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„Das Ganze kann funktionieren“Studie: Nahversorgungszentrum in Buschhoven ist möglich

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Swisttals drittgrößter Ort hat Potenzial. Viele Bürger wünschen sich eine Wiederbelebung des Ortskerns.

Swisttal – Gute Nachrichten für die Zukunft von Buschhoven hatte Christian Klems bei der Präsentation der Ergebnisse der Haushaltsbefragung, die von Juli bis September in der drittgrößten Swisttaler Ortschaft durchgeführt worden war: „Ein multifunktionales Nahversorgungszentrum im Ortskern ist möglich, unter Betonung von regionalen und biologisch angebauten Produkten.“

Wichtig als Ergänzung für ein solches multifunktionales Nahversorgungszentrum seien allerdings Dienstleistungen, soziale Dienste, Kommunikations- und Kulturangebote, denn nur so sei der Umsatz deutlich zu steigern. Der Projektverantwortliche der Dorv-Zentrum GmbH machte vor gut 50 Zuhörern im Pfarrsaal aber auch deutlich: „Das Ganze kann funktionieren – es kommt aber darauf an, dass die Bürger bereit sind, mitzugehen und das Projekt tatkräftig zu unterstützen.“

Stärken des Ortes

Nicole Eichmanns von der Verwaltung stellte die Ergebnisse des Beiblattes vor, mit dem die Gemeinde einige weitergehende Auskünfte erbeten hatte. Als Stärken des Ortes seien dabei seine gute regionale Verkehrsanbindung ebenso wie die Naherholungsmöglichkeiten und das gern genutzte Rad- und Wanderwegenetz genannt.

Auch der historische Ortskern sowie das ländliche und naturnahe Wohnen fand den Zuspruch der Befragten. Allerdings wurde auch der Wunsch geäußert, dass mit der Ortsmitte etwas passieren und die historischen Gebäude hervorgehoben werden müssten. Nicht so gut weg kam das kulturelle sowie das ÖPNV-Angebot, das besser getaktet werden müsse. Aus all dem leitete Eichmanns ab, dass die Etablierung einer Nahversorgung im Ortskern sowie die Ortskerngestaltung untrennbar zusammengehörten. „Der Toniusplatz muss wiederaufleben, und mit einem Versorgungszentrum kann man den Dorfkern wieder zum Leben erwecken.“ (jst)

An der Befragung hatten 594 Buschhovener teilgenommen, was bei insgesamt 1315 Haushalten im Ort einer Rücklaufquote von 45,17 Prozent entsprach und damit eine verlässliche Grundlage lieferte. Bei der Frage nach dem Interesse, rund um das Nahversorgungszentrum auch ehrenamtlich mitzuarbeiten, gab es 103 Mal ein „Ja“, was 17,3 Prozent entspricht, und 423 Mal ein „Nein“ (71,2 Prozent). 44 Prozent seien allgemein bereit, das Projekt aktiv zu unterstützen.

Allerdings sei auch Skepsis erkennbar, denn 17 Prozent fanden die Idee zwar toll, aber nicht umsetzbar, und vier Prozent sprachen ihr die Sinnhaftigkeit ganz ab. Auf dieser Basis müsse man das Fundament für ein Dorfzentrum in welcher Art auch immer setzen, so Klems, der darauf hinwies, dass bislang weder der Standort noch die Größe festgelegt seien. Und wenn man eine Umsetzung in Erwägung ziehe, sei auch die Frage zu klären, wie das Nahversorgungszentrum organisiert werden soll. Entweder finde sich ein Kaufmann als Betreiber oder man könne über die Gründung einer Genossenschaft oder eines Vereins nachdenken. Nur mit Ehrenamtlern allein werde es jedenfalls nicht funktionieren.

Wie geht es nun weiter in Buschhoven?

Bei der Realisierung könne nach Ansicht des Fachmanns das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept Swisttal (ISEK) helfen, das jetzt gerade gestartet ist. Aus diesem Programm könne die Gemeinde möglicherweise Fördergelder für Anstoßprojekte lockermachen, wozu auch ein multifunktionales Nahversorgungszentrum in der Ortsmitte von Buschhoven zähle. Nach der Sommerpause soll es Bürgerforen in Buschhoven, Heimerzheim und Odendorf geben, in denen die Wünsche und Bedürfnisse der jeweiligen Ortschaften ermittelt werden sollen.

„Es ist ein wahrer Glücksfall für Buschhoven, dass jetzt gerade das ISEK startet“, fand Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU), „wir stehen an der Schwelle zur praktischen Umsetzung.“ Durch den absehbaren Umzug der Feuerwehr Richtung Fienacker habe die Gemeinde auch bald Zugriff auf kommunale Räume am Toniusplatz, und auch die Eigentümer der umliegenden Immobilien hätten mittlerweile ihre Bereitschaft signalisiert, bei dem Projekt mitzuziehen. „Das ist allerdings ein Prozess, der seine Zeit brauchen wird – aber die Stimmung ist jetzt so, dass alle bereit sind mitzumachen, und das müssen wir ausnutzen.“