtlichen Belangen. Die Station UN-Campus wird nach Osten verlegt, wodurch eine höhere Überflughöhe über die Bahnlinie sichergestellt und ein Fernwärmeknoten im Bestand erhalten werden kann.

Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,79 sichert Förderfähigkeit

Das aktualisierte Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) beträgt nach der Verfahrensanleitung 2016+ nun 1,79 — gegenüber 1,6 bei der vorläufigen Untersuchung aus dem Jahr 2021. Der Wert liegt damit deutlich über dem Förderschwellenwert von 1,0, der für eine Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) erforderlich ist. Die Abstimmung mit den Zuwendungsgebern steht noch aus.

Nach Abzug der erwarteten Fördermittel verbleibt für die Stadt ein Eigenmittelbedarf von rund 17,6 Millionen Euro. Die jährlichen Aufwendungen werden mit rund 5,2 Millionen Euro angegeben, bestehend aus Kapitaldienst sowie Betriebs- und Wartungskosten. Die durchschnittlichen jährlichen Betriebs- und Wartungskosten werden mit etwa 3,9 Millionen Euro (Preisstand 2025) angesetzt. Fahrtgeldeinnahmen sind in dieser Kalkulation nicht gegengerechnet.

Planfeststellungsverfahren beginnt 2028, Inbetriebnahme für 2032 geplant

Der Zeitplan wurde gegenüber früheren Angaben angepasst. Die Vorplanung läuft bis Ende 2026, die Ausschreibung eines Totalunternehmers bis Ende 2027. Das Planfeststellungsverfahren bei der Bezirksregierung Köln beginnt demnach 2028 und soll rund zwei Jahre dauern. Der Baubeginn ist für Mitte 2028 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2032.

Die Vorlage weist ausdrücklich darauf hin, dass die finanziellen Angaben unter dem Vorbehalt weiterer Prüfung im Rahmen der Haushaltsplanung 2027/2028 stehen. Ob die benötigten Mittel investiv oder konsumtiv verbucht werden, soll bis zur Haushaltsberatung geklärt werden. (jv/red)